Sorry für die lange Bericht-Unterbrechung, aber ich hatte kaum Zeit in den letzten Tagen und in den Busen gibt es lustigeres als Blog schreiben 🤢.
Vorgestern (mittlerweile ist es Vorvorvorgestern) hieß es früh aufzustehen, da wir eine lange Busfahrt vor uns hatten. Lange im eigentlichen Sinne war sie gar nicht, ca 200 Kilometer. Für die ersten 50km haben wir allerdings vier Stunden gebraucht und nach weiteren guten vier Stunden kamen wir erst in Salento an – wir hatten aber eigentlich fast Glück, angeblich haben Manche mehr als zwölf Stunden für den gleichen Weg gebraucht. Der erste Teil der Strecke wurde in einem Billigmarken chickenbus zurückgelegt. Danach gings in einem moderneren, aber dennoch unangenehmen, Shuttlebus weiter.
In Salento angekommen querten wir das kleine Dorf um bei einem uns vorgeschlagenen Hostel nach Betten zu fragen; schon am Weg dorthin hörten wir allerdings andere Reisende untereinander reden, dass dieses komplett ausgebucht ist. Wir versuchten es trotzdem und wurden wie zu erwarten weggeschickt. Vor dem Eingang zu unserer nächsten Wahl hörten wir auf einmal von einem der umliegenden Dächer unseren Namen gerufen. Die Stimmen gehörten einem Amerikaner (Ryan) und einer Deutschen (Karo) die wir jeweils in Guatape und Medellin getroffen haben. Sie überredeten uns nach kurzem hin und her in ihr Hostel zu kommen. Für die folgenden zwei Tage wurde unsere Gruppe demnach auf 5 Personen erhöht. Auf die anstrengende Reise folgte an diesem Tag nur mehr ein billiges einheimisches Restaurant und eine kurze aber sehr lustige Nacht auf unserer Dachterrasse.
Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich früh aufstehen, irgendwo schnell Frühstücken und dann einen der ersten Jeeps zur Hauptattraktion der Umgebung nehmen. Da wir aber weder früh aufgestanden sind, noch schnell frühstückten – wir mussten ewig warten für eine Portion Eier – und das Wetter auch nicht mitspielte entschieden wir uns das ganze auf den nächsten Tag zu verschieben und stattdessen eine Kaffeeplantage zu besuchen. Nach einem einstündigem Spaziergang durch sanfte Hügel kamen wir bei der ersten Plantage vorbei. Schonbald waren immer mehr links und rechts zu sehen, die die uns empfohlen wurde war auch nicht mehr weit. Die Tour inkludierte eine Veranschaulichung des Prozesses der Kaffeebohne vom Samen zum Getränk. Wir konnten unsere eigenen Bohnen pflanzen, pflücken, mit einer Maschine entschalen usw. Am Ende konnten wir den sehr leckeren und geschmacksvollen Kaffee probieren (der kam logischer Weise nicht von den Bohnen die wir selber gepflückt haben weil die trocknen müssen usw.).
Der restliche Nachmittag wurde mit Mittagessen und Dorf erkunden verbracht. Kurz nach 5 Uhr erklommen wir einige Stiegen am Rand des Ortes um einen Ausblick über Salento zu bekommen und gleichzeitig den Sonneuntergang anzuschauen. Abendessen kochten wir diesen Abend selber, Ryan gab die Befehle aber es war ein Teameffort. Es wurde Linsencurry mit Quinoasalat aufgetischt; muy rico! Und weil wir den nächsten Tag ja wieder früh aufstehen wollten machten wir das einzig logische und süffelten Wein aus dem Tetrapack bis spät in die Nacht 🤦🏻♂️.
Der nächste Morgen war demnach kein einfacher. Wir schafften es dennoch uns aus dem Bett zu raffen, Frühstück zu machen und einen der ersten Jeeps zu nehmen. Die fahrt zum Valle de Cocora, welches die höchsten Palmen der Welt behaust, war landschaftlich wohl eine der schönsten bis jetzt. Ich stand hinten auf einem Trittbrett und konnte so Fahrtwind und Aussicht genießen. Eine Menge Leute (Clemens, Hannah, Helena und Wolfi inkludierend) empfohl uns den Trek entgegen die vorgegeben Richtung zu machen, also gingen wir schnurstracks am Eingang vorbei und erblickten den Palmenwald wenig später. Ein weiterer Vorteil daran war, dass das Wetter in der Früh wesentlich viel besser war als zu Mittag/am frühen Nachmittag. Die Wanderung dauerte länger als gedacht, wahrscheinlich lag das aber daran, dass wir viele Pausen einlegten und einmal länger bei einem Aussichtspunkt im Gras lagen und gemeinsam litten 🙃. Am Weg lag außerdem ein Hütte mit Futterstelle für Kolibris; kaum einfangbar mit der Handykamera die kleinen Racker, aber sehr interessante und schöne Vögel! Das letzte Stück war entlang eines Flusses durch dichten Regenwald, immer wieder sah man auf den Hang mit dem Palmenwald, dieser war aber zu dieser Zeit bereits in Wolken gekleidet.
Wieder in Salento aßen wir ein großes Mittagessen und verabschiedeten uns dann von Ryan und Karo; Cali stand als nächstes auf unserer Liste. Dort kamen wir aber erst spät am Abend an und außerdem holte uns die bislang ignorierte Müdigkeit der letzten Tage schließlich ein, so machten wir uns schon bald mit unseren Betten bekannt.
Gestern folgten wir dem Rat Ryans und machten uns auf die Suche nach San Cipriano. Das ist eine mini afro-amerikanische Gemeinde zwischen Cali und der Pazifikküste, die nur durch brujitas erreichbar ist. Brujitas sind in Wahrheit Holzpaletten mit unten dran montierten Eisenbahnrädern und einem Motorrad das mit dem Vorderreifen auf der Palette fixiert wird und mit dem Hinterreifen am Gleis aufliegt, entworfen haben sie diese weil die Züge nach San Cipriano eingestellt wurden und das Dorf nicht abgeschottet von der Außenwelt werden wollte. Das ganze Unterfangen verlief nicht so wie geplant; die Busfahrt war teurer als gedacht und dauerte eine Stunde länger, die letzte brujita fuhr bereits um 17:00 zurück, es fang an zu schütten usw. Trotzdem war es das wert, die Fahrt durch den Regenwald auf den alten Gleisen war einzigartig, die Menschen im Ort waren erfreut uns zu sehen, es gab dort einen der angeblich klarsten Flüsse Kolumbiens – in dem wir auch ganz entspannt auf einem Tube entlang trieben.
Wir kamen erst im dunklen wieder nach Cali, aber genau rechtzeitig für die Hauptattraktion der Stadt – Salsa Bars. Den Einheimischen zu zuschauen ist ansich schon eine unterhaltsame Beschäftigung. Sich so zu bewegen dürfte tatsächlich in deren Blut liegen. Nachdem genug Zeit verbracht wurde um die grundliegenden Tanzschritte zu studieren schwangen auch wir zum ein oder anderen Lied das Tanzbein.
Heute sind wir nur von Cali nach Popayan gefahren und dort ein bisschen herum spaziert. Morgen fahren Milou und Dorie nach Ecuador, Quito. Ich bleibe jetzt erst mal ein paar entspannte Tage hier 👌🏼.
1. Motorrad im Bus?!
2. Billigmarken chickenbus
3. Salento zur Dämmerung
4. Grouppic
5. Palmen
6. Palmen
7. Seltener Palmenaffe in freier Wildbahn
8. Palmen mit Berg im Hintergrund
9. Kühe blockieren den Weg
10. Dont touch 🙊
11. Palmen
12. Unabsichtliches posen
13. Bergcowboy
14. Fluss im Regenwald
15. Brücke über Fluss
16. Selfui
17. Milou and Ryan crossing the bridge
18. Kuh mit Wolkenpalmenwald
19. passing brujita
20. Brujita in all ihrem Glanz
21. Kaffeefinca
22. verschiedene Bohnen bevor der Röstung
23. Sameneinpflanzung
24. professioneller Bohnenpflücker
25. mein neuer Name
26. riesen Grippe in Popayan
27. Babyjesus


























