Experience-overload

Jeder Tag hier ist aufregend, spannend und schön, da fehlt einem teilweise fast schon die Zeit um über Erfahrenes zu reflektieren und es zu verarbeiten! Aber ich will mich nicht beschweren, es ist ein Problem, das man gerne hat. So sind wir zum Beispiel knappe 24 Stunden nachdem wir auf 4790 Meter gestiegen sind, bereits wieder im Amazonasbecken und starten hier ins nächste Abenteuer.

Aber gut, schön der Reihe nach. Die Arbeitswoche in Quito verlief noch gemütlich, am Donnerstag verabschiedete ich mich vom Neurologie-Team, ich habe viel gelernt und es waren lauter nette Leute! Mittwoch war wiedermal Volleyballtraining, diesmal nur zu 4. mit zwei jungen Jugendlichen die wir ohne Zurückhalten fertig machen durften, da sie sich auf ein Turnier vorbereiteten🤷🏻‍♂️

Am Freitag hieß es dann mit den 7 Sachen aufbrechen nach El Chaupi, ein mini Ort zwischen den Iliniza-Zwillingen und unserem Ziel, El Corazón. Doch am Weg zum südlich gelegenen Busbahnhof, schauten wir uns noch den Osterumzug an. Warum genau hier sich-peinigende lila KuKluxKlanmitglieder durch die Straßen zogen kann ich euch nicht erklären, anscheinend ist es irgendeine alte aus Spanien stammende christliche Tradition. Es war jedenfalls recht unterhaltsam. Dann ging es mit dem Bus nicht ganz 1,5h in den Süden. In dem kleinen kalten (!) Dorf angekommen, genossen wir erstmal ein bizzares (Nach-)Mittagessen, um welches wir uns mit den Straßenhunden streiten mussten (die waren eigentlich eh ganz lieb). Der Kälte geschuldet trieb es uns dann bald in den einzigen beheizten Raum der Unterkunft, den Aufenthaltsraum/Esszimmer. Nach dem Essen kamen wir noch mit einem dort aushelfendem Linzer ins Quatschen, er machte uns mächtig Sorgen bezüglich der Plausibilität des Besteigens des El Corazón ohne Bergführer und Helm. Wir liesen uns jedenfalls nicht davon abhalten es trotzdem zu probieren und gingen mit der Einstellung hinein nichts zu riskieren und im schlimmsten Fall früher umzukehren.

Als wir am nächsten Tag nach einem nahrhaften Frühstück bei strahlendem Sonnenschein uns auf den Weg machten, waren wir guter Dinge. Beim Eingang in das Gebiet/den Nationalpark, sagte uns der Guide nochmal ausdrücklich, dass man ohne Helm nicht auf den Gipfel soll/kann. Wir sagten “Jaja wollen wir eh nicht” und wurden hineingelassen. Beim Aufstieg durch das sanfte Paramo-Gelände wurden wir durch die gut ausgerüsteten anderen Gruppen noch ein wenig weiter verunsichert. Nachdem wir das erste steile Stück auf den Grad des Berges hinauf gut überstanden haben, dachten wir uns die sind alle extreme Hosenscheißer. Als wir dann den restlichen Grad bei geschätzter Sichtweite von 5-10 Metern bewältigten, stellte sich heraus, dass vielleicht doch etwas dran war an all den Empfehlungen. Nichts desto trotz erreichten wir den Gipfel erfolgreich (auch in einer ganz guten Zeit) und kehrten heil wieder zurück. Nach ca 1000 Höhenmeter (von 3700 auf 4790 und wieder zurück) und ungefähren 14km Distanz, waren wir froh als uns 3 Ecuadorianerinnen die 6km vom Parkplatz bis zur nächsten Bushaltestelle mitnahmen. Von dort hatten wir recht Glück mit den Verkehrsmitteln und waren dann relativ zeitig wieder in unserer Wohnung. Gekocht hatten wir schon im vorhinein, also hieß es nur mehr entspannen und Füße baumeln lassen.Doch allzu lang war die Entspannung nicht, den am Sonntag hieß es 5-6h mit dem Bus nach Shell zu fahren (zuerst durch die Avenida de los volcanos und dann durch die Ruta de las Cascadas, eigentlich eine schöne Strecke:)), damit wir dort bevor das Spital um 17:00 zusperrt unsere (getrennten) Zimmer beziehen können. Gut angekommen, waren wir erstmal ein bisschen erdrückt von der Hitze und Luftfeuchtigkeit, und suchten vergebens nach einem netten Cafe im Ort um ein wenig runter zu kommen. Wir fuhren dann Abends noch mit einem ecuadorianischen Kommilitonen nach Puyo (ca 15. min entfernt und schon eher eine Kleinstadt) um uns dort mit einer weiteren Studentin und einem Assistenzarzt zum Abendessen zu treffen. Oder so dachten wir. Die beiden waren beim Antreffen nämlich schon etwas beduselt und es ging auch gleich flüssig weiter. Geendet hat der Abend schließlich weil den anderen das Geld ausging und wir schon Sorgen hatten, ob wir in den Beifahrersitzen vom Doc noch heil in Shell ankommen. Es war ein lustiger Abend, aber die Autofahrt war schon etwas kritisch.

Montag und Dienstag waren wir im Spital Shell, genauerer Bericht dazu kommt noch aber es war sehr cool und es taugt uns hier! Morgen früh geht es los nach Arajuno um dort ungefähr 400 Kinder durchzuchecken. Geschlafen wird wohl in Zelten/am Boden auf Matratzen und auch sonst werden es glaub ich sehr aufregende Tage!

No excuses
Mahlzeit, in dem Dorf gabs sonst ned viel
Im Vordergrund der lebhafte Hauptplatz El Chaupis, im Hintergund die Ilinizas-Zwillinge
El Corazón, wir sind von links unten den ganzen Grad bis zum höchsten Punkt entlang gekraxelt
Im Taxi zum Trailhead erblickten wir unser nächstes Ziel, Cotopaxi
Bääääh, oder hier: el bäääho
Paramo
The road ahead
“Nicht runter schaun”
Lo logramos!
Wenn man mal was sah, war die Aussicht einzigartig
Unsere Unterkunft beim Spital
Zimmer teile ich mir mit Jose
Quasi gleich um die Ecke vom Spital schauts so aus

3 thoughts on “Experience-overload

  1. _…_fast jede zeile deines blogs ist aufregend…ich bin schon sehr froh dass ihr wieder ganz herunter gekommen seid und für den nächsten gipfel besorgt ihr euch einen helm, halloo! sehr spannend was ihr alles erleben dürft…bussi aus dem frühlingshaften wien😍

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  2. Halloooo ihr orgen!Habt ihr auch mal Zeit zum entspannen und Seele baumeln lassen? 😁Na wahnsinn was ihr alles macht, Hut ab!Und ja, bin auch für helm das nächste mal ;-)Bin sehr gespannt was ihr über die Zeit im Shell KH erzählt! Viele dicke bussi und gut auf euch aufpassen 🥰😘

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