Am Anfang der Anden

Nach der täglichen Portion Ei und Brot began die Umsiedlung mit dem Bus nach Minca, ein kleines Bergdorf in den Ausläufen der Sierra Nevada (Die um ganz genau zu seien noch nicht zu den Anden gehört, aber oft dazu gezählt wird). Nach einmal Gefährtwechsel am Stadtrand Santa Martas kamen wir dort bereits um kurz nach 11 Uhr an. Eine unnötige Umleitung später standen wir vor den Stufen zu unserer Unterkunft. Hätten wir vorher gewusst wie veschwitzt man dann beim Hostel ankommt, hätten wir es uns vielleicht anders überlegt. Der Ausblick belohnt einen für den Anstieg, arbeiten würde ich da trotzdem nicht wollen.

Heutige Beschäftigungstherapie war der Besuch eines Wasserfalls. Eine Stunde hingehen, unter der Kaskade baden, dort was kleines zu sich nehmen und schließlich wieder zurück marschieren; leichter gesagt als getan. Am Hinweg wurde die Straße teilweise zu einem gatschigen Pfad. Beim überqueren von eben so einem blieb einer meiner Flipflops im klebrigen Schlamm hängen und promt riss eines der Stoffbänder. Mit einem Fuß barfüssig ging es also weiter, bereits wenige Minuten danach began es allerdings auch noch zu regnen. Da ich schon etliche Tage keinen Regen mehr hatte, habe ich irgendwie gänzlich vergessen, dass es regnen kann. Demnach hatte ich auch keinen Regenschutz für den Rucksack mit, zumindestens hatte ich allerdings bereits eine Badehose an. Ohnehin schon nass erreichten wir ca 20 Minuten später den Wasserfall. Dort gab es immerhin überdachte Bänke zum trocknen. Als das Himmelswasser kurzzeitig weniger wurde, wagten wir uns in das Wasserbecken unter der Klippe. Auf Grund der Eiseskälte blieben wir allerdings nicht sonderlich lange, stattdessen setzten wir uns wieder unter das Dach und warteten mit Pommes auf einen blauen Himmel. Als dieser sich blicken lies, machten wir uns auf den Rückweg.

Im Dorf suchte ich nach einem Geschäft das Flipflops verkauft. Im Endeffekt zwängte ich meine Füsse in die unbequemsten, aber auch einzigen, Flipflops. Wenigstens konnte ich den Preis von 20.000 COP (5,47€) auf 17.000 Cop (4,65€) herunter handeln – habe ich ja doch etwas gelernt vom Clemumps ;). Im neuen Schuhwerk hieß es nun wieder zum Hostel hinauf zu hatschen. Wir entschlossen dies den letzten Aufstieg für den Tag seien zu lassen. Nach einem wunderschönen atardecer warteten wir bei volkstümlicher kolumbianischer Live-Musik auf das Abendessen. Lustigerweise ist das schon die zweite vegetarische Unterkunft in Kolumbien, daher gab es zum Nachtmahl vegetarische Lasagne, die war dafür aber ausgezeichnet.

Den heutigen Tag wollten wir bei einer vom Clemens empfohlenen französischen Bäckerei starten, da deren Kaffeemaschine aber gerade geputzt wurde (welches Frühstückslokal putzt um 9 Uhr seine Kaffeemaschine?) gingen wir zu einem Anderen, dass auch hervorragend war. Da meine Reisegefährtin wieder zurück zu ihrer Arbeit in Santa Marta musste, war ich ab Mittag wieder alleine unterwegs.

Bei der Rezeption erkundigte ich mich, was ich mir am ehersten als nächstes anschauen soll, Pozo Azul war die Antwort. 50 Minuten hin spazieren, erfrischen und Natur genießen, am Weg zurück es sich mit einem Craftbier und Ausblick gut gehen lassen und abschließen mit Mittagessen wieder im Dorf; leicht gesagt, leicht getan, abgesehen davon, dass das Craftbier durch ein Coca-Cola ersetzt wurde. Der Hinweg war entspannt, ruhig und nicht zu anstrengend. Ich fragte mich zwar manchmal ob ich denn wirklich noch am richtigen Weg bin, einige entgegenkommenden Touristen bestätigten das jedoch immer wieder. Pozo Azul ansich ist nicht das spannendste der Welt, auf mich wirkte es wie ein Billigmarken-Siete Altares (wer sich von euch wohl noch daran erinnern kann, ohne nach schauen! :d). Das Wasser war wieder ein Mal kälter als es die Polizei erlaubt, daher wurde auch heute die Badesitzung nur kurz gehalten. Am Weg zurück nahm ich wie erwähnt ein jugenfreundliches Erfrischungsgetränk zu mir, immerhin blieb der Ausblick der gleiche egal welchen Trank man trank.

Wieder im Ort war es Zeit zum Mittagessen. Ich besuchte das Lokal, bei dem mir der Clemens die Anweisung gegeben hat nach einem bestimmten Bier zu fragen. Ich kam mit einem der Braumeister ins Gespräch und dieser verriet mir, dass das was ich suche leider erst wieder am 5. Dezember zu trinken ist. Das Mittagessen war auch mit einem anderen Bier der gleichen Brauerei hervorragend. Anschließend hieß es abermals den kleinen Hügel zu erklimmen. Zum zweiten Mal des Tages kam ich mit recht kaltem Wasser in Kontakt, diesmal allerdings aus einer Leitung. Befreit von meinem Schweiß fing ich in einer Hängematte mit Blick über das Tal an, den Blogeintrag zu schreiben (in einer Hängematte werde ich übrigends auch die Nacht verbringen, da in den Dorms nichts mehr frei war). Bis zum Abendessen stand nur mehr entspannen und das ein oder andere plaudern am Plan.

Im Dunklen stieg ich auf der Suche nach Fleisch die Treppen wieder hinunter. Ich endete vor den Türen von Lazy Cat, ein derartig beliebtes Restaurant, dass ich sogar auf einen Tisch auf der Terasse warten musste; zum Glück aber nur wenige Minuten. Ein kleines Craftbier vom Faß und einen Burger wollte ich bestellen, ein großes Bier wurde jedoch zum Begleiter der Mahlzeit ernannt; Happy Hour scheint hier weiter verbreitet zu sein als in Europa, zumindestens meiner Erfahrung nach. Mit gesättigtem Bauch und noch halbvollem Erfrischungsgetränk sitze ich also hier und schreibe die letzten Zeilen, denn Wlan hat meine Unterkunft keines.

Zu sehen sind:Atardecer von Unterkunft

Wasserfall von Gestern (zuerst war der Pool noch ziemlich klar, starker Regen änderte das)

Craftbier bei Unterkunft mit Ausblick (Im Hintergrund Santa Marta und das Meer)

Atardecer von Unterkunft

Teil von Pozo Azul

Ich und Wasserfall

Chilloutarea von Unterkunft

Neuen Flipflops

7 thoughts on “Am Anfang der Anden

  1. cool cool! ich glaub ich weiß in welchem Hostel du bist, Clem und Helena sind da einmal raufgewandert 😉
    und deine Reisegefährtin siehst du dann nochmal oder wars das schon wieder? 🙂

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  2. Super der lange Bericht 🙂
    Wie war die Nacht in der Hängematte? Wie ist es generell so in Dorms zu schlafen?
    ich finds lustig dass du auch den brewer getroffen hast – der sitzt offenbar relativ häufig in Minca im Lokal rum 😏

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    1. Es ging eigentlich, bisschen nervig war das moskitonetz weil es bissl zu weit unten gehangen is und deswegen mir fast im gesicht gehangen is^^
      Meistens macht es mir nichts aus, das einzige was ich zah finde is wenn man in der früh früh weiter muss und aber niemanden aufwecken will

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