Comuna 13 und alte Bekannte

Was einst das gefährlichste Viertel Medellins war ist jetzt eine der Hauptattraktionen für Touristen. Mir wurde von mehreren Reisenden empfohlen eine auf Trinkgeld basierende Free-Walking-Tour zu machen. In meinem Hostel gab es Information zu einigen, der Rezeptionist war aber so nett und hat mir einen Geheimtipp gegeben. Ich begab mich gestern also schon zum zweiten Mal ans westliche Ende der Stadt (das erste Mal war für die Gondel, falls ihr euch nicht mehr erinnert 😉 ). Unser Guide war eine Frau die in dieser Gegend in den 80ern aufgewachsen ist und die Gewalt aus der Nähe miterlebt hat. Lange Jahre war dieses Viertel in der Hand der Narcos bis das Militär und die Polizei Ende des letzten Jahrtausends einen Großangriff durchführten. Involviert waren dabei mehr als 2.000 Soldaten und 2 Kampfhelikopter. Angeblich wurden auch einige Unschuldige im Kreuzfeuer, besonders von den Helikoptern, getroffen.

Heute scheint die Nachbarschaft ziemlich lebhaft, voller Graffitis und einigen Straßenmusikern/tänzern. Zum Ende der Tour hin nimmt man 4-5 Rolltreppen um zum oberen Ende des Hügels zu kommen von wo man einen schönen Ausblick über das Tal hat. “Entlassen” wurden wir in einer Kunstgallerie/Bar von einem ziemlich talentierten lokalen Graffitikünstler. Alles in allem ein cooler Ausflug!

Am Abend gab es ein großes Fußballspiel. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, aber ich glaube es war das Cup-Finale, und noch dazu zwischen den beiden großen Teams aus Medellin. Ich suchte mir also eine mir sympathische Bar an der Fressmeile “la setenta” und überlegte für wen ich jubeln soll. Die eine Mannschaft wirkte überlegen, also hielt ich zu denen. Im Endeffekt ging es 4:1 aus und die Fans der Verlierer, die zuvor Rum und aguadiente aus dem Tetrapackerl getrunken haben 🤢, schienen sehr unglücklich. Bevor es also zu wild wurde vertschüsste ich mich wieder ins Hostel.

Heute fuhr ich zum Frühstück zu einem Cafe wo ich vor ein paar Tagen schonmal einen Kaffee getrunken habe. Als ich nachdem Essen das Wlan nutzen wollte um den Blog zu schreiben, wurde ich auf einmal von dem Gehsteig aus gegrüßt. Zu erst etwas perplex erkannte ich dann die zwei Holländerinnen die ich bereits in Cartagena kennengelernt habe (ich glaube ich habe nicht von ihnen berichtet weil das einer der Tage gewesen ist wo ich vergessen habe zu bloggen und dann nur die undetailierte Version veröffentlicht wurde). Sie waren gerade auf dem Weg mit der Seilbahn zu einem großen Park etwas außerhalb der Stadt zu fahren, wo ich mir auch bereits überlegt habe hin zu gehen; so wurde mir die Planung für den restlichen Tag leicht gemacht.

Morgen borgen wir uns ein Auto aus und fahren nach Guatape.

Hier noch ein Teil von Comuna 13, der Ausblick von Oben, die Leinwand und der Ausblick von der heutigen Gondel (sorry falls die Ausblicke alle gleich ausschauen haha)

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