Natur pur

Am Sonntag wurden wir um 6:00 von unserem Hostel abgeholt. Nach etwa zweieinhalb Stunden Fahrtzeit kamen wir zu einer Raststätte die kurz vor dem Eingang zum Nationalpark Huascara war. Danach ging es durch ein lang gezogenes Tal – in dem wir schon die ersten Gletscherseen sahen – hindurch. Im Schatten des höchsten Berges Perus (Huascaran Sur) schlängelten wir uns an einem kleineren Gipfel empor bis wir in ein anderes Tal querten und diesen unglaublichen Ausblick für den Moment hinter uns ließen. Bald darauf kamen wir in Vaqueria an, wo unser Gepäck von Van auf Esel umgeladen wurde. Sehr süße Tiere, die in den folgenden Tagen auch meistens relativ glücklich wirkten (am Abend wurden sie nicht angebunden, sondern konnten wild herum streunen). Unsere Gruppe bestand also aus den drei Niederländerinnen, einem Deutschen, Margarita unsere Führerin, Charlie der Donkey-Driver, seinen 3 Eseln und mir. Eigentlich hätten wir zu 10. sein sollen aber die anderen fünf Touristen haben abgesagt.

Die Etappe des ersten Tages war nicht unbedingt eine Anstrengende, lediglich 11 Kilometer und wenige Höhenmeter. Die Aussicht hielt sich auch noch in Grenzen, den meisten Weg waren wir im Tal eingekesselt, entspannend schön/friedlich war es trotzdem. Einmal wurden wir von einem Schaf attackiert und ein anderes Mal wollten uns zwei Lamas zu nahe kommen, wilderes passierte aber nicht. Am späten Nachmittag kamen wir zum Plätzchen wo Charlie bereits unsere Zelte aufgestellt hat – er und die Eseln waren immer um einiges schneller als wir; wenn sie nach Ende der Tour wieder zurück gehen legen sie die gleiche Strecke in 1,5 Tagen zurück. Mit solch einem Service wirkte die Wanderung teilweise fast ein bisschen erschwindelt, als wir dann aber das Mädl sahen, dass sich mit ihrem 15kg Rucksack alleine dahin plagte waren wir doch froh! Bei Tee und Keksen fühlte ich mich wie ein britischer Erforscher, sobald die Sonne sich allerdings hinter den Bergen vertschüsst hat, verabschiedete sich auch die Gelassenheit die mit dieser Vorstellung kam, und die kalte Realität übernahm wieder. Das Abendessen war, für die Umstände, hervorragend! Geschlafen haben wir jeweils in Zwei-Personen-Zelten. In der Nacht war es zwar arsch kalt und die Schlafsäcke waren nicht die besten, aber wir haben kleine Wasserflaschen mit heißem Wasser gefüllt und als Wärmequelle verwendet.

Der zweite Tag began für uns um 5 Uhr. Bis halb 6 packten wir unsere Sachen und machten uns bereit, dann gab es ein, auch hervorragendes, Frühstück. Kurz nach 6 fingen wir an zu marschieren, Charlie blieb noch zurück um die Zelte abzubauen und das Gepäck auf die Esel auf zu laden (die er zuerst einfangen musste), was für ein Luxus! Die zweite Etappe war in etwa 13 Kilometer lang, aber dafür von 3700m auf über 4800m und dann zum Zeltplatz auf 4300m. Das Wetter war zum Glück traumhaft, daher waren die ersten Stunden relativ entspannt. Es hat sich mehr wie ein Alm-Spaziergang angefühlt! Sich dem Höhepunkt nähernd wurde es dann doch immer schwerer. Die letzten paar hundert Meter waren ziemlich steil und es gab keinen klaren Weg mehr, da musste ich dann schon alle paar Schritte kurz verschnaufen^^! Beim punto union angekommen, hat es sich aber tausend Mal ausgezahlt. Der Ausblick auf die umliegenden gletscher- und schneebedeckten Gipfel, Gletscherseen und das Tal Santa Cruz war atemberaubend. Ich hab mich etwas beeilt mit dem Anstieg, weil ich im vorhinein bemerkt habe, dass die Wolken langsam daher geschlichen kamen; es stellte sich heraus, dass das eine gute Entscheidung war, denn als die etwas gemütlicheren Geher daher kamen, war es bereits wesentlich bewölkter. Während wir auf den Rest warteten, kletterten einige von uns noch ein paar Meter höher, damit wir sagen können höher als der Mont Blanc gewesen zu seien – der Vorschlag kam natürlich von einem Franzosen^^. Nach einem raschen Abstieg kamen wir bei unseren (wiedermal) bereits aufgebauten Zelten an. Da es noch relativ früh war, machten wir uns nach einem kleinen Snack noch auf den Weg zu einem anderen Gletschersee, von welchem man auch den gleichen Ausblick haben sollte, wie auf dem Paramount Pictures Logo. Der Pfad dorthin war auch nicht sonderlich schwer, aber dennoch 10 Kilometer extra. Als wir beim Gewässer ankamen, began es natürlich zu regnen… So ist das mit dem Wetter halt. Beim Zurückgehen wurde es wieder lichter. Ansonsten verlief der Abend ähnlich wie der erste, viel Tee, Abendessen, Karten spielen und früh ins Bett. Einzige Ungewöhnlichkeit, als ich ein großes Geschäft erledigen musste, haben mir zwei Kühe interessiert zu geschaut – solang sie mir nicht zu nahe kommen war es mir aber wurscht.

Der dritte Tag began um die gleiche Uhrzeit, doch diesmal mit Luftballons und Minigeburtstagskuchen; Dorine wurde 25 Jahre alt. Nach dem ansonsten ähnlichen Prozedere starteten wir unsere letzte Etappe durch das Tal, ungefähr 23 Kilometer aber dafür nur bergab und das stetig. An dem Tag begleitete uns dafür eine leichte Regenwolke, was etwas nervig war. Das Tal bat trotzdem malerische Natur zum bestaunen, von sandigen Flussbetten, Seen, Kuhwiesen bis zum Ende wo es relativ schmall wurde und der reißende Fluss auf beiden Seiten von mächtigen Bergen begrenzt war. Die letzte Nacht zeltelten wir im Dorf Cashapampa das am Eingang zum Tal lag. Zur Erholung fuhren wir am Nachmittag noch mit einem Taxi zu einem Thermalbad, herrlich die Trägheit wegzuwaschen. Nach dem Abendmahl brachte Margarita sogar noch einen Kuchen! Mit ein paar Bier feierten wir dann unseren erfolgreichen Trek (in 3 statt 4 Tagen) und Dorines Geburtstag!

Gestern erreichten wir zu Mittag wieder Huaraz. First things first, Wäsche waschen war dringend nötig. Sonst haben wir hauptsächlich entspannt und sind am Abend gutes Curry essen gegangen, gemeinsam mit dem Deutschen unserer Wandergruppe. Heute setzten wir uns in den Bus nach Lima. Die Strecke bin ich zwar schon gefahren, aber erst bei Tag realisierte ich, dass wenn man mal aus den Bergen draußen ist, Peru hauptsächlich aus Wüste zu bestehen scheint! Wenn ich mir nicht gerade die Landschaft anschaute, liefen im Bus Filme aus den 80ern mit Schauspielergrößen wie Jean Claude van Damme, Sylvester Stallone, Arnold Schwarzenegger und Dolph Lundgren🤦🏻‍♂️. Lima ist übrigends nicht nur die zweit trockenste Hauptstadt der Welt, sondern auch die zweit größte lateinamerikanische Hauptstadt, nach Mexico City.

Leider ist das Wlan hier zu schlecht, dabei hab ich so viele coole bilder zum herzeigen… werde mich bemühen sie morgen reinzustellen, schauts demnächst nochmal bei dem eintrag vorbei 😉

1. Lama on first hike

2. Aussicht on first hike

3. höchster Berg perus

4. Andere berge beim rauf fahren

5. Fluss

6. Tal

7. schaf das mich attackieren wollte

8. tal

9. Zeltplatz #1

10. Abendstimmung

11. Morgenstimmung

12. Tal

13. Wasserrrutsche

14. Bergkette

15. Charlie und die Donkeys

16. Pano von Punto Union

17. Ich & Punto Union

18. Dorine und Ich

19. Grouppic (ich war schon länger oben und deswegen hab ich schon wieder alles warme angehabt)

20. Punto Union

21. Zeltplatz #2

22. Same

23. Gletschersee

24. Franzosen vorm See

25. Mount Paramount on the right (mit bisschen vorstellungskraft haha)

26. Margarita

27. Geburtstagskind

28. Landscape

29. Flussbett

30. Ende des Treks

16 thoughts on “Natur pur

  1. Ich bin hin und weg!! Auch ohne Bilder – deine Beschreibungen sind bildhaft genug 🙂 klingt wirklich wahnsinnig genial, also dieser Trek kommt 1000%ig auf die Peru-to-do-List!!
    Klingt jedenfalls als hätte es dir sehr sehr gut gefallen, und mit der netten kleinen Gruppe sicher gleich doppelt cool 🙂 Viel Spaß bei der Entspannung jetzt (oder was steht an?)!

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  2. wahnsinns Anblicke & wunderschöne Aussichten 😀
    und ein fescher Wandersmann 😉
    schaut genial aus, vor allem dieser extrem spitze weisse Berg (aber alles andere auch)

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