Ups

Hab jetzt schon zum zweiten mal vergessen den blog zu schreiben

Kurze zusammenfassung (vll schreib ichs irgwann noch detaillierter): cartagena war wirklich sehr schön, lauter schöne bunte niedrige häuser mit einer fetten stadtmauer um die innenstadt, viele alte kirchen usw. Und viele coole restaurants/cafes – aber seeeehr viele verkäufer die alle die gleichen “selbstgemachten” armbänder verkaufen, fast alle verkäufer waren aus venezuela

Jz bin ih in medellin, die stadt find ich bis jz noch nicht soo besonders, war heute im “zentrum” aber das war ur irgendwas^^ null alte gebäude, kaum nette restaurants oder cafes, die parks hatten alle 0 sitzmöglichkeiten oder schatten… aber das hostel wo ich bin is sehr nett und die leute auch!^^ flug war diesmal ohne probleme 👌🏼

Some impressions aus cartagena noch

Königin der Karibikküste

Da ich heute erst in der Hauptstadt des Bezirkes Bolivar angekommen bin, kann ich leider erst das nächste Mal berichten ob Cartagena diesen Titel auch wirklich verdient. Grund für die Verzögerung (Cartagena war mein eigentliches nächstes Ziel nach der Rückkehr aus der Wüste) war ein erneuter Aufenthalt im Hostel nahe Santa Marta. Vom Strand muss ich mich ja leider verabschieden und außerdem war es dort einfach so relaxt, dass ich nochmal zwei Nächte dort geschlafen habe.

Als ob sie meine Wiederkehr feiern wollten, gab es am ersten Abend – den Samstag – ein Lagerfeuer, Beerpong, Billiard und auch… wobei das würde jetzt zu weit führen wie ein gewisser Freund Marios sagen würde. Das Durchschnittsalter der Gesellschaft war zwar eher am Ende der Zwanziger angesiedelt, mit meinen geschwindelten 22 Jahren war der Unterschied aber nicht mehr so groß ;).

Der gestrige Tag war ein richtiger fauler Sonntag. Lange schlafen, Frühstück bestellen, im Schatten am Strand liegen und im ruhigen Wasser erfrischen, kurz in die Stadt fahren fürs Mittagessen und Kaffee trinken und wieder zurück an den Strand. Nur zur Dämmerung wurde ich nochmal aktiv; drei Kolumbianer haben versucht Volleyball zu spielen, zu viert gehts dann doch um einiges besser.

Heute ging es relativ zeitlich in Richtung Cartagena, denn die reine Fahrzeit beträgt ungefähr vier Stunden. Ohne große Umstände kam ich um 15:00 bei meinem Hostel an. Kurz umschauen und Sachen ablegen und dann galt es eine Mahlzeit zu finden und sich mit der näheren Umgebung bekannt zu machen. Im Reiseführer von 2013 wird das Viertel wo ich wohne noch als eher gefährlich beschrieben, mittlerweile ist es jedoch so wie der 7. Bezirk in Wien, wenn nicht künstlerischer. An der Mittagessensauswahl war demnach auch nichts aus zu setzen; wenn einem danach ist, kann man in dem Lokal wo ich war sogar seine Wäsche waschen. Mit einem Kaffe von Juan Valdez (kolumbianischer StarBucks Konkurrent) setzte ich mich auf die alte Stadtmauer und absorbierte die letzten Sonnenstrahlen unseres untergehenden Sterns. Ich beendete den Tag mit einer viel zu großen Portion streetfood – obwohl ich vorausdenkender Weise die kleinste Portion genommen habe – und einer Michael Jackson Tanzeinlage auf dem Platz der Trinidad.

Übrigends, mir ist gerade noch etwas eingefallen zu meinem Aufenthalt in Punta Gallinas. Es gab zwar nicht viel dort, aber wisst ihr wer es überall hin schafft, sogar dort hin? Die Zeugen Jehovas 🤦🏻‍♂️ Es gab dort tatsächlich eine Kirche der Zeugen Jehovas, auch wenn sie etwas herunter gekommen aussah.

Zu sehen ist:

1. Erstes Lokal gleich Craftbeer, hier unterscheidet sich Cartagena zum Rest der Karibikküste

2. Schuhputzer vor der Kirche vom heiligen Peda

3. Sonnenuntergang zwischen Denkmal

4. Riesenportion Einmal-Alles für 3€, hätte auch 2 Menschen genährt

Im Norden des Süden

Die Halbinsel Guajira ist der nördlichste Teil von Kolumbien. Ein kleiner Teil davon liegt in Venezuela und belebt wird diese Wüste hauptsächlich von den Wayu-Menschen. Beachtung von der Regierung bekommen die Dörfer hier nur wenig, die meisten haben nur 2-3 Stunden am Tag Strom und kaum oder gar kein fließendes Wasser, die meiste bestehende Infrastruktur gibt es nur wegen dem Güterhafen im Norden. Straßen existieren hier nicht wirklich, nur ganz selten sieht man wenige Meter lange Stücke asphaltiert – diese dienen für Fotos damit die Regierung zeigen kann, dass sie doch eh Unterstützung leistet.

Von Palomino nahm ich einen Bus in Richtung Maicao; die erste Stadt nach der venezuelanischen Grenze und welche deswegen in den letzten Monaten/Jahren ein Knotenpunkt für Schmugelware wurde. Kurz vor dieser Stadt ließ mich der Busfahrer an einer Wegkreuzung aussteigen. Hier standen ein paar Verkäufer mit Getränken herum; einen solchen fragte ich, wie ich weiter nach Uribia komme. Er teilte mir mit, dass das Auto gerade weggefahren ist und das nächste zu diesem Ort erst in ca 45 Minuten kommt, mit dem kann ich dafür aber gleich bis zu meinem eigentlichen Tagesziel – Cabo de la Vela – weiterfahren. Immerhin haben sie mir einen Sessel im Schatten angeboten und so hatte ich genug Zeit um das lustige Treiben auf dieser Kreuzung zu beobachten. Autos und Buse kamen, ließen Leute ein- und aussteigen, Fahrer plauderten mit den Verkäufern, streunende Hunde suchten nach Essen, die Landschaft war bereits etwas trockener, nur Touristen waren keine zu sehen. Es kam schließlich ein 4×4-Ford mit umgebauter Ladefläche, die ein bisschen wie ein Viehkäfig aussah (Foto unten). Neben Zuggleisen ging es pfeilgerade in den Norden.

In Uribia gab es wie angekündigt eine kleine Pause, da es ungefähr Mittag war suchte ich mir etwas zu essen und ein paar Snacks für die kommenden Tage. Snacks waren im Endeffekt alles was ich fand, meinem Magen ist es aber zum Glück nicht ganz so wichtig wie regelmäßig oder nahrhaft er gefüttert wird. Wieder beim Auto wurde ich von hinten gegrüßt/angesprochen. Im ersten Moment etwas verwirrt bemerkte ich jedoch schnell, dass es sich um Gringos handelte, die mich aus der Menschenmenge an Indigenen herausstechen sahen (hier ist es eher wie in Guatemala als im Rest von Kolumbien). Die drei Mädchen aus Hong-Kong, von denen in Wahrheit keine wirklich aus Hong-Kong war, wollten offensichtlich auch nach Cabo de la Vela und dann weiter zum Punta Gallinas. Es stellte sich im laufe der Tage heraus, dass sie den gleichen Reiseblog zu diesem Abschnitt gelesen haben wie ich, und daher den gleichen Zeitplan hatten wie ich. Gemeinsam beganen wir unsere Weiterreise auf der Ladefläche, mittlerweile begraben von Bergen an Lebensmittel (da Uribia der letzte “richtige” Ort ist). Der Wagen kam erst ins Rollen als absolut niemand oder nichts mehr hinten hinein passte, zwei oder drei Männer waren sogar am Dach. Über eine Schotterstraße fahrend sahen wir die Vegetation immer spärlicher werden. Nach dutzenden Kilometern nahmen wir die Abzweigung nach Cabo de la Vela, die Hauptstraße geht weiter zu einem Hafen, zu dem auch die Gleise führen. Unsere Straße wurde sehr bald zu Fahrspuren durch die Steppe vermindert. Den Boden sah man an manchen Stellen zersplittern wie man es aus Filmen/Comics kennt, an anderen Stellen war er fast schon gatschig. Die Ladefläche wurde immer geräumiger je mehr Häuser wir passierten und schon bald fuhren wir neben dem Meer entlang – weit konnte es nicht mehr sein.

Im “Ort” angekommen fanden wir ein “Hostel” das überdachte Hängematten anbat, in einem “Raum” ohne jegliche Wände. Zuerst wirkte das befreiend und angenehm, als der Wind in der Nacht allerdings stärker wurde, sehnten wir uns nach dem Schutz. An diesem Abend gab es nur mehr ein einfaches Abendessen plus ein venezuelanisches Bier und dann war bereits Sendepause. Am nächsten Tag stand mehr Program am Tagesplan. Ausgemacht war, dass wir mit Motorräden zu verschiedenen points of interest in der Nähe gebracht werden. Es kamen allerdings nur zwei klapprige Motorräder für die vier von Uns. Wir mussten zu dritt je ein Zweirad besetzen, uns selbst fahren lassen wollten sie nämlich auch nicht. Zum Glück hatten wir keine Helme oder Handschuhe… Bei einem der Stopps konnten wir uns auch im wilden Meer erfrischen. Zu Mittag gab es Fisch und Entspannung in der Hängematte, den atardecer schauten wir uns von einem Leuchtturm an – 3 Meter hohes Stahlgerüst mit Lampe oben drauf hätte es allerdings besser getroffen.

Gestern wurden wir um 6:30 mit einem Auto abgeholt und fuhren in Richtung Punta Gallinas. Am Weg kamen wir bei mehreren Wayukindern und Wayufrauen vorbei, die Ketten über die Straße spannten und Süßigkeiten oder Geld vom Fahrer verlangten. Da er aber selbst Wayu war gab er ihnen nichts; wie sich später heraus stellte scheint niemand der Fahrer ihnen etwas zu geben, wozu sie also diese Blockaden aufbauen blieb ein Rätsel. Wo nahe Cabo de la Vela meistens noch Sträucher oder karge Bäume zu sehen waren, fuhren wir gestern großteils durch komplett flache und lebenslose Wüste. Angeblich kann es passieren, dass man ein Boot braucht um diese Strecke zu überqueren, wenn es stark regnet. Wann es hier aber so stark regnen soll ging uns (daweil) nicht ganz auf. Nach drei sehr holprigen Stunden kamen wir zu einem kleinem Fluss, wo wir auf ein Boot wechselten. Wenige Gehminuten nach der Überquerung später und wir waren bei unserer Unterkunft. Aufs verspätete Frühstück folgte eine weitere Tour verschiedener Sehenswürdigkeiten, unter anderem Punta Gallinas. Der Punkt der Hehnen ist der nördlichste Punkt des Festland Südamerikas. Ansich ist die Aussicht dort aber nichts Besonders, ein paar kleine lustige Steintürme sind – vermutlich von anderen Touristen – errichtet worden. Das beste des Ausfluges kam allerdings noch, Sanddünen die direkt ins Meer verlaufen. Meine Reisegefährten erzählten mir, dass es vergnügsam ist diese hinunter zu laufen (sollte ähnlich wie in der Asche beim Vulkan sein) und sich dann ins Meer zu werfen. Sie machten es vor, ich machte es nach. Ich hab aber die Memo verpeilt, dass sie nicht so schnell gerannt sind wie sie konnten, was ich schon tat… Schon auf der Zielgeraden, ca 2 Schritte vor dem Wasser, verlor ich schließlich das Gleichgewicht. Foto der Auswirkungen ist unten zu sehen (nichts für dich Mama ;)). Im Wasser meine Wunde kühlend, bemerkten wir das bizarste Ereignis des Ausfluges, welches lustigerweise wenige Stunden vorher bereits prophezeit wurde. Es began zu schütten, volle Wäsche, so stark, dass es richtig unangenehm auf der Haut war. Hier, wo wahrscheinlich einmal im Jahr der Boden vom Himmel gegossen wird. Nach einer viertel Stunde war es aber auch schon wieder vorbei, die Sachen trockneten immerhin immens schnell.

Zum Mittagessen gab es Fisch, what else. Danach eine kleine Ruhepause in meinem Chinchorro; Nein, das hat nichts mit den mexikanischen Churros zu tun sondern ist eine traditionelle Hängematte der Wayu, äußerst chillig und stylisch.

Rechtzeitig vorm Sonnenuntergang kam mein wahrscheinlicher Höhepunkt des Trips in die Wüste. Die Guides sagten uns lediglich in welche Richtung der Strand zum Sonnenuntergang-Beobachten ist, brachten uns dort aber nicht hin. Ich spazierte also alleine fast eine halbe Stunde durch die Wüste, nur der Sonne folgend und vor dem Schatten flüchtend. Ganz alleine war ich jedoch nicht, einmal kam ein Geier fast zum Streicheln nahe, außerdem sah ich immer wieder den gleichen Hund. Außer den Singvögeln, den Ziegen und dem knirschen meiner Schuhe auf den kleinen Steinchen war es komplett still, und friedlich. Das Orange/Gelb des Boden gab zudem einen sehr schönen Kontrast zum strahlend blauen Himmel. Ich frage mich immer noch, wie die Natur es schafft, Flächen wie diese so gerade zu schaffen. Selten fühlte ich mich der Natur so nahe. Die atemberaubenden Farbspiele der Sonne blieben auf Grund der fehlenden Wolken leider aus, unbefriedigt ging ich trotzdem nicht zurück. Zum Abendessen gab es, richtig geraten, Fisch. Als das Licht ca um halb Zehn ausging, war zusätzlich noch einer der schönsten Sternenhimmel bisher zu sehen.

Heute wurde nach dem Frühstück ein großteil der gestrigen Strecke in die andere Richtung zurückgelegt; bis wir auf die Hauptstraße zum Hafen kamen und diese gen Süden fuhren. In Uribia, wo die Tour endete, konnten wir diesmal ein Auto nach Palomino nehmen, da wir immernoch zu viert waren und es demnach fast auf den gleichen Preis hinaus kam (der Fahrer fuhr auf zugegeben relativ schönen Straßen konstante 130km/h, auch wenn wir durch eine Schulzone mit 30er Tafeln fuhren). Nach einem ausführlichen Mittagessen verabschiedete ich mich von meinen nicht wirklich asiatischen Freunden, und nahm eine lang ersehnte Dusche. Die Kombination aus Salzwasser, Sand und Wind verwandelten mich nämlich in den Surferboy #1. Eine positive Sache der Wüste die mir erst im nachhinein auffiel, war die Absenz der Gelsen, die hießen mich nämlich wieder herzlich willkomen. Viel brachte der Abend in Palomino nicht mehr mit sich, zum Glück fand ich noch ein Restaurant mit Bildhochlade-schnellem Wlan (letzter Post wurde nun auch verschönert).

1. Auto mit dem wir nach C.d.l.V. gebracht wurden

2. Ausblick von Hängematten in C.d.l.V.

3. Pilon de Azucar im Hintergrund

4. Wellen die gegen die Küste krachten, eine hat sogar einen Regenbogen mit ihrem Sprühnebel erzeugt

5. Badestrand von Pilon de Azucar aus

6. Strand

6,5: Karge Landschaft nahe Leuchtturm

7. Sonnenuntergang vom Lighthouse aus

8. Farben nach dem Sonnenuntergang

9. Treppen zu unserer Unterkunft

10. Nördlichste Mensch am Festland Südamerikas

11. Steintürme am nördlichsten Punkt

12. Landschaft

13. Sanddünne

14. Panorama

15. Unterkunft im Hintergrund

15,5: Landschaft

16. Kaktus

17. Suchbild level easy

18. Thats what happens when you run down a dune and slip two steps before you made it to the sea

19. Doggo mit Sonnenuntergang

Aus Berg wird Sand

An meinem letzten Tag in Minca nahm ich den Weg zum Casa Elemento in Angriff. Ein 3 Stunden langer (in jede Richtung) Waldspaziergang mit Aussicht, Pool und rießiger “Hängematte” war angepriesen. In Wahrheit fühlte es sich eher an als würde man schwimmen. Die Wanderung durch den Nebelwald war durch eine ständige Luftfeuchtigkeit von gefühlten nahe zu 100% begleitet. Immerhin dauerte die Wanderung auch wirklich nur 3 Stunden, allerdings insgesamt anstatt pro Richtung (ca 1:50 hinauf und 1:10 hinunter). Ich habe es mir dadurch wahrscheinlich nicht gerade leicht gemacht, gegen Ende hin wollte ich aber unbedingt diese Zeit schlagen.

Schweiß gebadet ging ich beim Casa Elemento zuerst in erfrischend kaltem Wasser baden. Danach wurde auf einem/einer Hängenetz/Hängematte ein Erfrischungsgetränk, ein leckeres Schokobrot aus Minca und der Ausblick genossen. Die Musik war erstaunlicher Weise auch ziemlich entspannt und nicht so nervig wie oft sonst wo. Von hier oben konnte man sowohl Minca als auch Santa Marta wunderbar sehen, mit der Kamera dies einzufangen war jedoch bereits deutlich schwieriger. Um noch vor dem Sonnenuntergang in Minca etwas essen zu können und rechtzeitig für das Farbenspiel wieder bei meinem Hostel oben zu sein, machte ich mich nach nicht all zu langer Zeit auf den Rückweg. Wenig Spannendes folgte der Rückkehr in die Zivilisation.

Am heutigen Morgen wurde ein letztes Frühstück mit dieser traumhaften Aussicht konsumiert, danach hieß es ca 3 Stunden lang im Bus sitzen am Weg nach Palomino. Dieses kleine Stranddorf an der Karibik hat meiner Meinung nach viel zu viele Hostels. Ich suchte das laut Tripadvisor Beste auf, wenn bei soviel Auswahl eines so klar den ersten Platz belegt muss das ja wohl etwas bedeuten. Es ist aber nichts besonderes finde ich, der Rezeptionist wirkte etwas verkatert und nicht so als würde er gerne Fragen beantworten, das Dorm teile ich mit 11 anderen Reisenden, wenigstens der Pool ist sauber. Beim Mittagessen kam ich ins Gespräch mit einem Belgier der mir ein paar Tipps für meinen morgen beginnenden 4 Tages Ausflug nach Punta Gallinas geben konnte. Zum Sonnenuntergang schlenderte ich den Strand entlang, die Sonne vertschüsstr sich allerdings in eine andere Richtung. Die Wellen hier sind so stark, dass man nicht ins Wasser gehen soll und es sich auch nur vereinzelte Abenteuerlustige trauen. Umso besser sind die Wellen allerdings als Hintergrundgeräusch während man an einer der Strandbars entspannt. Restaurants fürs Abendessen gibt es genug, die meisten wirken allerdings etwas ausgestorben. Ich packe heute noch die notwendigsten Sachen in meinen kleinen Rucksack, damit ich morgen meinen Großen da lassen kann und ohne Sorgen in die Wüste reisen kann.

1. Finca in Minca von der ich den Kaffe im Ikaro Cafe getrunken habe

2. Aussicht von Casa Elemento

3. Santa Marta durchs Fernglas

4. Häbgenetz von Casa Elemento

5. Beach in Palomino

Am Anfang der Anden

Nach der täglichen Portion Ei und Brot began die Umsiedlung mit dem Bus nach Minca, ein kleines Bergdorf in den Ausläufen der Sierra Nevada (Die um ganz genau zu seien noch nicht zu den Anden gehört, aber oft dazu gezählt wird). Nach einmal Gefährtwechsel am Stadtrand Santa Martas kamen wir dort bereits um kurz nach 11 Uhr an. Eine unnötige Umleitung später standen wir vor den Stufen zu unserer Unterkunft. Hätten wir vorher gewusst wie veschwitzt man dann beim Hostel ankommt, hätten wir es uns vielleicht anders überlegt. Der Ausblick belohnt einen für den Anstieg, arbeiten würde ich da trotzdem nicht wollen.

Heutige Beschäftigungstherapie war der Besuch eines Wasserfalls. Eine Stunde hingehen, unter der Kaskade baden, dort was kleines zu sich nehmen und schließlich wieder zurück marschieren; leichter gesagt als getan. Am Hinweg wurde die Straße teilweise zu einem gatschigen Pfad. Beim überqueren von eben so einem blieb einer meiner Flipflops im klebrigen Schlamm hängen und promt riss eines der Stoffbänder. Mit einem Fuß barfüssig ging es also weiter, bereits wenige Minuten danach began es allerdings auch noch zu regnen. Da ich schon etliche Tage keinen Regen mehr hatte, habe ich irgendwie gänzlich vergessen, dass es regnen kann. Demnach hatte ich auch keinen Regenschutz für den Rucksack mit, zumindestens hatte ich allerdings bereits eine Badehose an. Ohnehin schon nass erreichten wir ca 20 Minuten später den Wasserfall. Dort gab es immerhin überdachte Bänke zum trocknen. Als das Himmelswasser kurzzeitig weniger wurde, wagten wir uns in das Wasserbecken unter der Klippe. Auf Grund der Eiseskälte blieben wir allerdings nicht sonderlich lange, stattdessen setzten wir uns wieder unter das Dach und warteten mit Pommes auf einen blauen Himmel. Als dieser sich blicken lies, machten wir uns auf den Rückweg.

Im Dorf suchte ich nach einem Geschäft das Flipflops verkauft. Im Endeffekt zwängte ich meine Füsse in die unbequemsten, aber auch einzigen, Flipflops. Wenigstens konnte ich den Preis von 20.000 COP (5,47€) auf 17.000 Cop (4,65€) herunter handeln – habe ich ja doch etwas gelernt vom Clemumps ;). Im neuen Schuhwerk hieß es nun wieder zum Hostel hinauf zu hatschen. Wir entschlossen dies den letzten Aufstieg für den Tag seien zu lassen. Nach einem wunderschönen atardecer warteten wir bei volkstümlicher kolumbianischer Live-Musik auf das Abendessen. Lustigerweise ist das schon die zweite vegetarische Unterkunft in Kolumbien, daher gab es zum Nachtmahl vegetarische Lasagne, die war dafür aber ausgezeichnet.

Den heutigen Tag wollten wir bei einer vom Clemens empfohlenen französischen Bäckerei starten, da deren Kaffeemaschine aber gerade geputzt wurde (welches Frühstückslokal putzt um 9 Uhr seine Kaffeemaschine?) gingen wir zu einem Anderen, dass auch hervorragend war. Da meine Reisegefährtin wieder zurück zu ihrer Arbeit in Santa Marta musste, war ich ab Mittag wieder alleine unterwegs.

Bei der Rezeption erkundigte ich mich, was ich mir am ehersten als nächstes anschauen soll, Pozo Azul war die Antwort. 50 Minuten hin spazieren, erfrischen und Natur genießen, am Weg zurück es sich mit einem Craftbier und Ausblick gut gehen lassen und abschließen mit Mittagessen wieder im Dorf; leicht gesagt, leicht getan, abgesehen davon, dass das Craftbier durch ein Coca-Cola ersetzt wurde. Der Hinweg war entspannt, ruhig und nicht zu anstrengend. Ich fragte mich zwar manchmal ob ich denn wirklich noch am richtigen Weg bin, einige entgegenkommenden Touristen bestätigten das jedoch immer wieder. Pozo Azul ansich ist nicht das spannendste der Welt, auf mich wirkte es wie ein Billigmarken-Siete Altares (wer sich von euch wohl noch daran erinnern kann, ohne nach schauen! :d). Das Wasser war wieder ein Mal kälter als es die Polizei erlaubt, daher wurde auch heute die Badesitzung nur kurz gehalten. Am Weg zurück nahm ich wie erwähnt ein jugenfreundliches Erfrischungsgetränk zu mir, immerhin blieb der Ausblick der gleiche egal welchen Trank man trank.

Wieder im Ort war es Zeit zum Mittagessen. Ich besuchte das Lokal, bei dem mir der Clemens die Anweisung gegeben hat nach einem bestimmten Bier zu fragen. Ich kam mit einem der Braumeister ins Gespräch und dieser verriet mir, dass das was ich suche leider erst wieder am 5. Dezember zu trinken ist. Das Mittagessen war auch mit einem anderen Bier der gleichen Brauerei hervorragend. Anschließend hieß es abermals den kleinen Hügel zu erklimmen. Zum zweiten Mal des Tages kam ich mit recht kaltem Wasser in Kontakt, diesmal allerdings aus einer Leitung. Befreit von meinem Schweiß fing ich in einer Hängematte mit Blick über das Tal an, den Blogeintrag zu schreiben (in einer Hängematte werde ich übrigends auch die Nacht verbringen, da in den Dorms nichts mehr frei war). Bis zum Abendessen stand nur mehr entspannen und das ein oder andere plaudern am Plan.

Im Dunklen stieg ich auf der Suche nach Fleisch die Treppen wieder hinunter. Ich endete vor den Türen von Lazy Cat, ein derartig beliebtes Restaurant, dass ich sogar auf einen Tisch auf der Terasse warten musste; zum Glück aber nur wenige Minuten. Ein kleines Craftbier vom Faß und einen Burger wollte ich bestellen, ein großes Bier wurde jedoch zum Begleiter der Mahlzeit ernannt; Happy Hour scheint hier weiter verbreitet zu sein als in Europa, zumindestens meiner Erfahrung nach. Mit gesättigtem Bauch und noch halbvollem Erfrischungsgetränk sitze ich also hier und schreibe die letzten Zeilen, denn Wlan hat meine Unterkunft keines.

Zu sehen sind:Atardecer von Unterkunft

Wasserfall von Gestern (zuerst war der Pool noch ziemlich klar, starker Regen änderte das)

Craftbier bei Unterkunft mit Ausblick (Im Hintergrund Santa Marta und das Meer)

Atardecer von Unterkunft

Teil von Pozo Azul

Ich und Wasserfall

Chilloutarea von Unterkunft

Neuen Flipflops

Santa Marta

Am Tag der Ankunft habe ich mich zu aller Erst für fast 2 Stunden hingelegt, denn aus dem Hotel in Bogota wurde aus Zeitgründen doch nichts, folglich hab ich kaum geschlafen seit wir in Antigua aufgebrochen sind. Etwas erholt chillte ich mich an den Strand, aber in den Schatten weil die kolumbianische gelbe Sau gnadenlos herunter brannte. Besonders aktiv wurde ich nicht mehr an diesem Tag, zum Abendessen unterhielt ich mich mit meinen Zimmergenoßen; einem neuseeländischem Pensionisten und zwei jungerwachsene Briten.

Nach diesem Exzess an Faulheit begab ich mich gestern nach einer vormittäglichen Erfrischung im Meer auf den Weg nach Santa Marta (ca 8 Kilometer mit dem Bus, dauert aber ein Weilchen wegen ständigen Stopps). Die Stadt heißt nicht viel meiner Meinung nach. Es gibt eine relativ kleine Zone die die Altstadt seien soll, wobei der größere Unterschied zur restlichen Stadt hauptsächlich der verminderte Verkehr ist – wirkliche Altstadt-Architektur gibt es hier nicht viel zu sehen. Die Strandpromenade wirkt auch nicht sehr einladend, zum Teil weil sie auf der einen Seite von einem Frachthafen begrenzt ist und auf der anderen Seite von einem Kleinboothafen. Auf der Suche nach einem Mittagsessen stieß ich bei meinen ersten drei Wahlen auf geschlossene Pforten. Schließendlich fand ich einen billigen vegetarischen Sandwich Laden; das Menü mit Sandwich, Platanoschips und Getränk kostete nur ca 3€.

Die Buchgeschäfte die ich am Vortag bereits heraus gesucht habe, waren leider auch alle geschlossen. Wirklich gebraucht hab ich sie zum Glück nicht, ich wollte lediglich meinen Reiseführer auf den Neueren aufwerten. Ich schlenderte noch ein wenig durch die Straßen und Parks, bis ich das Cafe Ikaro entdeckte (die Großen sollten es kennen).

Wieder im Hostel hüpfte ich zum Sonnenuntergang nochmal schnell ins Wasser. Während kleine Nibbelfische mich belästigten lernte ich zwei von den hier arbeitenden Voluntären besser kennen. In deren Gesellschaft wurde der gestrigen Abend, zum ersten Mal seit langer Zeit, zu einer längeren und flüssigeren Nacht. Zum Glück für mein Börserl kostet das Bier hier nur 1,15€ an der Bar 👌🏼. Im Gespräch stellte sich heraus, dass eine der Voluntäre am Freitag nach Minca fährt, was auch meine nächste geplante Station ist. Anstatt also heute mühsam alleine dort hin zu finden, blieb ich den heutigen Tag noch hier am Strand (und in der Stadt für ATM und einen schnellen Flat White) und fahr erst morgen nach Minca.

Hier noch der Strand von meiner Unterkunft, zwei Statuen an der Unterkunft (eine davon der Gründer der Stadt) und ein slightly akward Selfie im Cafe Ikaro

Verabschiedung und Flughafenhorror

Um 4 Uhr waren wir am Flughafen, eingecheckt haben wir bereits online, anstellen fürs Gepäck muss man sich trotzdem. Vor der Sicherheitskontrolle wollten wir unsere Wasserflaschen weghauen weil sie zu voll zum austrinken waren, der Flughafenbeamte meinte aber, dass wirs ruhig mitnehmen sollen; die sind da nicht so streng und man sieht ja dass es Wasser ist. Nagut, wenn der Herr meint. Meine große Flasche wurde dann doch von einem Kollegen gekübelt, Clemens konnte seine Kleinere aber behalten. Wir verzehrten noch ein letztes desayuno tipico und setzten uns vor unsere Gates, die zufälliger Weise direkt neben einander waren.

Mein Boarding hätte eine knappe Stunde vor Clemens seinem beginnen sollen, es war im Endeffekt aber nur eine gute viertel Stunde. Nichts desto trotz musste ich einen Weg gehen den der Clemens mir nicht folgen konnte. Adios hermano hieß es also schweres Herzens; Gracias por acompañarme.

Im Flieger bekam ich den wohl besten Platz außerhalb der Ersten Klasse. Mehr Beinfreiheit hätte sich nicht einmal ein NBA-Spieler wünschen können. Ein Schläfchen ließ die zwei Stunden Flugzeit blitzschnell vergehen. Aufgewacht bin ich gerade als ich mir bekannte Landschaft durch das Flugzeugfenster sehen konnte. Punta Arenas, Montezuma & der untere Teil der Nicoya Halbinsel sowie die Halbinsel Osa (die Namen sollten es bei der Hannah klingeln lassen). In San José angekommen bereitete ich mich mental auf die 8 Stunden Aufenthalt vor. Als Aufmunterung kommt mich immerhin mein Gastbruder besuchen. Wie kommt man denn jetzt nochmal schnell aus dem Flughafen hinaus? Die Person hinter dem Informationsschalter meint ich soll mich an einen Angestellten meiner Fluglinie melden, dieser Verwies mich aber lediglich zum Ausgang (der kein wirklicher Ausgang war) wo mir die Polizisten sagten ich muss mit Hilfe eines Angestellten der Fluglinie zur Immigration gebracht werden, aber nur wenn ich mehr als 5 Stunden layover habe. Die nächste Angestellte die ich traf meinte auf einmal es müssen mehr als 8 Stunden zwischen den beiden Flügen liegen, da es bei mir dafür genau nicht reichte und mir mittlerweile sowieso schon nur mehr weniger Zeit überblieb, wollte sie mir nicht wirklich weiterhelfen. Eine letzte Angestellte (gar nicht so leicht jemanden zu finden auf diesem Flughafen) hab ich darum gebeten, dass ich mit jemandem von der Immigration oder ihrem Vorgesetzten reden darf. Ein Herr der anscheinend irgendwie ein bisschen von beidem war gab mir schließlich das endgültige Nein.

Genervt setzte ich mich mit meinem Gastbruder in Kontakt, der sogar beim Flughafen angerufen hat, aber auch das hat dann nichts mehr geholfen. Besiegt setzte ich mich zu einem ruhigen Gate und las in meinem Buch weiter. Die Fluganzeige zeigte das Gate immer erst eine Stunde vor Boarding an, als ich also um halb Drei auf den Bildschirm schaute, musste ich erst noch ein paar Mal hinschauen um mich zu vergewissern, dass ich richtig sah. Die Abflugzeit wurde von 16:30 auf 22:25 verschoben. Mein zweiter connecting-flight wäre um ungefähr 20:00 von Bogota ausgegangen, um 22:18 hätte ich bereits in Santa Marta sein sollen. Voller Fragen was denn das jetzt für meine Pläne bedeutet machte ich mich erneut auf die Suche nach einem Angestellten. Ein anderer ebenso frustrierter Amerikaner und ich erblickten nach 10 Minuten suchen die erste Frau die uns Auskunft geben könnte. Und zwar, dass wir in Bogota ein Hotel für die Nacht bekommen, und in der Früh mit dem ersten Flieger zu unserem jeweiligen Endziel fliegen, zusätzlich gab es noch Voucher für ein Mittag- und Abendessen im Flughafen.

Alles nicht so schlimm wie es im ersten Moment schien, die eigentlich bereits gebuchte Unterkunft für die Nacht zeigte sich auch verständlich und änderte meine Reservierung auf die morgige Nacht. Der Amerikaner erzählte mir noch seine heutige Geschichte; er hätte eigentlich bereits um 8 in der Früh im Flieger nach Bogota sitzen sollen und etwas nach Mittag in Cali ankommen sollen. Er kam allerdings etwas knapp zum Boarding und als die Stewardes ihn darauf hinwies, dass er einen proof of onward travel von Kolumbien vorzeigen müsste um überhaupt einzureisen, blieb ihm nicht genug Zeit um sich ins Internet ein zu loggen und das Flugticket herunter zu laden, das Gate musste bereits schließen. Erstaunt fragte ich nach ob man wirklich ein Ticket für die Weiterreise vorzeigen müsse, denn ich hätte geplant gehabt über den Landesweg nach Ecuador weiter zu reisen.

Nachdem ich mir auch von der Stewardes versichern ließ, dass dem so wäre, habe ich mit Hilfe von Angela ein Flugticket von Bogota nach Quito für den 27.1.2019 gebucht. Glücklicher Weise kann man über Expedia innerhalb 24 Stunden gratis den Flug 100% rückerstattet bekommen 😉

Nach einigen Spaziergängen auf und ab in diesem kleinem Flughafen, einigen gelesenen Seiten von It, einigen gelesenen Seiten im Internet und einigen beobachteten Menschen (und einer weiter Verspätung um 25 Minuten) kann ich also endlich das Flugzeug nach Bogota boarden. Hoffentlich wird das mit dem Hotel in Bogota wenigstens reibungslos laufen.

Hier noch das erste Flugzeug von Heute (picture courtesy of Clemumps)

Der Höhepunkt meines Lebens

Donnerstag verbrachten wir noch ganz gemütlich. Die Stadt war ein großes Chaos, da viele lateinamerikanische Präsidenten sich hier für ein Gipfeltreffen versammelten. Von einem Café mit Dachterrasse aus beobachteten wir das ganze Geschehen. Unter anderem sahen wir einen stark bewachten Konvoi aus dem wichtig scheinende Menschen ausstiegen, 2 Helikopter die fast so wirkten als würden sie sich jagen und im Hintergrund war unsere Beschäftigung für die nächsten eineinhalb Tage sichtbar; der Vulkan Acatenango. Wir kauften noch ein paar Snacks und Flaschen Wasser ein, packten unsere Rucksäcke mit aller warmen Kleidung die wir mithaben (teilweise borgten wir uns auch noch Sachen aus) und machten uns auf den Weg zum kleinen Dorf San Jose Calderas.

Wir entschieden uns für die authentischste Option, so fuhren wir statt um 50Q mit dem Auto, um 8Q mit dem Chickenbus zu diesem Ort. Dort verbrachten wir den späten Nachmittag und die Nacht im Haus der Familie Catalinos. Catlino und seine (große) Familie arbeiten fast alle als Bergführer und waren alle sehr willkommen heißend. Nach einigen netten Gesprächen hieß es ohne Dusche ins Bett, weil es in dem Dorf kaum Wasser gab. In der Früh frühstückten wir noch dort und wurden dann die restlichen wenigen Minuten mit dem Auto zum Beginn des Wanderweges gebracht. Dieser liegt auf 2430 Höhenmeter.

Nach einer anstrengenden steilen ersten Stunde gelangten wir (nur Clemens, Kevin unser Leiter und ich) zum offiziellen Eingang des Nationalparks. Kurz danach began der Regenwald, durch den wir ungefähr zwei Stunden marschierten. Da unsere Gruppe eben nur aus uns bestand – im Gegensatz zu den bis zu 25 Mann starken Gruppen von den Reiseagenturen – konnten wir so oft Verschnaufpausen einlegen wie wir wollten. Um halb Zwölf nahmen wir auf einem kleinen Pausenplatz unser Mittagessen zu uns. Wir waren beide überrascht wie gut es geschmeckt hat. Es bestand aus einem Stück frittiertem Hühnchen, Reis, ein kleiner Kolben Mais, Erdäpfel, Brot und sogar noch Tortillas, ausgiebiger als es hätte sein müssen. Mit vollem Magen nahmen wir das letzte Steile Stück in Angriff, welches sich aber ziemlich in die länge zog. Nach einer kurzen Trinkpause (wir hatten jeder 3 Liter Wasser mit, weniger hätte es nicht sein dürfen) spazierten wir entspannt die letzten paar hundert Meter. Um 14 Uhr kamen wir beim Basecamp an und ließen erstmal die Füße baumeln und genossen die Bergsonne. Etwas später schloß sich uns noch Ryan, ein Amerikaner, an. Zu 4. saßen wir den restlichen Nachmittag vor einem daweil noch schlummernden Lagerfeuer. Immer wieder ließen die beständigen Wolken einen Blick auf den nicht schlummernden Vulkan Fuego zu. Selbst wenn wir aber nicht sahen, hörten wir ihn immer wieder, teilweise fühlten wir seine Aktivitäten sogar.

Nach einer, für mich, unangenehmen Nacht, weckte uns um 3:45 der Wecker. Wir zogen uns jede Schicht Kleidung an die wir mit hatten und gingen im dunkeln das letzte Stück zum Gipfel hinauf. Nach ca einer Stunde – 15 Minuten davon in losem Sand/Kies wo jeder Schritt vorwärts einen halben Schritt rückwärts mit sich brachte – wurden wir mit einem wunderbaren Auablick belohnt. Wir suchten uns einen Platz mit Ausblick auf die Vulkane Agua, Pacaya & Fuego und den Pazifik. Während Pacaya gleichbleibend rot schimmerte und Fuego immer wieder teuflisch loderte, began der Horizont langsam in einem warmen Orange zu leuchten. Frierend beobachteten wir dieses Spektal der Natur für ca 25 Minuten, bis wir uns endlich in den ersten direkten Sonnenstrahlen aufwärmen konnten. Langsam machten wir einen Rundgang um den Krater und sahen unter anderem den See Atitlan, über den sich der Schatten von unserem Berg ausbreitete. In Richtung Norden breitete sich ein undurchbrechbares Wolkenmeer aus. Zur Rettung unserer eisigen Hände zeigte uns Kevin kleine Entlüftungen des eigentlich nicht mehr aktiven Vulkan Acatenangos, aus welchen warme bis heiße Luft austrat.

So war dies auf 3970 Höhenmetern, quite literally, der Höhepunkt meines Lebens.

Der Abstieg war relativ unanstrengend, aber meine Zehen haben ziemlich weh getan als wir unten ankommen sind. Das beste Stück war der Sand/Kies, das bergauf doch das Kräfte raubendste Stück war, da man ähnlich wie in Schnee bergab rennnen konnte. Endlich wieder auf gerader Unterfläche wurden wir mit einem Auto nach Antigua gebracht, wo wir zu aller erst in unserem Zimmer ein Nickerchen machten.

Den restlichen gestrigen Tag und Heute passierte kaum mehr spannendes, abgesehen davon, dass wir heute Abend von der Stadt aus beobachten konnten wie Fuego eine Stunde lang ununterbrochen ausbrach. Ich wäre sehr gern zu dieser Zeit oben gewesen, aber sowas kann man nun mal nicht bestimmen. Clemens und ich tauschten noch ein paar Sachen hin und her, welche die er von mir mit nach Hause nimmt und welche die ich von ihm weiter auf die Reise mitnehme. Doch jetzt müssen wir früh schlafen gehen, denn morgen holt uns ein Airport-Shuttle um 3:00 ab.

P.S. zu faul zum proofreaden

Hier noch paar Eindrücke vom Vulkan. 1. Acatenango von Catalinos Haus 2. Horizont vom Gipfel 3. Clemens mit Fuego 4. Sonne hats geschafft 5. Fuego vom Basecamp 6. Ausblick über Agua und Teile Guatemalas

Antigua

Per Boot und selbstmörderischem Bus kamen wir gestern nach Antigua. Es war nicht zu übersehen, dass wir Guate (Guatemala City) immer näher kamen. Die Straßen wurden größer, die Tankstellen “amerikanischer”, der Verkehe mehr, die Busfahrer verrückter. In Antigua angekommen gingen wir schnurstracks zum Hostel A Place to stay – wiedermal auf Empfehlung der Augenliedchirurgin. Bei diesem netten Hostel sind die Katzen im Preis inkludiert. Außerdem war Raul, der Besitzer, ganz glücklich, als er erfuhr, dass wir Bekannte von der Helena sind.

Nach einem kurzem Mittagessen, trafen wir uns mit Catalino, dem Organisator von unserer kommenden Acatenango-Tour. Er beantwortete mit Vergnügen alle Fragen die wir noch offen hatten. Durstig von dem ausführlichen Gespräch spazierten wir zur Antigua Brewing Company um zwei ausgezeichnete Biere aus dem Faß zu genießen. Als wir schon zur Hälfte aus der Türe waren, lernten wir noch einen der Bierbrauer kennen, der uns (eigentlich hauptsächlich dem Clemens) ihre Anlage zeigte und ein paar Technische Begriffe in den Raum stellte. Die Brauerei/das Lokal hat uns so gut gefallen, dass wir nach einem guten aber eher teurem Abendessen gleich nochmal dort einkehrten.

Heute begannen wir den Tag mit einem kleinen Stadtspaziergang, angefangen bei einem Aussichtspunkt und aufgehört am Hauptplatz. Unsere gestrige Vermutung verstärkte sich heute, Antigua ist eine der wenigen richtig schönen guatemaltekischen Städte, wahrscheinlich Teilweise wegen den vielen Ruinen großer Paläste und Kirchen, aber auch weil grundsätzlich jedes Gebäude nur 1-2 Stöcke hat. Außerdem ist touristisch genug los, dass viele “hippe” Lokale und Restaurants aus dem Erdboden sprießen.

Um 14 Uhr wurden wir vom Minivan abgeholt und machten uns mit 4 Anderen auf den Weg zum Vulkan Pacaya. Pacaya ist 2552 Meter hoch, aktiv seit 23 Tausend Jahren, seit der spanischen Invasion rund 23 Mal ausgebrochen und hat haupsächlich strombolianische Eruptionen. Unsere Wanderung began auf ca 1800 Meter und gipfelte auf ca 2300 Meter. Der Anfang war relativ steil, es wurde jedoch bald einfacher. Oben – nicht am Krater, da darf man nicht rauf – angekommen hat uns nicht nur der Ausblick aus den Socken gehaut, sondern auch der Wind. Aber Lava sahen wir nur sehr wenig und daweil nur mit Fernglas. Weiter gingen, oder besser gesagt rutschen, wir bergab auf Asche und zerbröseltem Gestein, bis zu einer Stelle wo die Steine wenige Centimeter unter der Oberfläche heiß waren. Dort rösteten wir Marshmellows und wärmten unsere Hände auf. Ein paar Minuten später, sahen wir den meiner Meinung nach schönsten Sonnenuntergang bis her, die Bilder vom Clemens schauen zwar auch schon verdammt schön aus, aber in echt schaut es nochmal ganz anders aus!! Zur gleichen Zeit wurde am Vulkan ein eher kleiner Storm Lava gut sichtbar. Unsere Köpfe und Augen waren also hin und her gerissen zwischen dem feurigen Rot der Sonne, und dem brennenden Rot der Lava. In der Dunkelheit beendeten wir unseren Ausflug, und wurden mit dem Shuttle wieder bis fast vor die Türe gebracht. Ein leckeres Abendessen mit Craftbier diente als guter Ausklang für solch einen Tag.

Hier noch Ausblick über Antigua und Vulkan Agua (nicht aktiv), alte Ruine in Antigua, Guate von Pacaya aus, Löwmens vor Pacaya und Katze die meine Hand gerade brutal zerfleischt.