Con el amor de dios, amen

Morgentlich erinnert eine kurze Lektüre und ein kleines Gebet an die christlichen Grundsätze des Krankenhauses. Hier ein paar der Eigenheiten auf die wir uns erst einlassen mussten: Das Spital ist gegen Abtreibung, die Mitarbeiter müssen immer mit gebügelter Kleidung kommen und auch sonst sehr gepflegt ausschauen, man darf das Krankenhaus während der Dienstzeit nicht verlassen, die Assistenzärzte hier müssen 80h Wochen arbeiten und kriegen dafür noch kaum/gar nichts bezahlt.

Es sind aber alle sehr nett zu uns und sie kümmern sich auch mehr um uns als das bis jetzt in Wien der Fall war. Wir haben einen recht getakteten Stundenplan von unserer “Vorgesetzten” bekommen, aber sie sind zum Glück mit uns nicht so streng. Dennoch stehen wir im dunklen auf und müssen fast jeden Tag um 6:45 umgezogen in der Bibliothek sein. Zum Glück brauchen wir mit dem Bus nur so 15 Minuten in die Arbeit (um 35 Cent pro Fahrt). Die meisten Abläufe sonst sind eigentlich recht ähnlich zur Heimat, höchstens ein paar Medikamente und Leitlinien sind etwas anders. In der Ambulanz nehmen sich die meisten Ärzt:innen Zeit um uns Sachen zu erklären. Mit dem Spanisch geht es eigentlich ganz gut, nur merke ich, dass es einfach sehr anstrengend ist, einige Stunden konzentriert einer anderen Sprache zuzuhören.

Wir genießen die Wohnung und Umgebung in unseren freien Zeit. Im Parque Carolina lasst es sich schön chillen und spazieren. Mittags essen wir meistens in der Kantine. Abends kochen wir. Manchmal fahren wir mit dem Bus in ein anderes Viertel um dort einen Kaffee zu trinken oder doch mal auswärts Abend zu essen. Supermärkte, Obst/Gemüsestandln und auch sonst ist alles in der Nähe von uns vorhanden. In der Früh hängt meistens ziemlich der Nebel in der Stadt, aber die letzten paar Tage hatten wir doch einige Sonnenstunden. Am Donnerstag waren wir mit einer Deutschen, die wir im Krankenhaus kennen gelernt haben, und ihrem Gastbruder und noch zwei Freundinnen fort (auf Grund der Ausgangssperre alles zeitlich etwas vorversetzt). Unsicher haben wir uns bis jetzt noch nie gefühlt.

Gestern, Samstag, sind wir morgens um 8:00 mit einer Gondel auf ca. 4000 Höhenmeter gefahren, um dann von dort eine 4 stündige Rundwanderung auf den Ruco Pichincha (4696 Höhenmeter) zu machen. Man hat sehr schön über ganz Quito gesehen, die Aussicht auf die unzähligen anderen Vulkane (unter anderem Chimborazo, der Punkt auf Erden der am nähesten zur Sonne ist) blieb uns leider verweigert. Ich glaub wir waren schon ganz gut akklimatisiert und hatten daher körperlich eigentlich keine Probleme (ok, Viktorias Finger sind zum Schluss etwas angeschwollen). Mir hat es irrsinnig gut gefallen, so schnell aus der Stadt ins Hochgebirge zu kommen und in die Natur einzutauchen.

Heute waren wir bei der Ciudad Mitad del Mundo, eine Touristenattraktion am Äquator. Die Fahrt dort hin war schon mal etwas abenteuerlich, da die Buslinien sehr schlecht angeschrieben sind. Das Gebiet dort war ganz cool, auch mit einer interessanten Ausstellung über die verschiedenen Regionen Ecuadors. Wer wirklich am Äquator stehen will, muss allerdings die “Ciudad” verlassen und etwa 240 Meter in den Norden gehen, das wissen allerdings die wenigsten (glauben wir).

Alles in allem haben wir uns schon sehr gut eingelebt und freuen uns mega auf alles was wir hier noch sehen werden. Das Krankenhaus und das Praktikum freut uns mal mehr und mal weniger, aber das gehört nun mal dazu.

Aja und wir haben heute entdeckt, dass wir ein Fitness-Center im Gebäude haben (gratis zugänglich) und am Donnerstag werden wir in ein Schnuppertraining Beachvolleyball gehen 🙂

Chillen im Park
Am Weg zum 1. Tag Praktikum
Therapie-Doggo
Nierentassen zum runterdrücken
Südliche Hälfte Quitos
Unser Ziel verbirgt sich
Achtung stachelig
Das letzte Stück musste man schon halb klettern
Geschafft
Die begrüßten uns am Gipfel
Die Äquatorlinie
Der eigentliche Äquator ist 240 Meter in diese Richtung
Angeblich soll man direkt am Äquator ein Ei aufrecht balancieren können (fake news)

3 thoughts on “Con el amor de dios, amen

  1. Alabado sea Jesucristo, por los siglos de los siglos, Amén!😅 na das sind arbeitsbedingungen, schon gut dass es nur ein praktikum ist! ihr habt euch schon gut eingelebt und trotz arbeit viel erlebt und unternommen und natürlich gleich den hausberg von quito erklommen 💪🏻 danke für den bericht und die wunderschönen fotos😍 alles gute für die zweite woche und vergesst nicht: immer g´striegelt und gekampelt😅

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  2. klingt alles sehr gut und so werdet ihr dann die Bedigungen in Ö noch mehr schätzen. Und gepflegt zur Arbeit zu kommen ist nie verkehrt. 😀 Pico del papa

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