Verabschiedung und Flughafenhorror

Um 4 Uhr waren wir am Flughafen, eingecheckt haben wir bereits online, anstellen fürs Gepäck muss man sich trotzdem. Vor der Sicherheitskontrolle wollten wir unsere Wasserflaschen weghauen weil sie zu voll zum austrinken waren, der Flughafenbeamte meinte aber, dass wirs ruhig mitnehmen sollen; die sind da nicht so streng und man sieht ja dass es Wasser ist. Nagut, wenn der Herr meint. Meine große Flasche wurde dann doch von einem Kollegen gekübelt, Clemens konnte seine Kleinere aber behalten. Wir verzehrten noch ein letztes desayuno tipico und setzten uns vor unsere Gates, die zufälliger Weise direkt neben einander waren.

Mein Boarding hätte eine knappe Stunde vor Clemens seinem beginnen sollen, es war im Endeffekt aber nur eine gute viertel Stunde. Nichts desto trotz musste ich einen Weg gehen den der Clemens mir nicht folgen konnte. Adios hermano hieß es also schweres Herzens; Gracias por acompañarme.

Im Flieger bekam ich den wohl besten Platz außerhalb der Ersten Klasse. Mehr Beinfreiheit hätte sich nicht einmal ein NBA-Spieler wünschen können. Ein Schläfchen ließ die zwei Stunden Flugzeit blitzschnell vergehen. Aufgewacht bin ich gerade als ich mir bekannte Landschaft durch das Flugzeugfenster sehen konnte. Punta Arenas, Montezuma & der untere Teil der Nicoya Halbinsel sowie die Halbinsel Osa (die Namen sollten es bei der Hannah klingeln lassen). In San José angekommen bereitete ich mich mental auf die 8 Stunden Aufenthalt vor. Als Aufmunterung kommt mich immerhin mein Gastbruder besuchen. Wie kommt man denn jetzt nochmal schnell aus dem Flughafen hinaus? Die Person hinter dem Informationsschalter meint ich soll mich an einen Angestellten meiner Fluglinie melden, dieser Verwies mich aber lediglich zum Ausgang (der kein wirklicher Ausgang war) wo mir die Polizisten sagten ich muss mit Hilfe eines Angestellten der Fluglinie zur Immigration gebracht werden, aber nur wenn ich mehr als 5 Stunden layover habe. Die nächste Angestellte die ich traf meinte auf einmal es müssen mehr als 8 Stunden zwischen den beiden Flügen liegen, da es bei mir dafür genau nicht reichte und mir mittlerweile sowieso schon nur mehr weniger Zeit überblieb, wollte sie mir nicht wirklich weiterhelfen. Eine letzte Angestellte (gar nicht so leicht jemanden zu finden auf diesem Flughafen) hab ich darum gebeten, dass ich mit jemandem von der Immigration oder ihrem Vorgesetzten reden darf. Ein Herr der anscheinend irgendwie ein bisschen von beidem war gab mir schließlich das endgültige Nein.

Genervt setzte ich mich mit meinem Gastbruder in Kontakt, der sogar beim Flughafen angerufen hat, aber auch das hat dann nichts mehr geholfen. Besiegt setzte ich mich zu einem ruhigen Gate und las in meinem Buch weiter. Die Fluganzeige zeigte das Gate immer erst eine Stunde vor Boarding an, als ich also um halb Drei auf den Bildschirm schaute, musste ich erst noch ein paar Mal hinschauen um mich zu vergewissern, dass ich richtig sah. Die Abflugzeit wurde von 16:30 auf 22:25 verschoben. Mein zweiter connecting-flight wäre um ungefähr 20:00 von Bogota ausgegangen, um 22:18 hätte ich bereits in Santa Marta sein sollen. Voller Fragen was denn das jetzt für meine Pläne bedeutet machte ich mich erneut auf die Suche nach einem Angestellten. Ein anderer ebenso frustrierter Amerikaner und ich erblickten nach 10 Minuten suchen die erste Frau die uns Auskunft geben könnte. Und zwar, dass wir in Bogota ein Hotel für die Nacht bekommen, und in der Früh mit dem ersten Flieger zu unserem jeweiligen Endziel fliegen, zusätzlich gab es noch Voucher für ein Mittag- und Abendessen im Flughafen.

Alles nicht so schlimm wie es im ersten Moment schien, die eigentlich bereits gebuchte Unterkunft für die Nacht zeigte sich auch verständlich und änderte meine Reservierung auf die morgige Nacht. Der Amerikaner erzählte mir noch seine heutige Geschichte; er hätte eigentlich bereits um 8 in der Früh im Flieger nach Bogota sitzen sollen und etwas nach Mittag in Cali ankommen sollen. Er kam allerdings etwas knapp zum Boarding und als die Stewardes ihn darauf hinwies, dass er einen proof of onward travel von Kolumbien vorzeigen müsste um überhaupt einzureisen, blieb ihm nicht genug Zeit um sich ins Internet ein zu loggen und das Flugticket herunter zu laden, das Gate musste bereits schließen. Erstaunt fragte ich nach ob man wirklich ein Ticket für die Weiterreise vorzeigen müsse, denn ich hätte geplant gehabt über den Landesweg nach Ecuador weiter zu reisen.

Nachdem ich mir auch von der Stewardes versichern ließ, dass dem so wäre, habe ich mit Hilfe von Angela ein Flugticket von Bogota nach Quito für den 27.1.2019 gebucht. Glücklicher Weise kann man über Expedia innerhalb 24 Stunden gratis den Flug 100% rückerstattet bekommen 😉

Nach einigen Spaziergängen auf und ab in diesem kleinem Flughafen, einigen gelesenen Seiten von It, einigen gelesenen Seiten im Internet und einigen beobachteten Menschen (und einer weiter Verspätung um 25 Minuten) kann ich also endlich das Flugzeug nach Bogota boarden. Hoffentlich wird das mit dem Hotel in Bogota wenigstens reibungslos laufen.

Hier noch das erste Flugzeug von Heute (picture courtesy of Clemumps)

4 thoughts on “Verabschiedung und Flughafenhorror

  1. Du tust mir leid, gleich am Anfang so viel Probleme, genau wenn du allein bist, ist sicher wahnsinnig frustrierend. Aber bin froh dass es im Endeffekt doch geklappt hat und du es (gemeinsam mit bisschen Homefront-Unterstützung) geschafft hast eine Lösung zu finden! Alles Gute und hoffentlich keine unangenehmen Überraschungen mehr für die vorerst letzte Flugetappe!

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  2. Ach Herrje, so viel mühsam diese Fliegerei und die Grenzen und die Bürokratie… ! Hast du den Jose dann noch treffen können? Konnte er nicht reinkommen? Armer Konsti, aber Kolumbien wird dich für die Strapazen belohnen… Genieß mal die Zeit an der schönen Karibikküste und gönn dir viele schöne Erfahrungen! Wirstsehen, bald ist das alles vergessen 😉 und ja, hat geklingelt… jetzt freu ichmich schon richtig… trink viel limonada de coco! 🙂 Viele Bussi, denk an Dich. Wir holen jetzt dann den Clemi ab. Foto folgt…

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