Auf Grund beschränkter Speicherplatzverfügbarkeit folgen alle zukünftigen Blogeintrage auf konstisadventures2.wordpress.com
Ich hoffe ihr findet alle dort hin 😉
P.S. Das Layout vom neuen Blog ist nicht ganz ident, so muss man dort glaub ich auf den Blogtitel draufklicken um den ganzen Blogpost inklusive Pics zu sehen…
Das Galápagos Archipel besteht aus 13 Inseln und über 200 Inselchen, alle vulkanischem Ursprung. Sie sind zwischen 5 Millionen Jahren und 700 Tausend Jahren alt, die jüngsten Inseln (und vulkanisch noch aktiven) sind im Westen, während die älteren, vulkanisch inaktiven Inseln im Osten sind. Dies kommt daher, dass die Nazca-Platte, auf der sie sich befinden, sich pro Jahr um 3,7cm/Jahr nach Osten bewegt (derzeit 1000km von Küste entfernt), während der Magma-Hotspot am gleichen Fleck unter der Erdkruste bleibt. Die Inseln werden von allen vier Himmelsrichtungen von unterschiedlichen Meeresströmungen bespült, was einen großen Teil zu ihrer (besonders marinen) Artenvielfalt beiträgt. Die Reptilien (Landschildkröten, Meeresechsen, kleiner Echsen) dürften wohl irgendwann im Laufe der Zeit von der Südamerikanischen Küste nach starekn Stürmen auf Baumstämmen oder ähnlichem zu den Inseln getrieben sein, andere größere Landtiere (Amphibien, Säugetiere) hätten die zwei Wochen auf dem Ozean ohne Trinkwasser nicht überlebt. Samen von Mangroven und Kakten sind wasserresistent und wurden ebenso angespült, während Vögel (offensichtlicherweise) sich per Luft hinverirrten und Meereslebewesen durch die Strömungen zu den Inseln kamen. Auf den Inseln fehlte es dann an Feinden (und Menschen), woraufhin sich die Tiere weiterentwickelten und so einige endemische Subspezies (d.h. sie kommen nirgendswo anders auf der Welt vor) enstanden sind. Dazu zählen meines Wissens nach unter anderem: die Riesenschildkröten (wovon es wiederum auf jeder Insel andere Subspezies gibt), Meeresiguanas, Seelöwen, Galapagospinguine Darwinfinken. Von Menschen dürften die Inseln lange Zeit ignoriert oder unendeckt (man ist sich nicht ganz sicher) geblieben sein, bis im 16. Jahrhundert irgendein europäischer Missionär am Weg von Panama nach Lima vom Weg abkam und schließlich auf den Inseln nach Wasser suchte (was sie kaum fanden, Frischwasserquellen sind sehr rar auf den Galapagosinseln). Danach erkundeten die Spanier die Inseln und zeichneten die ersten Karten, interessierten sich aber nicht weiter für sie. Eine Zeit lang dienten sie englischen Piraten als Versteck, während sie auf goldbeladene spanische Schiffe aus Peru warteten. So wurden sehr früh schon Ratten eingeführt, welche besonders für die Schildkröten(eier) eine große Gefahr darstellen. Im 19. Jahrhundert wurden die Inseln von Ecuador annektiert, die ersten Versuche von Kolonien scheiterten jedoch. Etwas später im selben Jahrhundert kam Charles Darwin, ein junger Naturwissenschaftler aus Großbrittanien, an Bord der HMS Beagle im Zuge seiner 5 Jahre dauernden Weltreise für ein Monat zu den Galapagos Inseln, und war begeistert von den Lebewesen dort. Besonders die Finches ??? beeindruckten ihn, da es im Prinzip der gleiche Vogel wie sonst wo auf der Welt ist, aber doch in einigen Merkmalen sich deutlich unterschied, und dann auch noch von Insel zu Insel. Dies bekräftigte ihn, in der bereits am aufkommenden Theorie, dass sich Lebewesen aus anderen Lebewesen entwickeln, und nicht von Gott geschaffen wurden.
Anfang des 20. Jahrhundert wanderten einige Norweger und andere Europäer ins Paradies aus, wovon aber viele merkten, dass es dort gar nicht so paradisiesch zum Leben ist und ebenfalls wieder zurückkehrten. Letztendlich sind die wirklichen Siedlung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert entstanden und heute leben rund 25.000 Menschen auf den vier bewohnten Inseln (Isla Isabela, Santa Cruz, Floreana, San Cristobal).
Also gut, genug Hintergrundwissen. Wie hat uns dieser angeblich so magische Ort gefallen? Um ganz ehrlich zu sein, waren es nicht 9 Tage des vollen Glücks und durchgehendes Staunen, aber im Fazit hat es uns trotzdem extrem gut gefallen und ich bin überaus dankbar und froh, dass ich auf diese doch einzigartigen Inseln kommen durfte/konnte.
Wir landeten auf Santa Cruz (eigentlich auf Baltra, aber dort gibt es nicht wirklich was zu sehen) und verbrachten dort 2 Nächte. Auf Santa Cruz leben die meisten Menschen und es ist das kommerzielle Zentrum der Galapagosinseln, besonders was Souvenirshops angeht. Sie hat aber auch einiges zu bieten, so sah ich bereits aus dem Bus vom Flughafen zum Ort Puerto Ayora auf dem Gehsteig einfach so eine Riesenschildkröte spazieren, im Hafen liegen einige Seelöwen herum und ganz viele Pelikane, und abends konnte man sogar junge Reef-Haie beobachten. Wir marschierten an einem Tag in der glühenden Sonne zur Tortuga-Bucht, wo einer der schönsten und weißesten Strände auf uns wartete, und einige Meeresiguanas. Außerdem besuchten wir “Las Grietas”, Felsspalten in denen sich Salzwasser mit Süßwasser vermischt und man (halbwegs) gut schnorcheln kann, seit 2019 ist allerdings ein kostenpflichtiger Guide notwendig, der einem aber keinen Mehrwert bringt, also mittelmäßig gute Erfahrung. Frühstück und Abendessen richteten wir uns in unserer Unterkunft, da Essen gehen hier absurd teuer ist (unter 20 Dollar kommt man für eine Speise fast nicht weg). Außer das Mittagessen, das gibts wieder im Menü recht günstig (5-6$).
Mit dem Speedboat ging es dann nach Isla Isabela, die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und dank der Reiseapotheke wurde mir auch nur bisschen schlecht. Puerto Villamil war um einiges kleiner und hatte auch quasi nur Sandstraßen, aber war dadurch auch etwas netter. Allerdings merkte man auch hier die Auswirkungen der Situation Ecuadors auf den Tourismus (wenn auch viel weniger deutlich), sodass es teilweise etwas verlassen wirkte. Hier machten wir unsere ersten richtigen Touren, welche wirklich unglaublich waren. Einmal gingen wir mit einer lustigen alten Reisegruppe bei so kleinen Lavagestein-Inseln mehr oder weniger direkt vor Puerto Villamil schnorcheln und birdwatching. Dabei sahen wir gleich soooo viele coole Tiere, unter anderem: Meeresschildkröten, white-tip und black-tip reefsharks, Blaufuß-Tölpel, Galapagospinguine, Seelöwen und viele schöne Fische. Der coolste Part war, als wir durch so eine Art Gang aus Lavagestein schnorchelten und drei verspielte Seelöwen die ganze Zeit unter und neben uns vorbeischwommen und wir dann noch über zwei schlafende Haie drüber schwammen. Die Tiere sind alle nicht wirklich Menschenscheu, weshalb man sie aus nächster Nähe anschaun kann. Die zweite Tour war eine Wanderung auf den Vulkan Sierra Negra (beziehungsweise seine Überbleibsel) der mit einer Fläche von 7x10km eine der größten Kaldera der Welt hat. Er ist auch noch vulkanisch aktiv, aber bricht nur mehr in kleineren Eruptionen ungefähr alle 20 Jahre aus. Die Landschaft dort war echt beeindruckend, allerdings war es ziemlich heiß und es gab wenig Schatten :(! Wir kühlten uns daher danach noch gehörig im Meer ab.
Nach einem Transittag, an dem wir zuerst um 6:00 eine Fähre zurück nach Santa Cruz und dann um 15:00 eine Fähre weiter nach San Cristobal nahmen, kamen wir an unserem letzten Stopp in Puerto Baquerizo Moreno an. Wie sich hier herausstellte, ist es nicht immer gut die billigste Unterkunft zu nehmen. Die Bettwäsche war nicht frisch, das Klo stank nach Urin und die Küche war ultimativ grindig. So verließen wir nach einer Nacht in der Früh still und heimlich das Zimmer und buchten uns eine andere Unterkunft. Auf San Cristobal machten wir eine 360 Grad Tour, auf der man mit einem Boot die ganze Insel umfährt und an vielen coolen Spots stehen bleibt. Wir waren wieder ein paar mal schnorcheln, sahen vieeeeeeele Vögel und coole Felsformationen. Am letzten vollen Tag besuchten wir noch ein Museum, eine mega schöne Bucht und einen Strand vooooolllller Seelöwen, von denen es hier auf San Cristobal am meisten gibt. Das sind echt so süße Viecher, ur verspielt lassen sie sich von den Wellen hin und herspülen und teilweise sahen wir sie sogar “surfen”. Auch an Land sind sie nicht ganz so unfähig wie ihre Verwandten Robbenarten.
Nun sitzen wir schon wieder im Flieger nach Quito. Ich hoffe (und glaube) ich werde die Zeit hier nie vergessen.
Unterschiedlichen SchildkrötenpanzerLaguna Ninfa auf Santa Cruz, hier erspähten wir das erste Mal eine Meeresschildkröte beim LuftholenHab versucht sie mit dem Fernglas zu erwischen Weg zur TortugabayEndlos weißer StrandRiesenschildkröte bahnt sich ihren Weg durchs Dickicht, sie werden auch die Gärtner v. Galapagos bezeichnet, weil sie Pflanzen niederreißen und in ihrem Kot etliche Samen sind die neues entstehen lassenSaying hello to new touristsLas GrietasAusblick richtung HafenAnlegestelle in Puerto Villamil ist belagertBisschen getarnt aber unser erster Patas Azules
Es kämen eigentlich noch richtig viele Fotos aber irgendwie sagt mir die App der storage von meiner Site ist voll… ich bin grad zu müde um mich damit zu beschäftigen also werd ichs mir morgen anschaun 🙈
Ok habs doch noch schnell nachgeschaut, anscheinend hab ich den ganzen storage space für Media im gratis Blog aufgebraucht, mehr Speicherplatz würde 48€ kosten… Mal schaun, vielleicht mach ich auch einfach konstisadventures2…
Nach grausamen 14,5h sind wir in Montañita angekommen. In dem ursprünglich fast vollem Bus, war außer uns nur mehr eine andere Person. Dabei soll dies doch der beliebteste Strandort und normalerweise ein richtiges Partydorf sein. Wie sich herausstellt, war das bereits ein Omen für die Situation hier, aber mehr dazu gleich. Unser Hostel war am nördlichen, ruhigeren Ende des Orts und sehr schön gestaltet. Die Managerin war so freundlich und hat uns das Zimmer gleich zur Verfügung gestellt obwohl es noch zu früh für den eigentlichen Check-In war. Ob wir so fertig ausgeschaut haben? Wir nahmen jedenfalls dankend an, und gingen erstmal duschen. Nach einer kurzen Erholung, machten wir uns auf den Weg ins “Zentrum” um etwas zu frühstücken. Am Strand entlang, dauerte der Weg ca. 15 Minuten. Der Strand ist zwar nicht so idylisch und malerisch wie in Kolumbien an der Pazifikküste, aber dennoch schön groß, feiner Sand, eher wenig Müll und viele coole Strandbars/Restaurants. Nachdem wir an 3 Diskotheken und etlichen Cocktail-Standerln vorbeikamen, fanden wir ein zwei Häuserblöcke Dorfeinwärts ein sehr nettes Cafe. Gestärkt ging es zurück auf den Strand, die Sonne kam hinter den Wolken hervor, also checkten wir uns um 5$ 2 Liegen und einen Schirm. Bei unseren ersten Badegängen, machten wir die unangenehme Bekanntschaft mit kleinen miesen Quallen, aber die Stiche waren alle im Endeffekt recht harmlos und nach 10-50 Minuten (je nach Quallenart) vergessen. Am Nachmittag holten wir im Zimmer etwas Schlaf nach, bevor wir nochmal ins Dorf aufbrachen um unseren ersten Sonnenbrand mit Aftersun zu versorgen. Beim Sonnenuntergang schauten wir den locals beim Beachvolleyball zu, zu müde um selber zu spielen, wollten wir sie doch die nächsten Tage mal herausfordern. Meinen Geburtstag beendeten wir mit einem sehr köstlichem Abendessen und 1-2 guten Drinks.
So ging es dann die nächsten Tage dahin, 1 Mal hatten wir 1,5h Surfunterricht, 1 Mal machten wir Yoga, sonst chillten wir am Strand, ließen uns von den Wellen durchbeuteln, borgten uns auch noch selber Surfbretter aus, spielten Karten und lasen Bücher, spielten Beachvolleyball gegen die Einheimischen. Besonders die Rettungsschwimmer waren ziemlich gute Spieler. Das was wir so von deren Leben mitbekamen, wirkte ziemlich genial: mit ihren Kumpels am Rettungsschwimmer-Turm chillen, nach Lust und Möglichkeiten Surfen gehen, jeden Tag um 16:30 Beachvolleyball…
Abends gingen wir immer überraschend gut essen, das berühmte Nachtleben Montañitas bekamen wir allerdings nicht zur Sicht. Es war abgesehen von Samstag echt wenig los hier, die Küstenregion ist eindeutig am stärksten von der aktuellen Situation und dem damit einhergehenden Toursimusschwund getroffen, und es gab so ein krasses Überangebot an Gastro, Unterkünften, Surfschulen und Clubs, dass die meisten sehr mager besucht waren.
Es war wiedermal ein unglaublich schöner Zwischenurlaub. So schön, dass er uns unsere Post-Ecuador-Pläne überdenken ließ. Wir sind uns immer noch nicht sicher was wir machen wollen, Bolivien war lange Zeit das Ziel, dort gäbe es ziemlich viel coole Natur/Sachen zu machen, aber keinen Strand… Ein bisschen Zeit haben wir ja noch zu Überlegen. Jetzt sitzen wir gerade im Nachtbus zurück nach Quito, Montag müssen wir ja erst Nachmittags in die Klinik. Die gefürchteten 14,5h scheinen diesmal nur etwa 12h zu sein. Nächsten Sonntag (ich traus mich ja schon fast nicht mehr zu sagen) gehts weiter mit coolen Erfahrungen, denn da steht Galapagos am Plan. Ich hoffe, allen die diesen Blog lesen geht es gut, vermisse euch schon ein wenig.
BirthdaybrunchDie gabs gratis beim Hostel zum ausborgen :dFür das Feld, die Linien, und das Flutlicht haben die locals zusammengelegt. Gespielt wird umsonstAbendstimmungPersisch stand auch wieder am ProgrammHostelHostelDie besten Surfer waren näher bei der KlippeVorherNacherUnser schirmchen
Gut wieder in Quito angekommen, sind wir Montags vor der Arbeit/Uni (Nachmittagsdienst) brav in die Bibliothek gefahren, um ein bisschen was an der Diplomarbeit weiter zu bringen. Das Motto der restlichen Woche war: chillen, Volleyball, Telefonate in die Heimat.
Am Wochenende hat es uns für eine Nacht in den Nebelwald von Mindo verschlagen. Nach einer relativ kurzen Busfahrt (2,5h), kamen wir Samstag Mittag in dem süßen Dorf an. Unser kleines Hostel wurde von einem sympathischen jungen Kerl betrieben, leider leidet die touristische Branche sehr unter der politischen Situation, weshalb wir die einzigen Gäste waren. Wir legten unsere Sachen nur kurz ab und machten uns auf den Weg was zu Essen zu finden. Wir fanden ein nettes kleines Lokal betrieben von einem älterem persischen Paar und genossen zur Abwechslung die Wahl aus zahlrreichen vegetarischen Optionen. Anschließend bummelten wir ein bisschen durch das Dorf, wurden dann aber von einem Platzregen in ein Cafe getrieben (so ein Pech). Dort erhielten wir gute Empfehlungen um uns den restlichen Tag die Zeit zu vertreiben. Trotz leichtem anhaltendem Regen, zogen wir los um den Wald etwas zu erkunden. Im Endeffekt hat es bald aufgehört/nur mehr getröpfelt und wir waren dafür ganz alleine auf den Wanderwegen unterwegs! Es war ein bezaubernder Wald, gefüllt von Vogelgeräuschen (ein paar haben wir sogar erblickt). Den Abend ließen wir bei ein paar Bier und mittelmäßigem Essen ausklingen.
Am nächsten Tag machten wir noch eine Wanderung entlang vieler Wasserfälle, begleitet von unserem treuen Wegweiser Hans. Als wir erschöpft wieder in dem Dorf ankamen, retraceten wir unsere steps vom Perser zum Cafe. Wir kauften im Dorf noch unser Busticket nach Quito und gingen noch kurz ins Hostel zurück, an dem der Bus sowieso vorbei fuhr. Wir unterhielten uns noch kurz mit dem Gastgeber Mateo und waren beide etwas traurig als wir hörten, dass er das Hostel erst kurz vor dem Gefängnisausbruch eröffnete und zum Beispiel an dem Abend gar keine Gäste hatte :(. Es war ein kurzer Ausflug in die Natur, aber sehr schön und gut tuend.
Nun sitzen wir am Busbahnhof Quitumbe und warten auf den Nachtbus nach Montanita, wo wir bis Sonntag bleiben werden. Sommer, Sonne, Strand, Surfen, Schlafen, Syoga, und mehr 😀 Ich wollte gerade schreiben, dass es das erste Mal ist, das ich in der Nacht vor meinem Geburtstag in einem Zug/Bus/Flugzeug/etc. bin, aber das stimmt gar nicht, in der 7. Klasse verbrachte ich die Nacht im Zug nach Rom. Lustig… Anyways wir freuen uns beide schon sehr (nicht auf die Busfahrt 🫠)
Wir haben versucht aus Zuckerrohr Panela zu machen, um dann daraus die Limonade Aguapanela zu machen. Rausgekommen sind 2 kleine Gläser 🥴Lustige BäumeNebelwald ist ein sehr passender NameKleines Capybara (glaub ich)Cute doggoMichelada 😅Ausblick beim FrühstückHans waiting his turnHelpAja, auf einem Fußballmatch waren wir auch, war cool! 🙂Und ich hab Blumen und Geburtstagsmuffins von meiner besseren Hälfte bekommen 🥰
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. In Shell war eigentlich alles noch recht fortschrittlich und das Krankenhaus war zwar ziemlich klein aber sehr sauber und ganz nett gestaltet. Fortschrittlich soll heißen, es wurde immerhin mit Computer gearbeitet, nicht ganz so fortschrittlich waren dafür die Rollstühle (siehe Fotos). Das Krankenhaus hat auch schon mal aktivere Zeiten gesehen, so stehen die Stationszimmer die meiste Zeit leer und auch die beiden Operationssäale werden nur semiregelmäßig bespielt. Früher war das Krankenhaus das einzige hier in der Umgebung, außerdem war bis vor kurzem ein Dr. Wolff Chefarzt, der anscheinend viel operierte und extra seinetwegen kamen damals viele Patienten nach Shell. Treibende Kraft ist hier der Niederländer Dr. Jacob Bezemer. Vater von 6, Priester einer Kichwa Gemeinde (in der er auch lebt), Missionar, Leishmaniose-Experte und seit 10 Jahren unbezahlter Arzt in Shell. Er ist zwar ein etwas merkwürdiger Mann, aber man kann viel von ihm lernen und er ist auch sehr freundlich. Montag und Dienstag verbrachten wir viel Zeit in seinem Ambulanzzimmer, um noch so viel wie möglich zu lernen bevor wir tiefer in den Regenwald aufbrechen (mit manchen Patienten redete er Kichwa, da erklärte er uns dann im Nachhinein den Fall). Wir haben auch direkt am ersten Tag einige seltenen Krankheiten gesehen: Leishmaniose, ausgeprägter Pilzbefall, Denguefieber, Miasislarve im Auge. Im Prinzip war aber nicht sehr viel los in der Ambulanz, was uns ermöglichte an den Nachmittagen ein paar der unzähligen Wasserfälle zu erkunden.
Am Mittwoch ging es dann kurz nach 7:00 los mit 2 Autos nach Arajuno, ein kleines Dorf das aber doch immerhin per asphaltierter Straße zu erreichen war und wo es zumindestens ein paar Geschäfte usw. gab. Organisiert wurde das ganze von einer evangelischen Organisation (Compassion Ecuador), deren Einheimischen Mitarbeiter uns organisatorisch unterstützten. Unser Feldquartier war eine Schule, in dessen größten Raum ein paar Stofffetzen als Raumteilung hingen und Plastiksessel und Stühle standen. Untersuchungsliegen gab es keine, falls notwendig wurden die Kinder gebeten sich auf den Tisch zu legen. Jedes Kind wurde zuerst abgewogen und vermessen, eines der Hauptaugenmerke war die Kontrolle des Wachstums mit altersentsprechender Wachstumskurve. Außerdem bekamen sie alle 10 Paracetamol geschenkt, sowie eine einmalige Entwurmungstherapie. Die meisten Kinder waren zwischen 8 und 15 Jahren alt, einige (Teenage)-Mütter kamen auch mit ihren Säuglingen.
Für den Doc Jhon, die Krankenschwester Naty, 2 Mitarbeiter:innen von Compassion und uns Zwei ging es jedoch dann nochmal mit einem Taxi weiter zur Atakapi-Gemeinde. Dafür mussten wir ungefähr 1,5h eine nur mit 4WD bewältigbare Schotterstraße entlang fahren und auch 2-3 Flüße durchfahren. Der letzte Fluß erwies sich als zu tief, sodass wir zu Fuß queren mussten und dann noch ca 20 Minuten gingen. Angekommen in der Gemeinde, rief Raul alle Kinder in die Versammlungshütte und es wurden erstmal 2-3 christliche Kinderlieder gesungen. Dann bekamen wir leckeres (🥲) Amazonasessen aufgetischt, wir bekamen in Shell erklärt, dass es in deren Kultur mega unfreundlich ist, etwas Angebotenes abzulehnen, daher blieb uns nicht viel anderes über als reinzuhaun. Danach ging es schon ans Werk. Die kleine Dorfkapelle wurde zur Ambulanz umfunktioniert, Jhon erklärte uns sehr kurzgehalten was wir überhaupten bei den Kindern machen sollten und los gings. Da es nicht viel Platz gab, saß Jhon uns aber ohnehin gegenüber und konnte uns immer helfen wenn wir mal nicht weiter wussten. Insgesamt waren wir schon sehr überfordert, aber taten unser Bestes den allgemeinen Gesundheitszustand der Kinder einzuschätzen, und dementsprechend die notwendigsten Therapien/Diagnostik zu verschreiben. Wir hatten auch gar nicht viel medizinische Ausrüstung mit, das Ziel war demnach nicht vor Ort zu Therapieren. Grundsätzlich muss man leider sagen, dass die Kinder schon großteils untergewichtig waren (auch wenn ich mir unsicher bin ob die Wachstumskurve an die ecuadorianische Durchschnittsgröße angepasst wurde). Außerdem hatte fast jedes Kind Husten, Bauchweh oder sonstige kleinere Beschwerden. Nach grob 4h und 40 Patienten, waren wir fertig und es hieß wieder zurück zum auf uns wartenden Taxi. Am Rückweg blieben wir noch bei einem Haus stehen, dessen beiden Kinder nicht erschienen sind. Sie waren auffindbar, daher schauten wir sie mitten auf der “Straße” noch kurz an. Das eine Kind hat Trisomie21 und bräuchte dringen regelmäßige Sprachtherapie, der Weg nach Shell/Puyo sei aber zu schwierig sagten die Eltern :(. Um ca 20:00 waren wir dann zurück in Arajuno und erfuhren nach einem wohltuenden Abendessen, dass wir doch nicht in Zelten auf dem Fliesenboden schlafen müssen, sondern in einem Hotel untergebracht werden. Die Freude über eine Dusche und ein Bett war groß.
Am nächsten Tag musste ein bislang unerwähnter Arzt und zwei “KPJ”-Studentinnen prüfungsbedingt um 10:00 wieder zurück fahren, also wurden wir voll eingespannt. Von ungefähr 9:30 bis 19:30 haben wir durchgehend mit nur einer einzigen Pause fürs Mittagessen Kinder untersucht. Die nicht ganz so hohe Patientenzahl in unserem Ambulanz”zimmer”, lag daran, dass der Doc Jacob immer noch einmal drüber schaun wollte und wir öfter mal ein wenig auf ihn warten mussten. Aber dadurch haben wir auch strukturierter und ordentlicher arbeiten können, als am Vortag, wo alles sehr improvisiert, wild und unbürokratisch ablief. Jedenfalls schafften wir 28 Kinder, von denen einige gesundheitlich etwas besser dran waren, als die Kinder aus Atakapi, aber dennoch die Armut spürbar war. Etwas, was ich nicht vergessen werde, ist, dass wir die Frage “Hast du schon Kinder?” bei 14 jährigen Mädchen nicht alibi-halber gestellt haben. Achja, als weniger traurige Anmerkung werde ich auch nicht vergessen, dass Doc Bezemer manchmal Patienten um Erlaubnis bat, für sie zu beten. Nach getaener Arbeit gings wieder zurück ins Hotel, Duschen, Schlafen.
Am nächsten Tag haben wir schon um 8:00 begonnen und hätten eigentlich geplant gehabt um 14:00 abzureisen. Aufgrund von einer Fehlkommunikation wurde den Gemeinden aber gesagt, dass wir bis um 18:00 da bleiben würden. Gegen 16:00 kamen dann allerdings keine neuen Patienten mehr, so dass wir anfangen konnten abzubauen. An diesem Tag schafften wir 20 Patienten. Insgesamt waren es um die 350-360 Kinder, die untersucht wurden. Ich glaube, Viktoria und ich haben einiges gelernt in diesen Tagen, unter anderem auch selbstständiges Arbeiten und Diagnose mit limitierten Mitteln. Es war eine wirklich coole, unvergessliche und bewegende Erfahrung und ich bin sehr dankbar, dass uns diese ermöglicht wurde. Saumüde, fielen wir Freitagabend ohne Abendessen um kurz nach 20:00 zufrieden ins Bett.
Samstag frühstückten wir im Cafe von einem amerikanischen Missionär und schauten uns dann noch zwei Tourispots in der Umgebung an um auch bisschen was von der Gegend gesehen zu haben. Abends freuten wir uns auf eine Pizza in einem Lokal, dass uns von einem Mitarbeiter aus dem Hospital Shell empfohlen wurde. Leider war sie nicht sonderlich gut… Und jetzt sitzen wir gerade im Bus zurück nach Quito. Sonderlich freuen tun wir uns nicht auf die Klinik, aber als Lichtblick dient unser baldiger Urlaub auf den Galapagosinseln (28.4.-6.5.).
Mikrowelle, äääh Neugeborener-InkubatorImprovise-adapt-overcomeDoc Jacobs AmbulanzzimmerCascada los kilosEl Pailon del DiabloFeldquartier ArajunoHä wie jetzt, das sollen wir essen?Rüsselkäferlarven mit PalmitoAbendstimmung in AtakapiDer ursprüngliche SchlafplatzChefarzt Konsti am Werk 🤓“Sterile” BajalenguasEtwas fertig mim LebenGanz li. Jhon, 3. v. li. Naty, mittig JacobGeiloMirador IndichurisCascada Hola VidaBeautiful parrotsWaiting for the bus
Jeder Tag hier ist aufregend, spannend und schön, da fehlt einem teilweise fast schon die Zeit um über Erfahrenes zu reflektieren und es zu verarbeiten! Aber ich will mich nicht beschweren, es ist ein Problem, das man gerne hat. So sind wir zum Beispiel knappe 24 Stunden nachdem wir auf 4790 Meter gestiegen sind, bereits wieder im Amazonasbecken und starten hier ins nächste Abenteuer.
Aber gut, schön der Reihe nach. Die Arbeitswoche in Quito verlief noch gemütlich, am Donnerstag verabschiedete ich mich vom Neurologie-Team, ich habe viel gelernt und es waren lauter nette Leute! Mittwoch war wiedermal Volleyballtraining, diesmal nur zu 4. mit zwei jungen Jugendlichen die wir ohne Zurückhalten fertig machen durften, da sie sich auf ein Turnier vorbereiteten🤷🏻♂️
Am Freitag hieß es dann mit den 7 Sachen aufbrechen nach El Chaupi, ein mini Ort zwischen den Iliniza-Zwillingen und unserem Ziel, El Corazón. Doch am Weg zum südlich gelegenen Busbahnhof, schauten wir uns noch den Osterumzug an. Warum genau hier sich-peinigende lila KuKluxKlanmitglieder durch die Straßen zogen kann ich euch nicht erklären, anscheinend ist es irgendeine alte aus Spanien stammende christliche Tradition. Es war jedenfalls recht unterhaltsam. Dann ging es mit dem Bus nicht ganz 1,5h in den Süden. In dem kleinen kalten (!) Dorf angekommen, genossen wir erstmal ein bizzares (Nach-)Mittagessen, um welches wir uns mit den Straßenhunden streiten mussten (die waren eigentlich eh ganz lieb). Der Kälte geschuldet trieb es uns dann bald in den einzigen beheizten Raum der Unterkunft, den Aufenthaltsraum/Esszimmer. Nach dem Essen kamen wir noch mit einem dort aushelfendem Linzer ins Quatschen, er machte uns mächtig Sorgen bezüglich der Plausibilität des Besteigens des El Corazón ohne Bergführer und Helm. Wir liesen uns jedenfalls nicht davon abhalten es trotzdem zu probieren und gingen mit der Einstellung hinein nichts zu riskieren und im schlimmsten Fall früher umzukehren.
Als wir am nächsten Tag nach einem nahrhaften Frühstück bei strahlendem Sonnenschein uns auf den Weg machten, waren wir guter Dinge. Beim Eingang in das Gebiet/den Nationalpark, sagte uns der Guide nochmal ausdrücklich, dass man ohne Helm nicht auf den Gipfel soll/kann. Wir sagten “Jaja wollen wir eh nicht” und wurden hineingelassen. Beim Aufstieg durch das sanfte Paramo-Gelände wurden wir durch die gut ausgerüsteten anderen Gruppen noch ein wenig weiter verunsichert. Nachdem wir das erste steile Stück auf den Grad des Berges hinauf gut überstanden haben, dachten wir uns die sind alle extreme Hosenscheißer. Als wir dann den restlichen Grad bei geschätzter Sichtweite von 5-10 Metern bewältigten, stellte sich heraus, dass vielleicht doch etwas dran war an all den Empfehlungen. Nichts desto trotz erreichten wir den Gipfel erfolgreich (auch in einer ganz guten Zeit) und kehrten heil wieder zurück. Nach ca 1000 Höhenmeter (von 3700 auf 4790 und wieder zurück) und ungefähren 14km Distanz, waren wir froh als uns 3 Ecuadorianerinnen die 6km vom Parkplatz bis zur nächsten Bushaltestelle mitnahmen. Von dort hatten wir recht Glück mit den Verkehrsmitteln und waren dann relativ zeitig wieder in unserer Wohnung. Gekocht hatten wir schon im vorhinein, also hieß es nur mehr entspannen und Füße baumeln lassen.Doch allzu lang war die Entspannung nicht, den am Sonntag hieß es 5-6h mit dem Bus nach Shell zu fahren (zuerst durch die Avenida de los volcanos und dann durch die Ruta de las Cascadas, eigentlich eine schöne Strecke:)), damit wir dort bevor das Spital um 17:00 zusperrt unsere (getrennten) Zimmer beziehen können. Gut angekommen, waren wir erstmal ein bisschen erdrückt von der Hitze und Luftfeuchtigkeit, und suchten vergebens nach einem netten Cafe im Ort um ein wenig runter zu kommen. Wir fuhren dann Abends noch mit einem ecuadorianischen Kommilitonen nach Puyo (ca 15. min entfernt und schon eher eine Kleinstadt) um uns dort mit einer weiteren Studentin und einem Assistenzarzt zum Abendessen zu treffen. Oder so dachten wir. Die beiden waren beim Antreffen nämlich schon etwas beduselt und es ging auch gleich flüssig weiter. Geendet hat der Abend schließlich weil den anderen das Geld ausging und wir schon Sorgen hatten, ob wir in den Beifahrersitzen vom Doc noch heil in Shell ankommen. Es war ein lustiger Abend, aber die Autofahrt war schon etwas kritisch.
Montag und Dienstag waren wir im Spital Shell, genauerer Bericht dazu kommt noch aber es war sehr cool und es taugt uns hier! Morgen früh geht es los nach Arajuno um dort ungefähr 400 Kinder durchzuchecken. Geschlafen wird wohl in Zelten/am Boden auf Matratzen und auch sonst werden es glaub ich sehr aufregende Tage!
No excusesMahlzeit, in dem Dorf gabs sonst ned vielIm Vordergrund der lebhafte Hauptplatz El Chaupis, im Hintergund die Ilinizas-ZwillingeEl Corazón, wir sind von links unten den ganzen Grad bis zum höchsten Punkt entlang gekraxeltIm Taxi zum Trailhead erblickten wir unser nächstes Ziel, CotopaxiBääääh, oder hier: el bäääho ParamoThe road ahead“Nicht runter schaun”Lo logramos!Wenn man mal was sah, war die Aussicht einzigartigUnsere Unterkunft beim SpitalZimmer teile ich mir mit JoseQuasi gleich um die Ecke vom Spital schauts so aus
Nach der aufregenden Zeit im Amazonas mussten ich mich Dienstag nach der Arbeit erstmal ordentlich ausruhen. Mittwoch stand wieder Volleyball am Plan. Von der Kondition/Ausdauer her ging es dieses Mal schon ein bisschen besser. Donnerstag waren wir nach der Arbeit ein bisschen in der Altstadt schlendern und mega guten Kaffee schlürfen (eher die Ausnahme hier). Freitag hatte ich erst am Nachmittag Dienst, daher bin ich am Vormittag nochmal auf den Ruco Pichincha gegangen 😀 Die erhoffte Aussicht auf das umliegende Land blieb mir leider größtenteils verweigert. Dafür sah ich beim Aufstieg nur 2 andere Personen, die mir entgegenkamen, und auch beim Abstieg dauerte es bis mir welche entgegenkamen. Somit war ich sehr lange alleine auf dem Berg unterwegs, teils bei dichtem Nebel, was irgendwie ein sehr erfrischendes Gefühl war. Gut wieder unten angekommen war der restliche Arbeitstag zwar etwas anstrengend, dafür sind wir am Abend wieder geile Pizza essen gegangen!
Am Samstag haben wir einen Ausflug mit dem Fahrrad gemacht, entlang einer alten Zugstrecke, welche früher Quito mit dem Nordosten verbunden hat. Zuerst ging es durch die Hintergärten einer Vorstadt Quitos (oder zählt es noch zu Quito? idk…), entlang etlicher prächtigen gated-communities, bis wir uns hinab in die Schlucht des Flusses Chiche stürtzten. Auf der anderen Seite ging es wieder bergauf, durch einige alte Tunnel mit fehlender Beleuchtung. Etwas creepy in kompletter Dunkelheit zu fahren, aber es gab zum Glück keine unerwarteten Löcher 😅
Sonntag war auch wieder gemütlich und wir verbrachten einige Zeit damit, unseren Trip an die Küste kommendes Wochenende zu planen. Doch so eben hat ein Gespräch mit unserer Vorgesetzten die Pläne geändert, wir werden stattdessen ein Team an Ärztinnen in den Regenwald begleiten, wo 400 Patientinnen auf uns warten. Das ganze beginnt am Sonntag und am Donnerstag sollten wir wieder zurück sein. Wir sind schon gespannt wie ein Bogen. 🏹
Good coffee with good viewMusikvideodrehSicht beim AufstiegUnd am GipfelDann doch kurz einen Teil von Cotopaxi erblicktBikingStockfinsterUnsere RouteYammi
Die letzte Arbeitswoche verlief unspannend. Nach einem Wochenende voller Exkursionen hat es uns beide eher weniger gefreut, als wir dann aber ein Gespräch mit unserer Vorgesetzten hatten, veränderte sich die Stimmung wieder. Denn wir bekamen das O.K. immer wieder mal Tage zu fehlen (nicht der MUW weitersagen ;)) und es wurde auch über die Möglichkeit, in einem im Osten liegenden kleineren/ärmeren Spital 1-2 Wochen zu arbeiten, gesprochen.
Relativ spontan also, beschlossen wir mit Magdalena (der Deutschen aus dem KH) und ihren beiden Freundinnen, die zu besuch waren, Donnerstag Nacht die lange Reise in den Nationalpark Cuyabeno zu begehen. Davor hieß es noch, uns beim Handwerksmarkt mit 1-2 passenden Kleidungsstücken auszustatten und am Mittwoch luden wir die Mädls noch zu uns zum Abendessen ein um alles noch zu besprechen und auch so einfach zu quatschen.
Bevor die 9-10 stündige Fahrt mit dem Nachtbus losging, powerten wir uns noch bei einem Beachvolleyballtraining aus. Es hat mir mega Spaß gemacht und wir werden nun wahrscheinlich wöchentlich hingehen, aber puh ich hab richtig stark gekeucht, sich 100% zu akklimatisieren dauert halt doch sehr lange. Trotz körperlicher Erschöpfung war die Busfahrt sehr anstrengend, die Straßen waren teilweise mega schlecht ausgebaut, so dass es sich anfühlte als wäre man auf einem Schiff, und die Kopflehnen leider so, dass man nicht gut schlafen konnte. Letztendlich kamen wir dann so gegen 9:30 am Ziel an, einer Brücke über den Rio Cuyabeno. Dort warteten wir auf unseren Weitertransport per Boot und bekamen einstweilen ein sehr uninspiriertes Frühstück. Um ungefähr 11:30 kam unser Guide dann eine Fuhr Touristen abladen und uns aufladen. Dann hieß es schön gemütlich den Fluß abwärts tuckern und bereits die ersten Tiere entdecken.
Und zwar über die ganze Zeit hinweg haben wir folgende Tiere gesehen: 8 Affenarten (Kapuzineraffe, Totenkopfaffe, Roter Brüllaffe, Nachtaffe, Halsband-Springaffe, Wollaffe, roter Springaffe), 3 verschiedene Kaimane (black, dwarf and spectacled), 4 Schlangenarten (Regenbogenboa, Amazon tree boa, grünkopf Baumnatter und große Anakonda), ein paar Frösche, Amazonasdelfine, Dreifingerfaultiere, Taranteln, Skorpionspinnen, Wolfsspinne, tropische Riesenameisen, Gottesanbeterin und ganz viele Vögel (Weißbrusttukan, Rotbrustfischer, Oropendola, Riesen-Ani, Gelbbürzelkassike, Schlangenhalsvogel, Marmorreiher, Zigeunerhühner, Riesentagschläfer, Schwarzkehlkardinal, Braunschwanzsittich, blueyellow macaw und noch ein paar mehr). Fotos habe ich leider nur von einem Bruchteil, da mein Handy auf eine Distanz von mehr als 5 Meter kack Fotos macht.
Das Quartier wo wir untergebracht waren, ist super schön. Es gab immer voll gutes Essen und es gab auch mehrere Hängematten, Sprungbrett, Stand-Up-Paddleboards usw. Wie fast alle Lodges waren wir direkt am Fluss, was für gute Aussichten sorgte. Wir unternahmen 2 Hikes durch den Regenwald, unser Guide war ein sehr kompetenter und lustiger Indigener (Siona People) der uns immer sehr viel erklärte. Einmal besuchten wir sein Dorf (Tarabeaya) und machten dort mit seiner Schwester selber “Brot” aus Yuca und hörten einem kurzem Vortrag vom Schamanen zu. Geheilt wird hier mit Hilfe der Geister und mit denen tritt man via Ayahuasca in Kontakt (wächst anscheinend nicht natürlich sondern wird von Schamanen angebaut). Außerdem gibt es gegen geläufigere Krankheiten (Husten, Bauchweh, Kopfweh usw) verschiedene Alkoholinfusionen, welche man stamperlweise trinkt, dann schön brav das Glas umdrehen und sich bei der Mutter Erde (Pachamama) bedanken. Zwei Mal fuhren wir zur nahe gelegenen Lagune um zu Baden, morgens machten wir zwei Mal eine Ausfahrt zum Birdwatching mit dem Boot, und auch nachts treibten wir uns im Regenwald herum.
Es hat auch gar nicht so viel geregnet wie ich dachte und auch Mosquitos gab es gar nicht soviele, feucht war es aber schon sehr und heiß auch. In dem Reservat schauen sie auch sehr auf die Natur, Aktivitäten wie Piranhafischen und Jagen grundsätzlich sind strengsten untersagt (in Kolumbien zb. eine Touriattraktion) und auch sonst wird sehr auf die Natur geachtet (soweit das halt geht und man als Tourist sie trotzdem besichtigen kommen kann. Unsere Gruppe war sehr lustig und es war insgesamt eine wirklich einzigartige und unglaublich schöne Zeit. Ich bin sehr dankbar, dass ich so einen schönen und unbefleckten Teil unseres Planeten sehen durfte 🙂
GrünkopfbaumnatterTotenkopfaffe (sind in Gruppen von 50-200 unterwegs)Unser Dock (mit Sprungbrett, loved it)So lässt sich der morgendliche Kaffee genießen (auch wenn er ned sonderlich gut war)Ausblick beim kaggenTarantelBulletants (tun angeblich höllisch weh)Yucabrot mit Fisch und SalatTeil unserer UnterkunftBei einem Hike waren wir bis zu den Oberschenkel im WasserCordyceps-ZombiepilzWir beide, die 3 Deutschen (hinten Anne, vorne Anna, rechts Magdalena) und rechts vorne die Britin KatAm SUP wars mega, wir haben uns dann bei so einem umgefallenen Baum eingehakt und einfach die pure Natur und Geräusche genossenCutest Snake everCa 4m KaimanStimmung beim BirdwatchingUnser Guide CarlosAnakondaPause auf der Heimfahrt (13h von Tür zu Tür)
Morgentlich erinnert eine kurze Lektüre und ein kleines Gebet an die christlichen Grundsätze des Krankenhauses. Hier ein paar der Eigenheiten auf die wir uns erst einlassen mussten: Das Spital ist gegen Abtreibung, die Mitarbeiter müssen immer mit gebügelter Kleidung kommen und auch sonst sehr gepflegt ausschauen, man darf das Krankenhaus während der Dienstzeit nicht verlassen, die Assistenzärzte hier müssen 80h Wochen arbeiten und kriegen dafür noch kaum/gar nichts bezahlt.
Es sind aber alle sehr nett zu uns und sie kümmern sich auch mehr um uns als das bis jetzt in Wien der Fall war. Wir haben einen recht getakteten Stundenplan von unserer “Vorgesetzten” bekommen, aber sie sind zum Glück mit uns nicht so streng. Dennoch stehen wir im dunklen auf und müssen fast jeden Tag um 6:45 umgezogen in der Bibliothek sein. Zum Glück brauchen wir mit dem Bus nur so 15 Minuten in die Arbeit (um 35 Cent pro Fahrt). Die meisten Abläufe sonst sind eigentlich recht ähnlich zur Heimat, höchstens ein paar Medikamente und Leitlinien sind etwas anders. In der Ambulanz nehmen sich die meisten Ärzt:innen Zeit um uns Sachen zu erklären. Mit dem Spanisch geht es eigentlich ganz gut, nur merke ich, dass es einfach sehr anstrengend ist, einige Stunden konzentriert einer anderen Sprache zuzuhören.
Wir genießen die Wohnung und Umgebung in unseren freien Zeit. Im Parque Carolina lasst es sich schön chillen und spazieren. Mittags essen wir meistens in der Kantine. Abends kochen wir. Manchmal fahren wir mit dem Bus in ein anderes Viertel um dort einen Kaffee zu trinken oder doch mal auswärts Abend zu essen. Supermärkte, Obst/Gemüsestandln und auch sonst ist alles in der Nähe von uns vorhanden. In der Früh hängt meistens ziemlich der Nebel in der Stadt, aber die letzten paar Tage hatten wir doch einige Sonnenstunden. Am Donnerstag waren wir mit einer Deutschen, die wir im Krankenhaus kennen gelernt haben, und ihrem Gastbruder und noch zwei Freundinnen fort (auf Grund der Ausgangssperre alles zeitlich etwas vorversetzt). Unsicher haben wir uns bis jetzt noch nie gefühlt.
Gestern, Samstag, sind wir morgens um 8:00 mit einer Gondel auf ca. 4000 Höhenmeter gefahren, um dann von dort eine 4 stündige Rundwanderung auf den Ruco Pichincha (4696 Höhenmeter) zu machen. Man hat sehr schön über ganz Quito gesehen, die Aussicht auf die unzähligen anderen Vulkane (unter anderem Chimborazo, der Punkt auf Erden der am nähesten zur Sonne ist) blieb uns leider verweigert. Ich glaub wir waren schon ganz gut akklimatisiert und hatten daher körperlich eigentlich keine Probleme (ok, Viktorias Finger sind zum Schluss etwas angeschwollen). Mir hat es irrsinnig gut gefallen, so schnell aus der Stadt ins Hochgebirge zu kommen und in die Natur einzutauchen.
Heute waren wir bei der Ciudad Mitad del Mundo, eine Touristenattraktion am Äquator. Die Fahrt dort hin war schon mal etwas abenteuerlich, da die Buslinien sehr schlecht angeschrieben sind. Das Gebiet dort war ganz cool, auch mit einer interessanten Ausstellung über die verschiedenen Regionen Ecuadors. Wer wirklich am Äquator stehen will, muss allerdings die “Ciudad” verlassen und etwa 240 Meter in den Norden gehen, das wissen allerdings die wenigsten (glauben wir).
Alles in allem haben wir uns schon sehr gut eingelebt und freuen uns mega auf alles was wir hier noch sehen werden. Das Krankenhaus und das Praktikum freut uns mal mehr und mal weniger, aber das gehört nun mal dazu.
Aja und wir haben heute entdeckt, dass wir ein Fitness-Center im Gebäude haben (gratis zugänglich) und am Donnerstag werden wir in ein Schnuppertraining Beachvolleyball gehen 🙂
Chillen im ParkAm Weg zum 1. Tag PraktikumTherapie-DoggoNierentassen zum runterdrückenSüdliche Hälfte QuitosUnser Ziel verbirgt sichAchtung stacheligDas letzte Stück musste man schon halb kletternGeschafftDie begrüßten uns am GipfelDie ÄquatorlinieDer eigentliche Äquator ist 240 Meter in diese RichtungAngeblich soll man direkt am Äquator ein Ei aufrecht balancieren können (fake news)
Trotz Unfall und einhergehendem Stau im Tunnel am Weg zum Flughafen, ging sich alles gut aus und wir kamen planmäßig um ca. halb 12 in der Nacht in Quito an. Das Flugzeug war mehr als nur halbleer, daher ging auch das Deboarding und die Passkontrolle flott. Wie ausgemacht wartete Fabian, ein gebürtiger Quiteño, auf uns und brachte uns sicher ins Hostel. Dort bat er uns noch im Auto sitzen zu bleiben, während er die Rezeption runter klingelte. Ob diese Vorkehrung der Sicherheitslage geschuldet war, waren wir uns unsicher, da die Straßen aber komplett leer waren, fühlten wir uns nicht unsicher.
Wir hatten ein sehr schönes und großes Privatzimmer, das restliche Hostel wirkte aber nicht super gemütlich, wahrscheinlich auch weil es recht leer war. Den ersten Tag verbrachten wir erkundend in der kolonialen Altstadt; ich gönnte mir ein mega leckeres Schokoeis, wir beobachteten Leute am Hauptplatz, wir verzehrten ein Mittagessen (Suppe, Hauptspeise, Saft) um 2,5$ pro Person, genoßen die Dachterrasse ein wenig und beendeten den Tag in einem coolen und authentischen Lokal, wo das Essen lecker war und auch wieder recht billig.
Am nächsten Tag machten wir eine geführte Walking Tour, welche anders war als erwartet. Es gab viel zu verkosten, von Eis über Schnäppse bis zu Snacks, und auch getanzt haben wir wie die Indigenen. Wir wollten/mussten noch einiges erledigen in Vorbereitung auf Montag, davon war aber nicht alles erfolgreich. Das Abendessen in einer skurilen indisch-angehauchten “Kloster” war leider nicht so gut wie den Tag davor.
Gestern (Samstag), stand der Umzug bevor, zuerst wollten wir aber noch billige Schuhe für die Klinik kaufen, da es dort in der Gegend mehr Ramschgeschäfte gab als wo wir nun wohnen. Als wir an einem Markt vorbei gingen, fiel uns eine Geschichte des Guides ein über Seelenreinigungen die man hier machen kann und wir dachten uns “hüfts nix schodts nix”. Die alte Dame war recht beliebt, aber nach ungefähr einer halben Stunde wurden auch wir gereinigt. Eine sehr interessante Erfahrung 😅.
Die Wohnung ist sehr schön und hell und in einer ruhigen Gegend. Die restlichen Erledigungen konnten wir in einem nahe gelegenen Einkaufszentrum erledigen. Heute verbrachten wir ein wenig Zeit im benachbarten Park “La Carolina” wo echt viel los war. Es gibt sehr viel gratis Sportangebot, außerdem viele Essensstände, aber auch Vergnügungspark-ähnliche Stände. Hat sehr nett gewirkt insgesamt 🙂 Nun gehen wir schlafen, morgen um 7:00 beginnt unser 3 monatiges Praktikum. Wir sind beide etwas aufgeregt, freuen uns aber auch! Es wird wahrscheinlich nicht mehr so viele Updates geben, mal sehen!
Nicht grad das beliebteste Reiseziel zur ZeitHauptplatz (Plaza Grande)Hipster-SafespaceLa BasilicaIndigener TanzLimpia EnergeticaSehr sehr gutes EisLa Carolina