Mit der Übersiedlung in die Unterkunft am See hat sich unser Tagesablauf drastisch verändert. Bisher war es eine Reise, die letzten 4 Tage (5 Nächte) waren allerdings einem herkömmlichen Urlaub ähnlicher.
In der Früh gemütlich aufstehen, zu einem der vielen netten Früstückslokale schlendern, später in der Hängematte chillen, zum abkühlen mal in den See springen, einen Kaffee/Smoothie trinken gehen, so verging die Zeit in den letzten Tagen. Aber wir blieben nicht ganz untätig.
Einmal borgten wir uns am frühen Vormittag ein Kayak aus und überquerten den See zum Playa Las Cristalinas, anschließend paddelten wir zum Ort San Juan und schließlich zurück. Das ganze dauerte ca 3,5 Stunden (nicht alle davon wurden im Kayak verbracht) und wir paddelten etwa 6 Kilometer. Lago de Atitlan glich an diesem Tag eher einem Meer, was dem Unterfangen einen abenteuerlichen Hauch verlieh. Der angeblich kristallklare Strand war nicht besonders schön, wirklich ins Wasser gehen wollten wir aber sowieso nicht. Der Nachbarsort bestand interessanter Weise zu ungefähr 80 Prozent aus Kunstgeschäften, die alle die gleiche Art von Bildern verkauften. Ansonsten war er ganz nett, aber auch nicht der Höhepunkt des Ausfluges. Dieser war dann wohl doch das kayaken selbst.
Einen anderen Tag sind wir um 3:30 aufgestanden und wurden mit einem Minivan zur Nariz del Indio – ist ein Teil der Bergformation die wie ein Gesicht ausschaut – gebracht. Von dort wanderten wir (eine Gruppe von 5 Touristen und 2 Guides) etwa eine halbe Stunde bei Sternen- und Stirnlampenlicht zur Aussichtsplatform. Die Uhr zeigte kurz vor 5 an als wir dort eintrafen. Während die Guides für uns Kaffee über einem kleinen Feuer kochten, bestaunten wir den Sternenhimmel, den schimmernden See und die Lichter der vielen Dörfer um das große Gewässer. Mit ein wenig Glück sahen wir sogar einen am Horizont liegenden Vulkan ausbrechen. Da es noch dunkel war, konnte man trotz der Distanz wunderbar sehen, wie sich die Lava über den gesamten Gipfel ausbreitete bis sie kurz danach versteinerte (oder zumindestens nicht mehr so stark glühte, dass sie von der Distanz sichtbar war). Ein einzigartiger Anblick. Noch bevor der Horizont anfing Farbe anzunehmen, hörte man die nahe gelegenen Dörfer – die doch ca. 1 Kilometer weiter unten lagen – erwachen. Zuerst das Bellen der Hunde, dann die Hähne, und mit den ersten Sonnenstrahlen auch die ein oder andere Kirche (es war immerhin Sonntag). Alles in allem war es meiner Meinung nach ein magischer Morgen. Leider war bei der Rückfahrt ein Teil der Straße gesperrt, so warteten wir zuerst im Auto eine halbe Stunde, bis unser Fahrer gemeint hat wir fahren mit dem Boot weiter, auf das wir nochmal eine halbe Stunde gewartet haben.
Einen Nachmittag verbrachten wir bei Smoking Joes, wo jeden Sonntag das beste BBQ Guatemalas statt findet. Man trifft dort hauptsächlich auf Expats, die bei Getränken, Pool, und laut Clemens das beste gesmokte Brisket das er je gegessen hat, den Nachmittag verbringen.
Heute, Montag, fuhren wir mit dem Boot nach San Marcus und sonnenbadeten dort in einem “Nationalpark”. Dort gab es auch sehr coole Gelegenheiten zum in den See springen (mit einem Seil, über einen Baum der horizontal über das Wasser hinaus wuchs, oder von einer fast 10 Meter hohen Platform) und das Wasser war angenehem erfrischend.
Morgen geht es weiter nach Antigua, die Verabschiedung von underem Quartier und dem ganzen Dorf wird (mir) nicht leicht fallen…
Hier noch Bilder vom Ausblick der Indianernase, ich in der Hängematte vorm Zimmer, und ich am üben meiner Schwebekünste in San Marcus. (Bilder und Bild vom letzten Post kommen wenns gscheites Internet gibt, vll morgen beim früshtück, wenn ich nicht vergesse)











