Falscher Film

Auf der Fahrt nach Coban bemerkten wir die ersten Anzeichen der Veränderung. Nanu, woher kommen denn die Nadelbäume auf einmal? Das Landschaftsbild veränderte sich langsam von tropischer Flora zu lichter werdenden Wäldern. Auch die Nächte und Morgenstunden erinnerten in Coban eher an Frühlingsverhältnisse aus Österreich, Pullis und lange Hosen kamen also zum ersten Mal zum Einsatz.

Ansonsten ist nicht sonderlich viel zu berichten von unserem Aufenthalt in Coban. Kardamom wurde (und wird) hier jede Menge angebaut, anscheinend auch von unseren nördlichen Sprachverwandten. Der Reiseführer gibt an, dass deutsche Migranten im 19. Jahrhundert hierher kamen und durch große Kardamomplantagen wohlhabend wurden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die meisten jedoch vertrieben. Zu viel Mehr ist der Reiseführer leider aber manchmal nicht zu gebrauchen, da es nicht zum ersten Mal unser Hostel nicht mehr gab. Auch Restaurants, Informationscenter oder ähnliches suchten wir bereits öfters vergeblich – das Ganze erinnert mich ein wenig an die Situation in Finnland 🙄.

Durch den Nationalpark, der quasi mitten in der Stadt liegt, spazierten wir für ca eine Stunde, verließen diesen aber vorzeitig wieder. Schlechte Beschilderung der Wege, teilweise nicht geräumte Wege und grundsätzliche unspannende Natur enttäuschten uns ein wenig. Der lokale Markt hingegen war um einiges interessanter, besonders auffallend waren die dutzenden lebendigen Truthähne und Hühner die in den Körben, wahrscheinlich stark sediert, herum lagen.

Auf der Suche nach dem Bus nach Uspantan – wo wir jetzt gerade sind – wurden wir am Busbahnhof leicht verwirrt angeschaut. Entgegen der Erwartung, dass wir entweder nach Flores oder Guatemala City wollten, dachten sich die Fahrer wohl was wir in diesem Hinterland wollen. Im Endeffekt war es ihnen dann aber doch egal, solange wir zahlten.

Apropos Thema Geld, mittlerweile ist uns aufgefallen, dass es den Guatemalteken schwer fällt zu verstehen, wenn wir Trinkgeld geben wollen. Wir probierten bereits verschiedenste Formulierungen von “50 Bitte” (nur als Beispiel), doch das Wechselgeld fand noch fast immer seinen Weg zu unserem Tisch. Und das, obwohl auf den Speisekarten oft dabei steht Tips not included.

In Uspantan angekommen, fanden wir schnell unser Hotel, dass eines der saubereren und gepflegteren bis her ist. Auf ein billiges, aber leckeres, Mittagessen folgte eine kurze Erkundungstour des Dorfes. Viel fanden wir nicht. Immerhin konnte Clemens aber ein Loch in einer seiner Hosen bei einem Schneider reparieren lassen. Pläne zu einem nahen Wasserfall zu wandern/spazieren fielen erstmals ins Wasser, da der Clemens etwas angeschlagen ist. So gestalteten wir den Nachmittag eben ruhig, ich bin dafür schon bei der Hälfte von meinem sechsten Buch auf dieser Reise 👌🏼.

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