Livingston und das Mysterium um die Garifuna

Vielen Dank für die Blumen, vielen Dank, wie lieb von dir; so verabschiedeten wir uns von Flores und bedankten uns für die schönen Anblicke.

Guatemalteken sind äußerst bedacht um das Wohlergehen der Touristen. Zum Beispiel stellen sie die Federung ihrer Minibuse so ein, das man – bereits vor der darauffolgenden Bootsfahrt etwas Seekrank wird und sich gut auf die sanfte Strömung des Rio Dulce einstellen kann. Am Weg zur Anlegestelle der Boote mit Ziel Livingston, kamen wir durch ein Dorf, dessen Einwohner das Prinzip von Angebot und Nachfrage noch nicht ganz verstanden haben. Abgesehen davon, dass diese Gegend nicht unbedingt als Beverly Hills von Guatemala bekannt ist, glaube ich, dass nicht mal die Reichen 10 CAR WASH & OIL CHANGE auf einer Strecke von 5 Minuten brauchen.

In dem Ort Rio Dulce eingetroffen, überquerten wir eben diesen Fluss auf einer der angeblich längsten Brücken von Central America. Vor dem Bootsteg hinausgelassen, suchten wir uns ein Plätzchen zum Mittagessen. Direkt beim Steg kostet eine Mahlzeit 50 Quetzal, höchstens 10 Minuten Fußweg fanden wir aber ein Menü – Fisch mit Kokosnusssuppe und Tamarindsaftum 25 Quetzal. Zur Nachspeise gab es Cracker, die wir nach Entdeckung der Ameisen in der Packung allerdings an den Papageien verfütterten (Fotos @clemenstravels).

Mit dem lancha machten wir noch einen kurzen Abstecher (nur drive-by) bei einer kleinen Burg, welche als Piratenabwehr diente, bis sie ironischer Weise von Piraten nieder gebrannt wurde. Auch stinkende Hotsprings schauten wir uns im Laufe der szenischen Bootsfahrt an.

In Livingston begrenzten wir unsere Auswahl auf drei Hostels. Billig & viel Party, durchschnittliche Preise & ruhig und teuer & schön. Ich glaub die Entscheidung ist offensichtlich ;).

Am nächsten Tag schliefen wir lang (obwohl Clemens kurz nach 5 aufgestanden ist um sich den Sonnenaufgang anzuschauen) und frühstückten mit malerischem Ausblick. Gestärkt machten wir uns auf den etwa 6 Kilometer langen Spaziergang zu den Siete Altares – mehrere kleine Wasserfälle mit natürlichen Becken (Bilder hoffentlich @clemenstravels). Noch bevor wir es überhaupt aus dem Dorf schafften wurde der Rastamens von einem Garifuna Elder angesprochen. Garifuna stammen von Afrikanern ab, welche nach einem Sklavenschiffbruch in der Karibik gestrandet waren, von dort aber nach Honduras, Belize und eben Guatemala verscheucht wurden. Dieser Elder zeigte uns the real Livingston und gab uns eine kleine Einführung in deren, eher deprimierende, Geschichte.

Nach dieser fast schon unfreiwilligen aber dennoch nicht unwillkommenen Tour, ging es etwa 90 Minuten am Strand entlang. Manche Leser werden sich nun denken, wie schön es nicht wäre am Strand in der Karibik zu spazieren anstatt in Österreich zur Arbeit zu gehen. Vielleicht würden Manche ihre Meinung wieder ändern, wenn sie sehen würden wieviel Müll dort am Strand über die letzten Jahre angeschwemmt wurde. Worte können es kaum beschreiben.

Die Siete Altares machten die Tortur aber wieder gut! Kaltes klares Wasser (kaltes klares Wasser) und Sonnenstrahlen, die durch die Bäume drungen, sorgten für entspannte Momente. Am Weg zurück gabs kurz vor der Hälfte Tapado (Garifuna Seafood Specialty) und danach ein Tuk-Tuk um uns den bereits bekannten Anblick zu ersparen.

Der restliche Tag wurde mit chillen verbracht und zum Abendessen gab es Empanadas um 3 Quetzales das Stück. So jetzt setze ich dem ganzen hier ein Ende, sonst kommt ihr Armen ja gar nicht mehr zum arbeiten 😉.

P.S. Jetzt hab ich natürlich vergessen das einzubauen warum ich den Eintrag so genannt habe. Ihr bekommt jetzt nur die Kurzversion weil ich schon schlafen sollte und das hier eh schon mehr einem Roman als einem Blog ähnelt: Am ersten Abend haben wir kaum Schwarze gesehen, weder auf den Straßen noch in den Geschäften/hinter den Tresen, obwohl Livingston für aeine Afrikanisch-karibischen Einwohner bekannt ist. Unser Garifuna-Guide am darauffolgenden Tag erläuterte, dass seine Leute von den Spaniern und Mayan aus dem Tourismus und den Restaurants vertrieben wurde und sie jetzt nur mehr im Hintergrund und in den Seitenstraßen in heruntergekommen Häuser leben.

5 thoughts on “Livingston und das Mysterium um die Garifuna

  1. Sorry dass ich bis jetzt noch nichts kommentiert habe – ich lese/lurke von Anfang an mit 😉 eure Blogs sind echt super, Clemens versorgt uns mit Bildern und du versorgst uns mit informativen und pointierten Erzählungen 😊 vielleicht solltest du deine Erlebnisse auf dieser Reise am Ende wirklich zu einem Buch verarbeiten 🙂

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  2. Super, so ein langer Text!! :-))
    gibt’s Bilder vom Müll amStrand?? räumt das niemand weg???
    Und nur zur Info, am Sonntag arbeitet bei uns niemand 😉

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    1. Nö haben keine bilder gemacht sorry^^ aber it was a lot
      Ganz selten war es besser weil dort whs die grundstücksbesitzer sich drum gekümmert haben, aber sonst fühlt sich halt keiner verantwortlich
      Ups, die uhr tickt hier ein bisschen anders 😉

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