Das Galápagos Archipel besteht aus 13 Inseln und über 200 Inselchen, alle vulkanischem Ursprung. Sie sind zwischen 5 Millionen Jahren und 700 Tausend Jahren alt, die jüngsten Inseln (und vulkanisch noch aktiven) sind im Westen, während die älteren, vulkanisch inaktiven Inseln im Osten sind. Dies kommt daher, dass die Nazca-Platte, auf der sie sich befinden, sich pro Jahr um 3,7cm/Jahr nach Osten bewegt (derzeit 1000km von Küste entfernt), während der Magma-Hotspot am gleichen Fleck unter der Erdkruste bleibt. Die Inseln werden von allen vier Himmelsrichtungen von unterschiedlichen Meeresströmungen bespült, was einen großen Teil zu ihrer (besonders marinen) Artenvielfalt beiträgt. Die Reptilien (Landschildkröten, Meeresechsen, kleiner Echsen) dürften wohl irgendwann im Laufe der Zeit von der Südamerikanischen Küste nach starekn Stürmen auf Baumstämmen oder ähnlichem zu den Inseln getrieben sein, andere größere Landtiere (Amphibien, Säugetiere) hätten die zwei Wochen auf dem Ozean ohne Trinkwasser nicht überlebt. Samen von Mangroven und Kakten sind wasserresistent und wurden ebenso angespült, während Vögel (offensichtlicherweise) sich per Luft hinverirrten und Meereslebewesen durch die Strömungen zu den Inseln kamen. Auf den Inseln fehlte es dann an Feinden (und Menschen), woraufhin sich die Tiere weiterentwickelten und so einige endemische Subspezies (d.h. sie kommen nirgendswo anders auf der Welt vor) enstanden sind. Dazu zählen meines Wissens nach unter anderem: die Riesenschildkröten (wovon es wiederum auf jeder Insel andere Subspezies gibt), Meeresiguanas, Seelöwen, Galapagospinguine Darwinfinken. Von Menschen dürften die Inseln lange Zeit ignoriert oder unendeckt (man ist sich nicht ganz sicher) geblieben sein, bis im 16. Jahrhundert irgendein europäischer Missionär am Weg von Panama nach Lima vom Weg abkam und schließlich auf den Inseln nach Wasser suchte (was sie kaum fanden, Frischwasserquellen sind sehr rar auf den Galapagosinseln). Danach erkundeten die Spanier die Inseln und zeichneten die ersten Karten, interessierten sich aber nicht weiter für sie. Eine Zeit lang dienten sie englischen Piraten als Versteck, während sie auf goldbeladene spanische Schiffe aus Peru warteten. So wurden sehr früh schon Ratten eingeführt, welche besonders für die Schildkröten(eier) eine große Gefahr darstellen. Im 19. Jahrhundert wurden die Inseln von Ecuador annektiert, die ersten Versuche von Kolonien scheiterten jedoch. Etwas später im selben Jahrhundert kam Charles Darwin, ein junger Naturwissenschaftler aus Großbrittanien, an Bord der HMS Beagle im Zuge seiner 5 Jahre dauernden Weltreise für ein Monat zu den Galapagos Inseln, und war begeistert von den Lebewesen dort. Besonders die Finches ??? beeindruckten ihn, da es im Prinzip der gleiche Vogel wie sonst wo auf der Welt ist, aber doch in einigen Merkmalen sich deutlich unterschied, und dann auch noch von Insel zu Insel. Dies bekräftigte ihn, in der bereits am aufkommenden Theorie, dass sich Lebewesen aus anderen Lebewesen entwickeln, und nicht von Gott geschaffen wurden.
Anfang des 20. Jahrhundert wanderten einige Norweger und andere Europäer ins Paradies aus, wovon aber viele merkten, dass es dort gar nicht so paradisiesch zum Leben ist und ebenfalls wieder zurückkehrten. Letztendlich sind die wirklichen Siedlung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert entstanden und heute leben rund 25.000 Menschen auf den vier bewohnten Inseln (Isla Isabela, Santa Cruz, Floreana, San Cristobal).
Also gut, genug Hintergrundwissen. Wie hat uns dieser angeblich so magische Ort gefallen? Um ganz ehrlich zu sein, waren es nicht 9 Tage des vollen Glücks und durchgehendes Staunen, aber im Fazit hat es uns trotzdem extrem gut gefallen und ich bin überaus dankbar und froh, dass ich auf diese doch einzigartigen Inseln kommen durfte/konnte.
Wir landeten auf Santa Cruz (eigentlich auf Baltra, aber dort gibt es nicht wirklich was zu sehen) und verbrachten dort 2 Nächte. Auf Santa Cruz leben die meisten Menschen und es ist das kommerzielle Zentrum der Galapagosinseln, besonders was Souvenirshops angeht. Sie hat aber auch einiges zu bieten, so sah ich bereits aus dem Bus vom Flughafen zum Ort Puerto Ayora auf dem Gehsteig einfach so eine Riesenschildkröte spazieren, im Hafen liegen einige Seelöwen herum und ganz viele Pelikane, und abends konnte man sogar junge Reef-Haie beobachten. Wir marschierten an einem Tag in der glühenden Sonne zur Tortuga-Bucht, wo einer der schönsten und weißesten Strände auf uns wartete, und einige Meeresiguanas. Außerdem besuchten wir “Las Grietas”, Felsspalten in denen sich Salzwasser mit Süßwasser vermischt und man (halbwegs) gut schnorcheln kann, seit 2019 ist allerdings ein kostenpflichtiger Guide notwendig, der einem aber keinen Mehrwert bringt, also mittelmäßig gute Erfahrung. Frühstück und Abendessen richteten wir uns in unserer Unterkunft, da Essen gehen hier absurd teuer ist (unter 20 Dollar kommt man für eine Speise fast nicht weg). Außer das Mittagessen, das gibts wieder im Menü recht günstig (5-6$).
Mit dem Speedboat ging es dann nach Isla Isabela, die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und dank der Reiseapotheke wurde mir auch nur bisschen schlecht. Puerto Villamil war um einiges kleiner und hatte auch quasi nur Sandstraßen, aber war dadurch auch etwas netter. Allerdings merkte man auch hier die Auswirkungen der Situation Ecuadors auf den Tourismus (wenn auch viel weniger deutlich), sodass es teilweise etwas verlassen wirkte. Hier machten wir unsere ersten richtigen Touren, welche wirklich unglaublich waren. Einmal gingen wir mit einer lustigen alten Reisegruppe bei so kleinen Lavagestein-Inseln mehr oder weniger direkt vor Puerto Villamil schnorcheln und birdwatching. Dabei sahen wir gleich soooo viele coole Tiere, unter anderem: Meeresschildkröten, white-tip und black-tip reefsharks, Blaufuß-Tölpel, Galapagospinguine, Seelöwen und viele schöne Fische. Der coolste Part war, als wir durch so eine Art Gang aus Lavagestein schnorchelten und drei verspielte Seelöwen die ganze Zeit unter und neben uns vorbeischwommen und wir dann noch über zwei schlafende Haie drüber schwammen. Die Tiere sind alle nicht wirklich Menschenscheu, weshalb man sie aus nächster Nähe anschaun kann. Die zweite Tour war eine Wanderung auf den Vulkan Sierra Negra (beziehungsweise seine Überbleibsel) der mit einer Fläche von 7x10km eine der größten Kaldera der Welt hat. Er ist auch noch vulkanisch aktiv, aber bricht nur mehr in kleineren Eruptionen ungefähr alle 20 Jahre aus. Die Landschaft dort war echt beeindruckend, allerdings war es ziemlich heiß und es gab wenig Schatten :(! Wir kühlten uns daher danach noch gehörig im Meer ab.
Nach einem Transittag, an dem wir zuerst um 6:00 eine Fähre zurück nach Santa Cruz und dann um 15:00 eine Fähre weiter nach San Cristobal nahmen, kamen wir an unserem letzten Stopp in Puerto Baquerizo Moreno an. Wie sich hier herausstellte, ist es nicht immer gut die billigste Unterkunft zu nehmen. Die Bettwäsche war nicht frisch, das Klo stank nach Urin und die Küche war ultimativ grindig. So verließen wir nach einer Nacht in der Früh still und heimlich das Zimmer und buchten uns eine andere Unterkunft. Auf San Cristobal machten wir eine 360 Grad Tour, auf der man mit einem Boot die ganze Insel umfährt und an vielen coolen Spots stehen bleibt. Wir waren wieder ein paar mal schnorcheln, sahen vieeeeeeele Vögel und coole Felsformationen. Am letzten vollen Tag besuchten wir noch ein Museum, eine mega schöne Bucht und einen Strand vooooolllller Seelöwen, von denen es hier auf San Cristobal am meisten gibt. Das sind echt so süße Viecher, ur verspielt lassen sie sich von den Wellen hin und herspülen und teilweise sahen wir sie sogar “surfen”. Auch an Land sind sie nicht ganz so unfähig wie ihre Verwandten Robbenarten.
Nun sitzen wir schon wieder im Flieger nach Quito. Ich hoffe (und glaube) ich werde die Zeit hier nie vergessen.




















Es kämen eigentlich noch richtig viele Fotos aber irgendwie sagt mir die App der storage von meiner Site ist voll… ich bin grad zu müde um mich damit zu beschäftigen also werd ichs mir morgen anschaun 🙈
Ok habs doch noch schnell nachgeschaut, anscheinend hab ich den ganzen storage space für Media im gratis Blog aufgebraucht, mehr Speicherplatz würde 48€ kosten… Mal schaun, vielleicht mach ich auch einfach konstisadventures2…
Das schreit nach Konsti Blog 2 !Oder halt einmal zahlen?!Naja auf jeden Fall cooler, sehr informativer Bericht. Wahrscheinlich wären die Inseln für Leute wie mich (vogelnarrische) a wahnsinn, aber auch so : Ur coole Erlebnisse vor allem mit den Seelöwen 😍😍Und so schön die blaufüße!Viele Busssis an die Explorer
LikeLike
wham bam. Wirklich cooler Reisebericht. Blaufußtölpel sind auch meine Favoriten! 😘
LikeLike
.. patas azules heißen also diese lustigen vögel mit ihren blauen schuhen ;))
LikeLike
… ein wahnsinn diese landschaft, diese tiere… danke für die interessante einführung. ich musste bei den fotos mit den seelöwen lachen, aber für mich wäre die insel bzw. wären die inseln eindeutig nichts mir den strand mit echsen zu teilen? na danke! 😉
LikeLike