Sahara und Oasen

Auf der Fahrt nach Merzouga – was auch das Tor zur Wüste genannt wird – wichen die Berge des Atlas langsam der kahlen Landschaft die ein Vorbote der größten Sandwüste der Welt war. Kurz nachdem die erste Düne in Sichtweite kam, erreichten wir auch schon das Hotel von dem aus die Tour startete. Wir packten unsere ganzen notwendigsten Sachen in die kleinen Rucksäcke, bekamen noch ein Tuch dass uns als Turban umgebunden wurde und dann gings hinauf auf die Kamele. Auf den Wüstenschiffen, begleitet von Hassan und Ibrahim (zwei Berbern), ging es also in Richtung der algerischen Grenze. Am Himmel zeichneten sich bereits ein paar Wolken ab, aber noch waren wir hoffnungsvoll, dass wir unter dem Sternenhimmel schlafen werden. Nach geraumer Zeit begannen unsere Guides nach einem geeigneten Platz fürs Zelt zu suchen, am besten geschützt vor dem ziemlich harschen Wind.

Einmal ein Örtchen gefunden, entluden wir zuerst die Kamele und halfen anschließend das Berberzelt aufzubauen. Im Prinzip sind es nur paar Holzpfähler, ein Stoff darübergeworfen, mit Schnürren an Säcke befästigt die wir mit Sand befüllt haben. Wir erkundeten dann ein wenig die Umgebung und fütterten/streichelten die Kamele während die Berber sich um die Vorbereitung des Essen kümmerten. Teilweise war es richtig schwer ohne Sonnenbrille die Augen offen zu halten weil der Sand so sehr durch die Luft beschleunigt wurde. Dieses Gefühl in jede Richtung zu schauen und nur Dünen zu sehen war schon etwas sehr besonderes. Es war zum Glück nichtmal so heiß, das lag wahrscheinlich hauptsächlich daran dass es leicht bewölkt war. Als wir zurück zum Zelt kehrten brannte bereits ein kleines Feuer. Es wurde langsam dünkler, aber nicht nur wegen der Uhrzeit. Pünktlich zum Abendessen begann es zu regnen. Es hat zwar nicht durchgeregnet aber insgesamt gab es sicher eine dreiviertel Stunde Niederschlag. Als Mahlzeit gab es schwarz angebranntes Huhn, Rindspieße und Salat (einfach aber erfüllt seinen Job). Wir brachten dem jüngeren der beiden Guides, Hassan, noch ein Kartenspiel bei und danach warfen wir uns auch schon in die hapfn. Sternenhimmel sahen wir leider keinen (auf Grund der Wolken), lediglich um halb 4 als ich aufs Klo gegangen bin hab ich ein paar gesehen, da war der Mond aber schon so weit oben dass er viele verdeckt hat mit seinem Licht. Aja geschlafen wurde übrigens auf alten Schaumstoffmatratzen, ich hab dann aber halb im Sand geschlafen weil das Stoffdach vom Zelt auf die obere Hälfte von meiner Matratze getropft hat.

Recht zeitig hieß es dann auch wieder aufzustehen. In Wahrheit haben wir am zweiten Tag nicht viel in der Sahara gemacht außer die Landschaft/Stimmung zu genießen und zurück zu reiten. Bevor wir nach Aït Ben Haddou fuhren, hüpften wir noch schnell in den Pool und duschten den ganzen Saharasand ab. Die Autofahrt war landschaftlich die schönste von allen. Zuerst hat es ausgeschaut wie am Mars, kahler als kahl mit rauen, kantigen Gesteinsformationen. Später kamen wir durch Steppen die auch in Mittelafrika hätten sein können. Zu guter Letzt fuhren wir doch rote Schluchten mit grünen Palmoasen. Etwas erledigt schlossen wir den Tag mit einer billigen Speise und ein paar Runden Cambio auf einem chilligen Tisch, vor unseren Zimmern im freien, ab.

Heute (Donnerstag) besichtigten wir direkt nach dem Frühstück Aït Ben Haddou. Das ist eine der größten erhaltenen Lehmsiedlungen aus diesem Zeitalter. Außerdem Filmset für zahlreiche Filme/Serien, wie zb. Gladiator, GoT, Lawrence of Arabia, Indiana Jones uvm. In den engen Gassen waren einige Shops errichtet mit Kunst, Gewand, Souvenirs und natürlich auch Teppichen. Vom höchsten Punkt hatte man eine wunderschöne Aussicht über die ganze Gegend. Nach ausreichend Erkundung hieß es dann die Reise zurück nach Marrakesh anzugehen. Grundsätzlich keine lange Fahrt, leider wird nur so ziemlich alle 5km die Straße repariert und außerdem ging es wieder quer durch das Atlas Gebirge. Etwas geschlaucht kamen wir dann also in der Medina an und wurden beim parken gleich überrumpelt von Leuten die Auskunft geben wollten oder uns beim tragen helfen wollten oder uns einweisen wollten (natürlich alles gegen eine kleine Bezahlung). Heil im Riad eingecheckt entspannten wir erstmal im Whirlpool. Am Abend schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt und aßen in einem schönen Cafe mit Ausblick auf einen Platz. Morgen geben wir in der Früh das Auto zurück und die restlichen Tage schauen wir uns in aller Ruhe die Stadt an.

Cool Guys mitten im Nirgendwo

Verschleierter Karavan macht sich am Weg

Ganz vorne unser Guide, Ibrahim der Berber

Bob und Ich

Unser bescheidenes Lager (noch nicht fertig aufgebaut)

Mit Lagerfeuer

Kurz vorm Aufbruch zurück in die Zivilisation

Aït Ben Haddou vom ausgetrockneten Flussbett aus

Aussicht von Oben

Kleine Läden in Aït Ben Haddou

2 thoughts on “Sahara und Oasen

  1. Das Foto von Adrian und dir ist wirklich sehr cool 🙂 und generell schaut das alles org aus, so richtig viel Sand 😅
    Die Verschleierungen Schaun auch gefährlich aus, wie Mumien oder so 😋

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