Gracias Pachamama

Die letzte Arbeitswoche verlief unspannend. Nach einem Wochenende voller Exkursionen hat es uns beide eher weniger gefreut, als wir dann aber ein Gespräch mit unserer Vorgesetzten hatten, veränderte sich die Stimmung wieder. Denn wir bekamen das O.K. immer wieder mal Tage zu fehlen (nicht der MUW weitersagen ;)) und es wurde auch über die Möglichkeit, in einem im Osten liegenden kleineren/ärmeren Spital 1-2 Wochen zu arbeiten, gesprochen.

Relativ spontan also, beschlossen wir mit Magdalena (der Deutschen aus dem KH) und ihren beiden Freundinnen, die zu besuch waren, Donnerstag Nacht die lange Reise in den Nationalpark Cuyabeno zu begehen. Davor hieß es noch, uns beim Handwerksmarkt mit 1-2 passenden Kleidungsstücken auszustatten und am Mittwoch luden wir die Mädls noch zu uns zum Abendessen ein um alles noch zu besprechen und auch so einfach zu quatschen.

Bevor die 9-10 stündige Fahrt mit dem Nachtbus losging, powerten wir uns noch bei einem Beachvolleyballtraining aus. Es hat mir mega Spaß gemacht und wir werden nun wahrscheinlich wöchentlich hingehen, aber puh ich hab richtig stark gekeucht, sich 100% zu akklimatisieren dauert halt doch sehr lange. Trotz körperlicher Erschöpfung war die Busfahrt sehr anstrengend, die Straßen waren teilweise mega schlecht ausgebaut, so dass es sich anfühlte als wäre man auf einem Schiff, und die Kopflehnen leider so, dass man nicht gut schlafen konnte. Letztendlich kamen wir dann so gegen 9:30 am Ziel an, einer Brücke über den Rio Cuyabeno. Dort warteten wir auf unseren Weitertransport per Boot und bekamen einstweilen ein sehr uninspiriertes Frühstück. Um ungefähr 11:30 kam unser Guide dann eine Fuhr Touristen abladen und uns aufladen. Dann hieß es schön gemütlich den Fluß abwärts tuckern und bereits die ersten Tiere entdecken.

Und zwar über die ganze Zeit hinweg haben wir folgende Tiere gesehen: 8 Affenarten (Kapuzineraffe, Totenkopfaffe, Roter Brüllaffe, Nachtaffe, Halsband-Springaffe, Wollaffe, roter Springaffe), 3 verschiedene Kaimane (black, dwarf and spectacled), 4 Schlangenarten (Regenbogenboa, Amazon tree boa, grünkopf Baumnatter und große Anakonda), ein paar Frösche, Amazonasdelfine, Dreifingerfaultiere, Taranteln, Skorpionspinnen, Wolfsspinne, tropische Riesenameisen, Gottesanbeterin und ganz viele Vögel (Weißbrusttukan, Rotbrustfischer, Oropendola, Riesen-Ani, Gelbbürzelkassike, Schlangenhalsvogel, Marmorreiher, Zigeunerhühner, Riesentagschläfer, Schwarzkehlkardinal, Braunschwanzsittich, blueyellow macaw und noch ein paar mehr). Fotos habe ich leider nur von einem Bruchteil, da mein Handy auf eine Distanz von mehr als 5 Meter kack Fotos macht.

Das Quartier wo wir untergebracht waren, ist super schön. Es gab immer voll gutes Essen und es gab auch mehrere Hängematten, Sprungbrett, Stand-Up-Paddleboards usw. Wie fast alle Lodges waren wir direkt am Fluss, was für gute Aussichten sorgte. Wir unternahmen 2 Hikes durch den Regenwald, unser Guide war ein sehr kompetenter und lustiger Indigener (Siona People) der uns immer sehr viel erklärte. Einmal besuchten wir sein Dorf (Tarabeaya) und machten dort mit seiner Schwester selber “Brot” aus Yuca und hörten einem kurzem Vortrag vom Schamanen zu. Geheilt wird hier mit Hilfe der Geister und mit denen tritt man via Ayahuasca in Kontakt (wächst anscheinend nicht natürlich sondern wird von Schamanen angebaut). Außerdem gibt es gegen geläufigere Krankheiten (Husten, Bauchweh, Kopfweh usw) verschiedene Alkoholinfusionen, welche man stamperlweise trinkt, dann schön brav das Glas umdrehen und sich bei der Mutter Erde (Pachamama) bedanken. Zwei Mal fuhren wir zur nahe gelegenen Lagune um zu Baden, morgens machten wir zwei Mal eine Ausfahrt zum Birdwatching mit dem Boot, und auch nachts treibten wir uns im Regenwald herum.

Es hat auch gar nicht so viel geregnet wie ich dachte und auch Mosquitos gab es gar nicht soviele, feucht war es aber schon sehr und heiß auch. In dem Reservat schauen sie auch sehr auf die Natur, Aktivitäten wie Piranhafischen und Jagen grundsätzlich sind strengsten untersagt (in Kolumbien zb. eine Touriattraktion) und auch sonst wird sehr auf die Natur geachtet (soweit das halt geht und man als Tourist sie trotzdem besichtigen kommen kann. Unsere Gruppe war sehr lustig und es war insgesamt eine wirklich einzigartige und unglaublich schöne Zeit. Ich bin sehr dankbar, dass ich so einen schönen und unbefleckten Teil unseres Planeten sehen durfte 🙂

Grünkopfbaumnatter
Totenkopfaffe (sind in Gruppen von 50-200 unterwegs)
Unser Dock (mit Sprungbrett, loved it)
So lässt sich der morgendliche Kaffee genießen (auch wenn er ned sonderlich gut war)
Ausblick beim kaggen
Tarantel
Bulletants (tun angeblich höllisch weh)
Yucabrot mit Fisch und Salat
Teil unserer Unterkunft
Bei einem Hike waren wir bis zu den Oberschenkel im Wasser
Cordyceps-Zombiepilz
Wir beide, die 3 Deutschen (hinten Anne, vorne Anna, rechts Magdalena) und rechts vorne die Britin Kat
Am SUP wars mega, wir haben uns dann bei so einem umgefallenen Baum eingehakt und einfach die pure Natur und Geräusche genossen
Cutest Snake ever
Ca 4m Kaiman
Stimmung beim Birdwatching
Unser Guide Carlos
Anakonda
Pause auf der Heimfahrt (13h von Tür zu Tür)

2 thoughts on “Gracias Pachamama

  1. _… _schöne, passende überschrift: danke, mutter erde! unglaublich was ihr im amazonas erleben, sehen durftet. und mutig dazu… ins wasser springen, alleine den fluss entlang paddeln…das obwohl es dort kaimane und andere tiere gibt🙈 ich bin der modernen technik dankbar dass ich eure reisen so begleiten darf: eure berichte gespannt lesen und eure fotos bewundern! Ich freu mich für euch😍

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