Paradies auf 4000m

Der Transport von Puno nach Copacabana hätte ca 2,5-3 Stunden dauern sollen. Da wir aber erst kurz vor 8 losgefahren sind (statt um 7) und der Grenzübergang zwar problemlos aber langsam ablief, kamen wir erst um 11:45 in Copacabana an. Gut, keine Hektik dachte ich mir, dass Boot fährt erst um 13:30 los. Als ich aber auf mein Handy schaute, erinnerte ich mich, dass Bolivien in einer anderen Zeitzone als Peru ist. Ich hatte also nur mehr etwas mehr als eine halbe Stunde um Geld abzuheben, einen Snack zu besorgen (die Überreste vom letzten Abendessen die ich mir extra aufgehoben habe, habe ich natürlich im Kühlschrank vergessen) und ein Bootticket zu kaufen. Im Endeffekt ging sich alles gut aus, entspannter hätte es dennoch sein können. Die Überfahrt zum südlich gelegenen Dorf Yumani dauerte ca eineinhalb Stunden, es war aber unglaublich heiß auf dieser drecks Fähre. Auf der Insel angekommen musste man noch ca 150 bis 200 Meter Stiegen steigen, je nachdem wo im Dorf man einquartiert ist. Die Wegbeschreibung zu meinem Hostel war lediglich “die Stiegen hinauf, man kann es nicht übersehen”. Als die erste Abzweigung – beide Möglichkeiten mit weiteren Stiegen – kam, folgte ich auf gut Glück dem größeren Pfad. Kurz nachdem ich schon etwas verärgert über die bescheurte Beschreibung war, fand ich dann endlich den Wegweiser meines Hostels. Es ist etwas einfach eingerichtet aber die Betten sind angenehm (die heutige Nacht hab ich sogar mehr oder weniger ein Privatzimmer), es gibt eine Terrasse und das Klo ist sauber. An dem Nachmittag habe ich nicht mehr viel unternommen. Das Dorf war schnell erkundet (wobei es ganz schön anstrengend ist zu den höher gelegenen Teilen zu kommen) und anschließen wollte ich eine Kleinigkeiten essen – in dem von mir ausgesuchten Restaurant erfuhr ich jedoch, dass die Küche noch nicht offen war. Ich las also mein Buch und trank einen Kaffee. Später chillte ich noch kurz auf der Terrasse von meinem Hostel und genoss die paradiesische Stille der Insel. Keine Autos, keine zu laute Musik, kein Garnichts. Nur die dämonischen Schreie der Esel hört man immer wieder; warum machen diese Tiere so komische Geräusche? Als der Sonnenuntergang näher kam, spazierte ich zu einem mir empfohlenen Restaurant. Dort arbeitet ein älteres Päarchen wo er ein Gourmetchef ist und sie haben eine eher kleine Auswahl, dafür fangen sie erst an zu kochen wenn man bestellt und haben nur am Abend offen. Es ist demnach auch etwas teurer und man wartet dementsprechend, aber die Mahlzeit belohnt einen für seine Geduld. Die Stimmung im Raum war auch sehr angenehm, es gab nur wenige Tische, daher war es relativ ruhig, und Licht wurde nur von vielen Kerzen gespendet, und das alles auf 4010m! Zufrieden ging ich anschließend zurück in die Unterkunft und bald darauf ins Bett.

Gestern verzehrte ich ein leckeres Frühstück bei Ausblick auf den See; das Blau des Wassers hört nicht auf einen zu faszinieren. Laut Reiseführer gibt es am südlichen Zipfel der Insel einen Inkatempel zu sehen, also maschierte ich am Vormittag dorthin. Der Weg war idyllisch, der Tempel war allerdings eher ein kleines Haus! Halb so schlimm, zum Glück gab es einen anderen Pfad zurück, damit sich die Augen nicht langweilen. Kurz wieder im Hostel gechillt, dann ein billiges Mittagsmenü konsumiert und anschließend ging ich zu einem Aussichtspunkt nicht weit vom Dorf, der zweit höchste Punkt von der Insel. Der 30 Meter höher gelegene Gipfel liegt im nördlichen Teil, dieser ist aber seit einigen Jahre off-limits für Touristen wegen einem Konflikt. Schade, denn ganz im Norden ist angeblich eine schöne Ruine. Die Sonne ist auf dieser Höhe besonders stark und macht demnach müde, deshalb machte ich noch ein kleines Nickerchen vorm Abendessen. Einen Ausblickspunkt gab es allerdings noch zu sehen, also wurde der auch noch ins Program eingefügt. Auf der Insel gibt es übrigends keinen Geldautomaten, und überhaupt wollte ich mit dem bolivianischen Geld genau so umgehen, dass mir kaum etwas überbleibt aber ich auch nicht nochmal abheben muss. Daher entschied ich mich nicht nochmal bei dem Restaurant von Gestern einzukehren, im Endeffekt war das aber ein Fehler weil das Essen in den übrigen Stuben bei Weitem nicht so gut war und nur marginal billiger war.

Heute war ein weniger spannender Tag, nach dem Frühstück ging ich zum Hafen um mein Ticket zu kaufen. Eine halbe Stunde später gings zurück ans Festland. In Copacabana gab ich meine letzten Bolivianos noch für ein Mittagessen und einen Snack aus. Bis zur Abfahrt des Buses blieben mir noch ca 30 Minuten, also schlenderte ich noch durch den kleinen Ort. Die Grenze kommt kurz nach dem Hafendorf, diesmal ging es noch schneller und problemloser als letztes Mal, allerdings wirkten die Grenzbeamten ein wenig verwundert warum ich nur 3 Tage in Bolivien war. Ich wollte schon sagen, dass ich mir den Rest für ein ander Mal aufheben will. Am Weg nach Puno sah ich schon die dichten Regenwolken die auf dieser Seite des Sees hingen. So kam ich also von der immer sonnigen Isla del Sol ins verregnete Puno. Immerhin soll die Feier dieses Wochenende noch viel besser als die vom Letzten sein. Hostels sind auch alle komplett ausgebucht; gut, dass ich das bereits im Vorhinein erledigt habe. Am Abendprogram steht nur mehr eine Sache, wer kann es erraten? Wer auf Sauna getippt hat, liegt richtig 🙌🏼🎉. Vielleicht noch ein kleines Abendessen aber das Wetter lässt mich zweifeln.

Ausblick von der Hostelterrasse, Fenster war auch in die Richtung

Restaurant mit Ausblick auf die andere Seite

Statt gegessen wird halt gelesen 🤷🏻‍♂️

Der richtige Sonnenuntergang war leider immer hinter dicken Wolken versteckt

Der Schaf-Esel-Alpaca Hirte zwang mich dazu langsam zu gehen und den Ausblick zu genießen

Die kleinere Isla de la Luna und bolivianisches Ufer im Hintergrund

Inkatempel/haus “über” den Bäumen die man da sieht und Blick richtung Copacabana

Inkaruine

Komisches Smileyface auf dem Haus

Blick gen Norden

Pano von der verbotenen Zone

Komischer Aussichtspunkt

Blick aufs Dorf Yumani

Schöne Blumis

Noch ein Aussichtspunkt

Stiegen zum Hafen

Yumanihafen

Insel aus der Ferne

Grenzbogen

9 thoughts on “Paradies auf 4000m

  1. glaubt man nicht wie hoch du da eigentlich bist… und trotzdem so heiß`??? uagh…
    wunderschön und wirklich idyllisch, schön dass du so genießen kannst.
    Wien ist aber seit Tagen auch wunderschön mit Sonne und Frühlingsgefühlen ❤
    die schönen Blumig könnten irgendwelche Bohnen sein . so viel dazu.
    Bussi

    Like

  2. wow alles auf so hohem niveau wie die vulkanspitze wo wir waren!! wahnsinn.. schaut extrem interessant aus die landschaft und schaut auch nach wenig leuten aus dort irgendwie.. ich glaub das waren keine esel, das waren schon dämonen 😉 ^^

    Like

Leave a reply to Clem Cancel reply