All things come to an end

Ups ich dachte ich hab den Post schon hoch geladen 🤦🏻‍♂️ ich wollte ihn eig gestern hochladen

Wieder ein Jahr vorbei. 2019 werde ich 20 Jahre alt 🙊🙊. Ich wünsch euch allen einen lustigen 31. und einen schönen 1.1.2019, prospero año nuevo.

Meine letzten beiden Tage in Bogotá gingen entspannt vorrüber. Gestern wurde ich um 11:30 aufgeweckt weil ich um 12:00 auschecken musste. Schuld war ich selbst, ich buch immer nur eine Nacht und verlängere in der Früh. Bislang hat das (glaub ich) jedes Mal funktioniert, ich habe aber missachtet, dass zur Zeit Feiertage sind und Silvester vor der Türe steht. Ich packte also mit leicht brummenden Schädel meine 7 Sachen (wie schön wären es wirklich nur 7) und marschierte die wenigen Gehminuten zu meinem neuen – auch sehr nettem aber viel größerem – Hostel.

Danach machte ich mich auf die Suche nach meinem Frühstück/Mittagessen; mein Körper verlangte einen saftig fetten Burger. Nachdem ich wiedermal bei zwei verschiedenen Restaurants auf eine geschlossene Tür stieß bzw. diese erst gar nicht fand (ich scheine verflucht zu sein, wie oft mir das jetzt schon passiert ist) ging ich zu dem Lokal wo ich am ersten Abend gegessen habe. Dort traff ich lustigerweise wieder den Iren. Nach einem deftigen Mahl konnte der sonnige Tag gleich besser genossen werden; nämlich mit einem Kaffee auf dem kleinen hippen Platz auf dem ich jetzt schon Stammkunde bin (in der Sonne war es richtig heiß, im Schatten jedoch kühl). Später streunte ich durch die überaus vollen Straßen. Jeden Sonntag schließen einige der Hauptstraßen für die Autos, das gekoppelt damit, dass es der letzte Sonntag des Jahres war, resultierte in einer Menge an Fußgängern, Radfahrern und Straßenkünstlern. Darunter waren teilweise sehr talentierte, teilweise ziemlich skurille und dann noch der ein oder andere langweilige. Am Abend gabs nur mehr ein Erfrischungsgetränk in der Hostelbar und dann gings zeitig ins Bett.

Heute wollte ich meinem Körper noch etwas Gutes tun bevor ich mich am Abend im Hostel bei einer Grillerei vollstopfen werde und wir dann feiern gehen. Also stand am Morgenprogramm die Wanderung zum Cerro Monserate (nur 2km aber immerhin 500 Höhenmeter auf auf eine Höhe von 3150m) und zum Mittagessen gabs’s Vegetarisch. Der Aufstieg wird unter der Woche nur von 8-13 Uhr erlaubt, denn um Eins geht die Polizei nach Hause und dann ist es angeblich gefährlich. Wer dennoch zb. den Sonnenuntergang vom Aussichtspunkt genießen will kann eine Seilbahn nehmen. Ich war aber schon um 10 Uhr dort also war das kein Problem, ich war eher überrascht wieviele Leute (auch sehr viele Einheimische) am Weg anzufinden waren. Die ganzen zwei Kilometer sind auf einem seitlich begrenztem Steinpfad, Abweichen wird nicht gebilligt! Die Stufen machen einem ziemlich zu schaffen, man wird aber belohnt sobald man oben ankommt. Der Ausblick ist fantastisch, gen Westen erstreckt sich die Stadt fast bis zum Horizont. Wer will kann am Gipfel auch in die Kirche gehen, Souvenirs kaufen, in verschiedenen Cafes/Restaurants einkehren oder Münzen in einen Wünschbrunnen werfen.

Jetzt chill ich grade nach dem Mittagessen im Gemeinschaftsraum. Man hört/liest sich im neuen Jahr!

1. Der hippe Platz

2. Anderer Platz mit Skateboardern

3. Pano vom Pfad

4. Ich on the top (ich wohn übrigends ca neben meiner rechten Schulter)

5. Komische alte Struktur

6. Noch ein Pano

La capital

Vorgestern stieg ich in den Bus in Richtung Hauptstadt. Von Neiva sind das ca 230 Kilometer, also 6-8 Stunden. Eigentlich ging die Fahrt sogar, das einzig Zache war die Strecke zwischen Bogota-Stadtbeginn und dem Busbahnhof. Der Taxifahrer zum Hostel wirkte auch als würde er nicht immer Nein sagen zu illegalen Substanzen; er wechselte andauernd Sitzposition, hatte eine laufende Nase und wirkte grundsätzlich etwas gereizt bzw on the edge. Auf dem Weg vom Busbahnhof zur Unterkunft fuhren wir auch durch nicht so schöne Gegenden, wo es dann auch passieren kann, dass ein Obdachloser auf die Straße kackt… Trotz allem kam ich heil an und fühlte mich zu aller erst hoffnungslos überfordert von der riesen Stadt (10,2 Millionen gezählte Einwohner im urbanen Bereich). Zum Abendessen kehrte ich in einem nahe gelegenem Restaurant ein, das sogar Craftbier anbot. Wieder im Hostel (zu spät soll man angeblich nicht alleine auf der Straße sein) unterhielt ich mich auf der Dachterrasse mit anderen Reisenden, die meisten scheinen aber bereits vor Silvester die Stadt wieder zu verlassen.

Gestern war ich der Erste beim Frühstück und erkundete danach das historische Zentrum Bogotás. Hier befinden sich eine Menge alte Kirchen, Paläste und grundsätzlich alte Häuser im Kolonialstil (jedoch nicht ganz so schön wie Cartagena). Außerdem besuchte ich das Botero-Museum – welches gratis für alle Besucher ist – und das hochgepriesene museo del oro. Dieses fand ich aber nicht ganz so spannend, da es mehr oder weniger immer die gleichen Goldstücke waren und die Beschreibungen sehr trocken und langwierig waren, immerhin war auch hier der Eintritt nur 1,5€.

Am wichtigsten Platz des Landes, Plaza de Bolivar, befinden sich Gebäude wie z.B. das Büro des Bürgermeisters, der Palast in dem der Kongress arbeitet, die Kathedrale in dem angeblich Bogota gegründet wurde und der Justizpalast der bereits zwei Mal zerstört wurde – ein Mal während des bogotazo, ein Protest in dem wahnsinnig viele Gebäude Bogotas zerstört wurden und ungefähr 3.000 Menschen ums Leben kamen, und das andere Mal als die Gruppe M19 den Palast eroberte und das Militär daraufhin einfach das ganze Gebäude dem Erdboden gleich machte, inklusive Unschuldiger. Einen Block weiter vom Plaza ist auch das Haus des Präsidenten, sämtliche umliegenden Straßen werden strengstens von Wachen bewacht. Am Nachmittag chillte ich in einem Cafe am äußerst lebhaften und fast schon hipster Platz Chorro de Quevedo, wo auch eine Straßenkünstlerin die Menge mit lustigen Geschichten und Witzen unterhielt. Auch an anderen Orten waren am Nachmittag ähnliche Unterhalter aufzufinden. Anschließend spazierte ich noch durch einen Markt voller handgemachter Waren und wagte mich auch ein kleines Stück ins weniger touristische Bogotá.

Den Abend verbrachte ich an dem selben Platz wo ich am Nachmittag einen Kaffee trank, den dieser scheint das Herz dieser Gegend zu sein. Ich kam mit einem Irländer ins Gespräch, später setzten sich noch zwei etwas eigenartige Kolumbianer dazu. Nicht ungut, aber es führte zu lustigen Konversationen. Der Ire war in einem Hotel nahe meinem einquartiert, also ignorierten wir die 9-Uhr-Ausgangssperre.

Heute vormittags machte ich wieder Mal eine free-tour, diesmal allerdings am Drahtesel. Das hatte zur Folge, dass wir wesentlich mehr von dieser gigantischen Stadt sehen konnten. Vom Wirtschaftszentrum über die reichere Gegenden bis zu einer der Ärmeren haben wir echt viel gesehen. Sogar eine Kolusseum artige Stierkampfarena gibt es hier.

Jetzt bin ich gerade von dieser Tour zurück gekommen, entspann mich kurz und gehe dann was essen und vielleicht zum Friseur 🤔.

1. bogotanisches Carftbier

2. Blade Mona Lisa vom Herrn Botero

3. Rückseite des Kongresspalast mit einem der umliegenden Berge im Hintergrund

4. Moderner Justizpalast und alte Kathedrale mit Cerro Monserrate im Hintergrund

5. Simon Bolivar vor dem Kongresspalast

6. Eine nette Straße nahe dem hippen Platz

7. Komische österreichfarbige Kirche

8. Fahrrad Weihnachtsbaum

Wüste 2.0

Mein Hostel in Neiva bietete zu einem Spotpreis eine eintägige Tour durch die Wüste (eigentlich trockener tropischer Regenwald) Tatacoa an. Zu dritt – eine nette Französin und eine bizarre Taiwanerin vervollständigten die Gruppe – wurden wir von einem Auto abgeholt. Die Wüste ist in zwei verschiedene Landschaften aufgeteilt; in den roten Teil und in den grauen Teil. Wir fingen im Grauen an. Dort führte uns ein Einheimischer ca 2 Stunden durch dürre Natur, durch ein ausgetrocknetes Flussbett, zeigte uns welche Kaktusfrüchte man ohne Bedenken essen kann, welche Blätter die Indigen zur Blutstoppung verwendeten, altes Holz des ehemaligen Waldes das nun zu Stein geworden ist usw. Anschließend gab es ein zu gut gemeintes aber sehr leckeres Mittagessen von seiner Frau zubereitet. Bevor wir in die rote Wüste wanderten kühlten wir uns noch kurz in einem Pool ab.

Der rote Teil schaut so aus wie er ausschaut (und ihr unten sehen werdet) weil das Regenwasser vom Untergrund nicht aufgenommen werden kann und stattdessen abrinnt. Die Farbe kommt von dem hier vorhandenen hohen Eisenanteil. Nach dem Spaziergang durch das sogenannte Labyrinth de Cuzco endete die Tour mit einem Getränk bei einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Sonnenuntergang.

Die Tour hätte auch den Rücktransport am selben Abend inkludiert, da am 24. das Observatorium am Abend aber geschlossen war – abgesehen von der einen Wüste in Chile soll dies einer der besten Plätze in Südamerika zum Sterne beobachten sein – blieb ich stattdessen noch in der Wüste und begab mich zu einer der wenigen Unterkünfte. Die heilige Nacht war leider nicht sonderlich erholsam; der größte Vorteil an der guajira war hier nämlich keiner. Kann sich noch wer erinnern? Richtig, dort gab es keine Gelsen, hier schon, und da ich in einer Hängematte ohne Gelsennetz übernachtete, gaben sie keinen Frieden.

Gestern wollte ich nach dem Frühstück den nahe gelegenen roten Wüstenteil noch einmal alleine erkunden. Ich machte mich relativ zeitig auf, um nicht die schlimmste Sonne zu erleiden (spoiler: hier bringt dieser Trick wenig). Dem Weg konnte man ohne große Mühen folgen, außer ein bis zwei Mal wo ich mich ein wenig verlaufen habe und den richtigen Weg erst etwas später wieder gefunden habe, teilweise mit der Hilfe eines Hundes (der mich zuerst ziemlich erschreckt hat). Nach einem leichten Mittagessen wirkte ich der Hitze mit einem weiteren Besuch eines Pools entgegen. So “wartete” ich bis die gelbe Sau endlich adios sagt und die Sterne aus ihren Höhlen gekrochen kamen.

Um 7 Uhr war der Einlass ins Observatorium, etwa um halb 7 realisierte ich, dass wesentlich mehr Personen teilnehmen wollen als ich ursprünglich dachte (überhaupt war gestern, am 25., deutlich mehr los als am Tag davor). Im Laufe der Vorstellung – es war in Wahrheit mehr eine Einführung in die Astronomie und was man so mit dem nacktem Auge erblicken kann – zeigte uns der Sprecher die Ekliptik (den imaginären Streifen in dem die Sonne, der Mond, unsere Nachbarplaneten und die Tierkreiszeichen über unseren Himmel wandern), Mars war zu sehen, verschiedenste Sternzeichen und deren Geschichten, die Andromeda Galaxy, Sirius (der hellste Stern am Himmel der eigentlich zwei Sterne ist), Betelgeuse (einer der größten roten Giganten, wäre er an der Stelle unserer Sonne würde er ungefähr bis zum Jupiter reichen), mit einem progessionellem Teleskop konnten wir außerdem den Nebel des Orion bestaunen (in diesem Nebel enstehen neue Sterne). Die Milchstraße war nicht sehr stark zu sehen, dafür konnte man zu meiner Überraschung die Lichtverschmutzung von Cali sehen, obwohl ein Teil der Anden dazwischen liegt. Es war zusammengefasst eine sehr informative Abendbeschäftigung, kurz nach dem Ende konnte man noch den schönen “Mondaufgang” sehen, dieser scheinte dermaßen stark, dass ich gar keine Taschenlampe zum heimgehen brauchte!

Heute wurde noch kurz am Pool gechillt, dann machte ich mich auf den Rückweg. In Neiva erholte ich mich mit Hilfe eines Ventilators von der Hitze und organisierte mir eine Unterkunft für Bogota (gar keine so leichte Entscheidung bei der riesen Auswahl).

P.S. Die am wenigsten respektvollen Touristen sind übrigends ziemlich eindeutig die Kolumbianer selbst! In der roten Wüste kletterten sie auf die Gesteinsformation, einer hat sogar einfach dort hin gepinkelt, sie halten sich nicht an Warteschlangen, sie sind lauter als andere Touristen, werfen den Müll einfach auf den Boden, holen ihr Handy heraus wenn sie nicht sollen usw.

1. Süße Babyziege die ein Blatt frisst (die Schaufel dahinter wurde später auch angeknabbert)

2. Kaktus arepo (benannt nach der arepa, kolumbianische alternative zur tortilla)

3. Graue Wüste

4. Essbare Kaktusfrucht vom cabeza del negro (Kopf des Schwarzen)

5. Unser Guide zwängt sich durch eine Engstelle

6. Ausgetrocknetes Flussbett

7. Nichts für blade Amerikaner 😉

8. Suchbild (level: medium-hard)

9. Red-desert an me

10. Flashiger Kaktus und red-desert

11. Hier kann man die Regenrillen gut sehen (der Schein trügt übrigends, die Formationen sind nur etwas höher als ein Mensch)

12. Desert-pano

13. Shortly after the sun set behind the Andes

Geisterstadt

Die letzten beiden Tage waren ein wenig zach. Gestern bin ich um 4 Uhr aufgeweckt worden, etwas desorientiert realisierte ich das meine Reisegefährtinnen sich verabschieden wollten. Ich schlief so schnell wieder ein, dass ich mir in der Früh nicht mehr sicher war ob ich wirklich wach war. Nach einem unspannenden Frühstück machte ich mich auf einen unspannenden Spaziergang; das meiste der kleinen Studentenstadt haben wir bereits den Tag davor gesehen, der Rest war wie ausgestorben. Vielleicht sind die ganzen Studenten über Weihnachten zu ihren Eltern? Auch Reisende sind wenige anzutreffen, die meisten scheinen nach Cali zu pilgern. Wenigstens der Sonnenuntergang war von der Statue des Stadtgründers aus feurig schön. Beendet wurde der Tag mit Southpark :D.

Heute entschied ich spontan weiter zu fahren um zu versuchen den heiligen Abend in der Wüste Sterne schauend zu verbringen. Anstrengende 8 Stunden später kam ich um 20:00 in Neiva an. Im Reiseführer wird die Hauptstadt der Region nur ganz kurz erwähnt, auf hostelworld.com war nur ein einziges Hostel zu finden. Dieses ist zum Glück dafür ziemlich nett. Wie ein roter Faden der sich durch die letzten Tage zieht verlassen aber auch hier fast alle das Schiff um nach Cali zu kommen. Nachdem ich den Besitzer über die Wüste ausfragte machte ich mich noch auf den Weg um den Block um irgendetwas Kleines zu essen und zu trinken. Auf dem Tisch neben mir stehen um 9 Uhr schon 16 leere Bierflaschen, es sitzen aber nur zwei Burschen dort. Dementsprechend unterhielten sie sich auch, ist aber auch kein Wunder wenn das Bier 42 Cent kostet. Als ob sie meine Gedanken lesen könnten luden sie mich nachdem ich den letzten Satz geschrieben habe auf ein Erfrischungsgetränk ein. Auf Eines folgt ein Zweites, aber dann musste ich mich auch schon verabschieden um für die Wüste fit zu seien. Trotzdem äußerst nette Bekanntschaft!

1. Panorama of Popayan

2. Sunset above Popayan

3. Crazy Clouds

4. Lama in Popayan

5. Crazy Discmas-tree

Kokosnusstal und Cali

Sorry für die lange Bericht-Unterbrechung, aber ich hatte kaum Zeit in den letzten Tagen und in den Busen gibt es lustigeres als Blog schreiben 🤢.

Vorgestern (mittlerweile ist es Vorvorvorgestern) hieß es früh aufzustehen, da wir eine lange Busfahrt vor uns hatten. Lange im eigentlichen Sinne war sie gar nicht, ca 200 Kilometer. Für die ersten 50km haben wir allerdings vier Stunden gebraucht und nach weiteren guten vier Stunden kamen wir erst in Salento an – wir hatten aber eigentlich fast Glück, angeblich haben Manche mehr als zwölf Stunden für den gleichen Weg gebraucht. Der erste Teil der Strecke wurde in einem Billigmarken chickenbus zurückgelegt. Danach gings in einem moderneren, aber dennoch unangenehmen, Shuttlebus weiter.

In Salento angekommen querten wir das kleine Dorf um bei einem uns vorgeschlagenen Hostel nach Betten zu fragen; schon am Weg dorthin hörten wir allerdings andere Reisende untereinander reden, dass dieses komplett ausgebucht ist. Wir versuchten es trotzdem und wurden wie zu erwarten weggeschickt. Vor dem Eingang zu unserer nächsten Wahl hörten wir auf einmal von einem der umliegenden Dächer unseren Namen gerufen. Die Stimmen gehörten einem Amerikaner (Ryan) und einer Deutschen (Karo) die wir jeweils in Guatape und Medellin getroffen haben. Sie überredeten uns nach kurzem hin und her in ihr Hostel zu kommen. Für die folgenden zwei Tage wurde unsere Gruppe demnach auf 5 Personen erhöht. Auf die anstrengende Reise folgte an diesem Tag nur mehr ein billiges einheimisches Restaurant und eine kurze aber sehr lustige Nacht auf unserer Dachterrasse.

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich früh aufstehen, irgendwo schnell Frühstücken und dann einen der ersten Jeeps zur Hauptattraktion der Umgebung nehmen. Da wir aber weder früh aufgestanden sind, noch schnell frühstückten – wir mussten ewig warten für eine Portion Eier – und das Wetter auch nicht mitspielte entschieden wir uns das ganze auf den nächsten Tag zu verschieben und stattdessen eine Kaffeeplantage zu besuchen. Nach einem einstündigem Spaziergang durch sanfte Hügel kamen wir bei der ersten Plantage vorbei. Schonbald waren immer mehr links und rechts zu sehen, die die uns empfohlen wurde war auch nicht mehr weit. Die Tour inkludierte eine Veranschaulichung des Prozesses der Kaffeebohne vom Samen zum Getränk. Wir konnten unsere eigenen Bohnen pflanzen, pflücken, mit einer Maschine entschalen usw. Am Ende konnten wir den sehr leckeren und geschmacksvollen Kaffee probieren (der kam logischer Weise nicht von den Bohnen die wir selber gepflückt haben weil die trocknen müssen usw.).

Der restliche Nachmittag wurde mit Mittagessen und Dorf erkunden verbracht. Kurz nach 5 Uhr erklommen wir einige Stiegen am Rand des Ortes um einen Ausblick über Salento zu bekommen und gleichzeitig den Sonneuntergang anzuschauen. Abendessen kochten wir diesen Abend selber, Ryan gab die Befehle aber es war ein Teameffort. Es wurde Linsencurry mit Quinoasalat aufgetischt; muy rico! Und weil wir den nächsten Tag ja wieder früh aufstehen wollten machten wir das einzig logische und süffelten Wein aus dem Tetrapack bis spät in die Nacht 🤦🏻‍♂️.

Der nächste Morgen war demnach kein einfacher. Wir schafften es dennoch uns aus dem Bett zu raffen, Frühstück zu machen und einen der ersten Jeeps zu nehmen. Die fahrt zum Valle de Cocora, welches die höchsten Palmen der Welt behaust, war landschaftlich wohl eine der schönsten bis jetzt. Ich stand hinten auf einem Trittbrett und konnte so Fahrtwind und Aussicht genießen. Eine Menge Leute (Clemens, Hannah, Helena und Wolfi inkludierend) empfohl uns den Trek entgegen die vorgegeben Richtung zu machen, also gingen wir schnurstracks am Eingang vorbei und erblickten den Palmenwald wenig später. Ein weiterer Vorteil daran war, dass das Wetter in der Früh wesentlich viel besser war als zu Mittag/am frühen Nachmittag. Die Wanderung dauerte länger als gedacht, wahrscheinlich lag das aber daran, dass wir viele Pausen einlegten und einmal länger bei einem Aussichtspunkt im Gras lagen und gemeinsam litten 🙃. Am Weg lag außerdem ein Hütte mit Futterstelle für Kolibris; kaum einfangbar mit der Handykamera die kleinen Racker, aber sehr interessante und schöne Vögel! Das letzte Stück war entlang eines Flusses durch dichten Regenwald, immer wieder sah man auf den Hang mit dem Palmenwald, dieser war aber zu dieser Zeit bereits in Wolken gekleidet.

Wieder in Salento aßen wir ein großes Mittagessen und verabschiedeten uns dann von Ryan und Karo; Cali stand als nächstes auf unserer Liste. Dort kamen wir aber erst spät am Abend an und außerdem holte uns die bislang ignorierte Müdigkeit der letzten Tage schließlich ein, so machten wir uns schon bald mit unseren Betten bekannt.

Gestern folgten wir dem Rat Ryans und machten uns auf die Suche nach San Cipriano. Das ist eine mini afro-amerikanische Gemeinde zwischen Cali und der Pazifikküste, die nur durch brujitas erreichbar ist. Brujitas sind in Wahrheit Holzpaletten mit unten dran montierten Eisenbahnrädern und einem Motorrad das mit dem Vorderreifen auf der Palette fixiert wird und mit dem Hinterreifen am Gleis aufliegt, entworfen haben sie diese weil die Züge nach San Cipriano eingestellt wurden und das Dorf nicht abgeschottet von der Außenwelt werden wollte. Das ganze Unterfangen verlief nicht so wie geplant; die Busfahrt war teurer als gedacht und dauerte eine Stunde länger, die letzte brujita fuhr bereits um 17:00 zurück, es fang an zu schütten usw. Trotzdem war es das wert, die Fahrt durch den Regenwald auf den alten Gleisen war einzigartig, die Menschen im Ort waren erfreut uns zu sehen, es gab dort einen der angeblich klarsten Flüsse Kolumbiens – in dem wir auch ganz entspannt auf einem Tube entlang trieben.

Wir kamen erst im dunklen wieder nach Cali, aber genau rechtzeitig für die Hauptattraktion der Stadt – Salsa Bars. Den Einheimischen zu zuschauen ist ansich schon eine unterhaltsame Beschäftigung. Sich so zu bewegen dürfte tatsächlich in deren Blut liegen. Nachdem genug Zeit verbracht wurde um die grundliegenden Tanzschritte zu studieren schwangen auch wir zum ein oder anderen Lied das Tanzbein.

Heute sind wir nur von Cali nach Popayan gefahren und dort ein bisschen herum spaziert. Morgen fahren Milou und Dorie nach Ecuador, Quito. Ich bleibe jetzt erst mal ein paar entspannte Tage hier 👌🏼.

1. Motorrad im Bus?!

2. Billigmarken chickenbus

3. Salento zur Dämmerung

4. Grouppic

5. Palmen

6. Palmen

7. Seltener Palmenaffe in freier Wildbahn

8. Palmen mit Berg im Hintergrund

9. Kühe blockieren den Weg

10. Dont touch 🙊

11. Palmen

12. Unabsichtliches posen

13. Bergcowboy

14. Fluss im Regenwald

15. Brücke über Fluss

16. Selfui

17. Milou and Ryan crossing the bridge

18. Kuh mit Wolkenpalmenwald

19. passing brujita

20. Brujita in all ihrem Glanz

21. Kaffeefinca

22. verschiedene Bohnen bevor der Röstung

23. Sameneinpflanzung

24. professioneller Bohnenpflücker

25. mein neuer Name

26. riesen Grippe in Popayan

27. Babyjesus

Von der Stadt in den Garten

Nach einer schweren Freitag-Nacht haben wir gestern Umgebung gewechselt, und zwar in das ruhige aber dennoch lebhafte Dorf Jardin. Nach eineinhalb Wochen Medellin tut die Abwechslung gut. Der selbsternannte schönste Ort Antioquias liegt in einem Tal umrungen von saftig grünen Hügeln. Der Hauptplatz wird von einer neugotischen Kirche dominiert, die zu dieser Jahreszeit von etlichen bunten Lichterketten beleuchtet wird. Kolumbianer scheinen grundsätzlich überdurchschnittlich viel Wert auf Weihnachtsdekoration zu legen, mit besonderem Schwerpunkt auf Weihnachtsmännern; für mich fühlt es sich trotz all dem aber überhaupt nicht wie Advent an. Wie auf jedem anständigen Dorfplatz gab es auch hier eine Menge Essensstände, um weniger als 3€ Euro gab es zum Abendessen also eine großzügige Portion gebratenes Schweinefleisch und Arepa mit Guacamole und roter Salsa.

Nach einem ordentlichen Schlaf “wanderten” wir heute eine Stunde zu einem nicht ganz so spannendem Wasserfall wie man uns vorgemacht hat. Erfrischend war das kühle Wasser trotzdem. Am Nachmittag sind wir mit einer alten hölzernen Seilbahn zu einem Aussichtspunkt gefahren, von wo wir nochmal einen kleinen Spaziergang machten. Die Ortschaft ist außerdem angenehm weil vergleichsweise wenige Touristen anzutreffen sind.

Internet-Gods have spoken, no pictures will be uploaded today, sadly. Maybe if you check back tomorrow 👌🏼

1. Wasserfall am weg zum Wasserfall

2. Straße am Platz

3. Strange distorted pic from cable car

4. Ausblick auf Jardin

5. Alte Seilbahn

6. Kirche bei Nacht

Unter den Geiern

Wieder in Medellin erkundeten wir gestern am Vormittag den botanischen Garten. Sehr viel spannendes gab es dort zur Zeit aber gerade nicht zu sehen. Die Orchideenausstellung wird renoviert und sonst wirkt es eher wie ein großer Park mit einem Teich. Um 14:19 (weiß der Geier warum zu so einer sonderbaren Uhrzeit) war der Treffpunkt für eine weiter Walking-Tour, diesmal aber durch das Zentrum. Es wären nur 3 Stationen mit der U-Bahn gewesen, aber wir waren bereits etwas knapp dran weil wir länger als gedacht auf unser Essen-to-go warten mussten, also nahmen wir ein Taxi. Zuerst hat er aber die falsche Adresse verstanden und dann war ein (für hier äußerst typischer) Mörder-Stau. Gerade noch so erwischten wir die Gruppe als sie bereits losgehen wollte; im Nachhinein war ich froh, dass wir nicht zu spät gekommen sind. Der Führer war ein talentierter und lustiger Redner/Erzähler. Er erklärte uns die Geschichte seiner Heimatstadt und wie sie sich aus dem dunklen Loch, das die 70er & 80er waren, wieder hinaus gezogen hat. Alles in allem war es eine sehr informative und unterhaltsame Führung und half einem das Zentrum besser zu verstehen.

Nach einem selbst gekochten Abendessen wollten wir noch für 1-2 Erfrischungsgetränke in eine Bar gehen, nachdem diese dann aber zusperrte fanden wir zufällig noch eine chupito bar voller kolumbianischer Mediziner die ihren Ausbildungsabschluss feierten. Mitgerissen von der fröhlichen Stimmung kamen wir schlussendlich erst um 4:30 ins Bett. Grundsätzlich wäre das kein Problem, wir mussten aber bereits um 8:30 aufstehen um unsere Sachen zu packen, frühstücken und schließlich von einem Auto abgeholt zu werden und paragliding (Gleitschirmfliegen) gehen. Etwas angeschlagen saßen wir also ungefähr eine Stunde im mittlerweile vertrauten Verkehr Medellins. Ausgestiegen sind wir auf einem der umliegenden Hügel. Einige Stiegen später waren wir auf der Abflugsstrecke; ein kurzes Video war unsere einzige Einführung in den uns unbekannten Sport, danach waren wir schon an unseren jeweiligen Ausbilder gebunden und liefen auf den Abgrund zu. Bevor man es wirklich realisiert ist man in der Luft. Das Wetter war zum Glück perfekt, so war die Sicht ebenso grandios. Zuerst denkt man sich wow sind wir hoch, bis der Pilot uns in eine warme Windströmung lenkt und man plötzlich einige hundert Meter höher ist. Das Gefühl ist einzigartig, es fühlt sich so entspannt an in diesem Geschirr sitzend aber gleichzeitig gibt der Flugwind und der Ausblick einem einen Adrenalinschub. Die Herrscher dieser Lüfte, die Geier, zeigten uns wo man guten Auftrieb bekommt und begleiteten uns sogar als wir durch die Wolken schwebten. Gegen Ende hin (gebucht waren nur 15 Minuten, allerdings für den Spotpreis von 37€) vollbrachte der Pilot noch einige kleine Kunststücke. Im Kreis drehend näherten wir uns dem Boden, eher fallend als fliegend. Die ersten paar Minuten mit neuerlich festem Boden unter den Füßen fühlte es sich ein wenig komisch an und ein ähnliches Gefühl zur Seekrankheit kam auf, doch ob das nicht auch teilweise wegen dem Schlafmangel war weiß ich nicht.

Als Ausgleich verbrachten wir den restlichen Tag eher ruhig; am Abend besuchten wir eine Bar mit ballpit (diese Pools gefüllt mit Plastikbällen). Ziemlich komisches Gefühl bis zum Kopf in diesen Bällen unter zu gehen, während man versucht sein Bier über “dem Wasser” zu halten, aber wenn man es einmal heraus hat, kann man recht enstpannt “sitzten”. Ich hätte allerdings fast einen meiner Flip-Flops verloren und hab ihn nur durch Glück wieder gefunden; mit Wertsachen sollte man hier wirklich aufpassen.

Zu sehen ist diesmal nicht viel, lediglich ein Platz der früher Obdachlosen- und Junkie-Hotspot war und nun ein Platz der Hoffnung ist; ein Imperial Stout im passenden Umfeld; und wir umgeben von Plastikbällen.

Roadtrip

Um 9 Uhr borgten wir gestern das Auto aus. Das Prozedere war unkomplizierter als gedacht, gezahlt wurde in Bar und Führerscheine wurden keine verlangt 🤷🏻‍♂️. Aus Medellin hinaus zu kommen war nicht ganz so leicht. Die Motorradfahrer sind hoch selbstmörderisch und wir hätten drei Mal fast einen mitgenommen. Auf Grund von durchgehenden Baustellen haben wir ca 4 Mal die Ausfahrt verpasst, aber im Endeffekt haben wir es dann geschafft. Nach ungefähr 2 Stunden über bergige Straßen kamen wir zum Rock of Guatapé, ein komischer riesiger Felsen der völlig fehl am Platz in der Seelandschaft schien. Nur 659 Stufen (und 18.000 Pesos) später hat man einen genialen Ausblick über eine Landschaft die ein wenig an Finnland erinnert. Danach gings ab zu unserem bereits gebuchten Hostel, aber wir checkten nur kurz ein, parkten das Auto und spazierten anschließend durch die Stadt. Ich habe mir wesentlich weniger erwartet. Das, zugegebenermaßen ziemlich kleine, Zentrum punktet mit sehr schönen bunten verzierten Häusern und Parks. Der restliche Abend verlief flüssig mit Happy Hour, überdimensionalem Drinking Jenga Spiel, komischen komplett leeren Bars/Diskotheken und endete vor dem einzigen noch offenem Supermarkt wo wir noch Andere aus unserem Hostel trafen.

Nach einem leckeren Breakfast Burrito (genau das Richtige wenn man ein bisschen fertig ist 😉 ) machten wir einen Ausflug zu einem Kloster, einem anderen Dorf und zu einem Wasserfall/natürlichem Pool. Eine Franzosin erzählte uns im Hostel, dass sie zum Kloster spaziert ist und es das wert war, aber wir waren nicht wirklich überzeugt. Das Dorf war ziemlich nett und weniger touristisch, und der Wasserfall hat auch sehr schön ausgeschaut aber es war leider ein wenig zu kalt zum baden. Zum Mittagessen kehrten wir nochmal kurz zurück nach Guatape und danach ging es in Richtung Medellin. Der Abendverkehr dort war schrecklich und wir mussten noch dazu quer durch die Stadt fahren um meinen großen Rucksack aus dem alten Hostel zu holen, ins neue Hostel zu fahren und ein zu checken (das neue Hostel ist super sauber, angenehm und billig) und zu guter Letzt noch zum Rentaloffice um das Auto zurück zu bringen. Zur Beruhigung vom Verkehrsstress gab es noch Craftbeer aus Medellin.

(Btw Clemens; wir wurden auch zwei Mal von der Polizei aufgehalten 🤦🏻‍♂️ aber die Kontrollen waren smoother als in Mexico)

1. Weird Rock from bottom

2. Same

3. Panorama

4. Same

5. Wir am Stein

6. Ausblick vom Hostel

7. Straße in Guatape

8. Komisches Kloster

9&10. Unser kleiner Spucki mit gefühlten 40 PS 🌚

Comuna 13 und alte Bekannte

Was einst das gefährlichste Viertel Medellins war ist jetzt eine der Hauptattraktionen für Touristen. Mir wurde von mehreren Reisenden empfohlen eine auf Trinkgeld basierende Free-Walking-Tour zu machen. In meinem Hostel gab es Information zu einigen, der Rezeptionist war aber so nett und hat mir einen Geheimtipp gegeben. Ich begab mich gestern also schon zum zweiten Mal ans westliche Ende der Stadt (das erste Mal war für die Gondel, falls ihr euch nicht mehr erinnert 😉 ). Unser Guide war eine Frau die in dieser Gegend in den 80ern aufgewachsen ist und die Gewalt aus der Nähe miterlebt hat. Lange Jahre war dieses Viertel in der Hand der Narcos bis das Militär und die Polizei Ende des letzten Jahrtausends einen Großangriff durchführten. Involviert waren dabei mehr als 2.000 Soldaten und 2 Kampfhelikopter. Angeblich wurden auch einige Unschuldige im Kreuzfeuer, besonders von den Helikoptern, getroffen.

Heute scheint die Nachbarschaft ziemlich lebhaft, voller Graffitis und einigen Straßenmusikern/tänzern. Zum Ende der Tour hin nimmt man 4-5 Rolltreppen um zum oberen Ende des Hügels zu kommen von wo man einen schönen Ausblick über das Tal hat. “Entlassen” wurden wir in einer Kunstgallerie/Bar von einem ziemlich talentierten lokalen Graffitikünstler. Alles in allem ein cooler Ausflug!

Am Abend gab es ein großes Fußballspiel. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, aber ich glaube es war das Cup-Finale, und noch dazu zwischen den beiden großen Teams aus Medellin. Ich suchte mir also eine mir sympathische Bar an der Fressmeile “la setenta” und überlegte für wen ich jubeln soll. Die eine Mannschaft wirkte überlegen, also hielt ich zu denen. Im Endeffekt ging es 4:1 aus und die Fans der Verlierer, die zuvor Rum und aguadiente aus dem Tetrapackerl getrunken haben 🤢, schienen sehr unglücklich. Bevor es also zu wild wurde vertschüsste ich mich wieder ins Hostel.

Heute fuhr ich zum Frühstück zu einem Cafe wo ich vor ein paar Tagen schonmal einen Kaffee getrunken habe. Als ich nachdem Essen das Wlan nutzen wollte um den Blog zu schreiben, wurde ich auf einmal von dem Gehsteig aus gegrüßt. Zu erst etwas perplex erkannte ich dann die zwei Holländerinnen die ich bereits in Cartagena kennengelernt habe (ich glaube ich habe nicht von ihnen berichtet weil das einer der Tage gewesen ist wo ich vergessen habe zu bloggen und dann nur die undetailierte Version veröffentlicht wurde). Sie waren gerade auf dem Weg mit der Seilbahn zu einem großen Park etwas außerhalb der Stadt zu fahren, wo ich mir auch bereits überlegt habe hin zu gehen; so wurde mir die Planung für den restlichen Tag leicht gemacht.

Morgen borgen wir uns ein Auto aus und fahren nach Guatape.

Hier noch ein Teil von Comuna 13, der Ausblick von Oben, die Leinwand und der Ausblick von der heutigen Gondel (sorry falls die Ausblicke alle gleich ausschauen haha)

Gefährlichste Stadt der Welt

Medellin hat ungefähr 3 Millionen Einwohner, die einzigen beiden U-Bahn Linien des Landes, wurde 1988 vom Time Magazin zur gefährlichsten Stadt der Welt ernannt, und hat die meisten Ziegelsteinhäuser die ich je auf einem Fleck gesehen habe.

Gestern Abend war im Hostel jede Menge los; einerseits feierte einer meiner Mitbewohner seinen Geburtstag und es wurde gegrillt, andererseits kommen anscheinend jeden Donnerstag Kolumbianer hierher um Englisch zu lernen und Spanisch zu lehren. Nach einer langen Nacht bin ich heute also erst etwas verspätet außer Haus. Als ich mit schließlich auf die Socken machte fuhr ich mit der U-Bahn bis zur Endstation an das westliche Ende der Stadt, denn dort ist die “Talstation” von einer der 3 Gondeln. Diese chauffieren in der “Stadt des ewigen Frühlings” allerdings nicht Wintersportenthusiasten, sondern dient als schnelles Transportmittel zum Zentrum für die ärmeren barrios die weiter oben auf den angrenzenden Bergen/Hügeln liegen. Außerdem eignen sie sich hervorragend für Touristen die gerne einen schönen Ausblick über die Stadt haben möchten. Bei der Fahrt zur “Gipfelstation” schwebt man über zahllose ein- bis zweistöckige Häuser aus Backstein mit Blechdach. Ein etwas bedrückender Anblick. Von oben betracht sieht man erst wie weit sich die Metropole streckt und wieviele Hochhäuser hier errichtet wurden/werden. Als ich fertig geschaut habe, ging es mit der Gondel wieder zur U-Bahn, und mit dieser bis zum Fuße eines Hügels der mitten in der Stadt steht (Der Rundtrip von mir zur Hause bis zum Hügel mit Gondelfahrt inkludiert hat mich nur ein 0,70€ Fahrticket gekostet). Dort hinauf spaziert gab es auch einen schönen Ausblick und ein Modelldorf zu besichtigen.

Am Weg zum Abendessen vielen mir die ersten Leute mit Kerzen in der Hand auf. Verwundert beobachtete ich sie vor ihren Häusern sitzen und mit Nachbarn plaudern & essen. Unser Rezeptionist hat mir zwar versucht es zu erklären, wusste es aber selber nicht genau, glaub ich. Sie nennen den Tag auf jeden Fall Tag der Kerze und es geht um irgendwas religiöses, who would have thought…

Hier noch paar Ausblicke über Medellin, der nicht ganz so schöne gleichnamige Fluss und der Innenhof von einem Modellhaus im Modelldorf (ok die kommen morgen nach, sorry haha)