Der Höhepunkt meines Lebens

Donnerstag verbrachten wir noch ganz gemütlich. Die Stadt war ein großes Chaos, da viele lateinamerikanische Präsidenten sich hier für ein Gipfeltreffen versammelten. Von einem Café mit Dachterrasse aus beobachteten wir das ganze Geschehen. Unter anderem sahen wir einen stark bewachten Konvoi aus dem wichtig scheinende Menschen ausstiegen, 2 Helikopter die fast so wirkten als würden sie sich jagen und im Hintergrund war unsere Beschäftigung für die nächsten eineinhalb Tage sichtbar; der Vulkan Acatenango. Wir kauften noch ein paar Snacks und Flaschen Wasser ein, packten unsere Rucksäcke mit aller warmen Kleidung die wir mithaben (teilweise borgten wir uns auch noch Sachen aus) und machten uns auf den Weg zum kleinen Dorf San Jose Calderas.

Wir entschieden uns für die authentischste Option, so fuhren wir statt um 50Q mit dem Auto, um 8Q mit dem Chickenbus zu diesem Ort. Dort verbrachten wir den späten Nachmittag und die Nacht im Haus der Familie Catalinos. Catlino und seine (große) Familie arbeiten fast alle als Bergführer und waren alle sehr willkommen heißend. Nach einigen netten Gesprächen hieß es ohne Dusche ins Bett, weil es in dem Dorf kaum Wasser gab. In der Früh frühstückten wir noch dort und wurden dann die restlichen wenigen Minuten mit dem Auto zum Beginn des Wanderweges gebracht. Dieser liegt auf 2430 Höhenmeter.

Nach einer anstrengenden steilen ersten Stunde gelangten wir (nur Clemens, Kevin unser Leiter und ich) zum offiziellen Eingang des Nationalparks. Kurz danach began der Regenwald, durch den wir ungefähr zwei Stunden marschierten. Da unsere Gruppe eben nur aus uns bestand – im Gegensatz zu den bis zu 25 Mann starken Gruppen von den Reiseagenturen – konnten wir so oft Verschnaufpausen einlegen wie wir wollten. Um halb Zwölf nahmen wir auf einem kleinen Pausenplatz unser Mittagessen zu uns. Wir waren beide überrascht wie gut es geschmeckt hat. Es bestand aus einem Stück frittiertem Hühnchen, Reis, ein kleiner Kolben Mais, Erdäpfel, Brot und sogar noch Tortillas, ausgiebiger als es hätte sein müssen. Mit vollem Magen nahmen wir das letzte Steile Stück in Angriff, welches sich aber ziemlich in die länge zog. Nach einer kurzen Trinkpause (wir hatten jeder 3 Liter Wasser mit, weniger hätte es nicht sein dürfen) spazierten wir entspannt die letzten paar hundert Meter. Um 14 Uhr kamen wir beim Basecamp an und ließen erstmal die Füße baumeln und genossen die Bergsonne. Etwas später schloß sich uns noch Ryan, ein Amerikaner, an. Zu 4. saßen wir den restlichen Nachmittag vor einem daweil noch schlummernden Lagerfeuer. Immer wieder ließen die beständigen Wolken einen Blick auf den nicht schlummernden Vulkan Fuego zu. Selbst wenn wir aber nicht sahen, hörten wir ihn immer wieder, teilweise fühlten wir seine Aktivitäten sogar.

Nach einer, für mich, unangenehmen Nacht, weckte uns um 3:45 der Wecker. Wir zogen uns jede Schicht Kleidung an die wir mit hatten und gingen im dunkeln das letzte Stück zum Gipfel hinauf. Nach ca einer Stunde – 15 Minuten davon in losem Sand/Kies wo jeder Schritt vorwärts einen halben Schritt rückwärts mit sich brachte – wurden wir mit einem wunderbaren Auablick belohnt. Wir suchten uns einen Platz mit Ausblick auf die Vulkane Agua, Pacaya & Fuego und den Pazifik. Während Pacaya gleichbleibend rot schimmerte und Fuego immer wieder teuflisch loderte, began der Horizont langsam in einem warmen Orange zu leuchten. Frierend beobachteten wir dieses Spektal der Natur für ca 25 Minuten, bis wir uns endlich in den ersten direkten Sonnenstrahlen aufwärmen konnten. Langsam machten wir einen Rundgang um den Krater und sahen unter anderem den See Atitlan, über den sich der Schatten von unserem Berg ausbreitete. In Richtung Norden breitete sich ein undurchbrechbares Wolkenmeer aus. Zur Rettung unserer eisigen Hände zeigte uns Kevin kleine Entlüftungen des eigentlich nicht mehr aktiven Vulkan Acatenangos, aus welchen warme bis heiße Luft austrat.

So war dies auf 3970 Höhenmetern, quite literally, der Höhepunkt meines Lebens.

Der Abstieg war relativ unanstrengend, aber meine Zehen haben ziemlich weh getan als wir unten ankommen sind. Das beste Stück war der Sand/Kies, das bergauf doch das Kräfte raubendste Stück war, da man ähnlich wie in Schnee bergab rennnen konnte. Endlich wieder auf gerader Unterfläche wurden wir mit einem Auto nach Antigua gebracht, wo wir zu aller erst in unserem Zimmer ein Nickerchen machten.

Den restlichen gestrigen Tag und Heute passierte kaum mehr spannendes, abgesehen davon, dass wir heute Abend von der Stadt aus beobachten konnten wie Fuego eine Stunde lang ununterbrochen ausbrach. Ich wäre sehr gern zu dieser Zeit oben gewesen, aber sowas kann man nun mal nicht bestimmen. Clemens und ich tauschten noch ein paar Sachen hin und her, welche die er von mir mit nach Hause nimmt und welche die ich von ihm weiter auf die Reise mitnehme. Doch jetzt müssen wir früh schlafen gehen, denn morgen holt uns ein Airport-Shuttle um 3:00 ab.

P.S. zu faul zum proofreaden

Hier noch paar Eindrücke vom Vulkan. 1. Acatenango von Catalinos Haus 2. Horizont vom Gipfel 3. Clemens mit Fuego 4. Sonne hats geschafft 5. Fuego vom Basecamp 6. Ausblick über Agua und Teile Guatemalas

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