Gestern begannen wir um etwa 8 Uhr unsere Tour auf dem Titikaka See (der Name heißt soviel wie grauer Puma, hat aber auch noch andere Bedeutungen) und kamen bereits 45 Minuten später bei den schwimmenden Schilfinseln an. Diese werden von den Uros bewohnt, welche bereits vor den Inkas in dieser Region ihr Unwesen trieben. Ursprünglich hausten sie am Festland, sind aber um Konflikten mit anderen Bevölkerungen zu entgehen – unter anderen den Spaniern – in die seichten Teile des Sees geflüchtet. Anfänglich benutzten sie lediglich mehrere Schichten an Schilf als Unterlage für ihre Hütten, stärkere Hochwasser zerstörten aber diese Grundlagen. Im Laufe der Zeit bemerkten sie, dass manche Teile des Schilfs mit dem Wasser ansteigen anstatt unter zu gehen. Grund dafür sind die Wurzel/Erdschichten aus denen das Schilf wächst. Ganz verstanden hab ich es auch nicht, aber unten gibt es ein Foto damit man es sich besser vorstellen kann. Es leben zwischen 2&3 Tausend Uros auf über 100 schwimmenden Inseln. Wenn man gut acht auf seine Insel gibt, kann man bis zu 40 Jahre auf dieser Leben. Der Bau einer Insel dauert zwische 6 Monaten und 2 Jahre und die Durchschnittsgröße ist 5 Familien (ergo: Hütten) pro Insel. Die Hütten sind natürlich auch aus Schilf; außerdem dient dieser zum Feuer machen und wenns hart auf hart kommt kann man ihn sogar essen. Landwirtschaft können die Uros nicht wirklich betreiben, außer im ganz kleinen Maß. Hauptsächlich leben sie von Fischen, den Eiern von Vögeln und Vögeln selbst. Bis Heute fahren noch einige Familien ans Festland um dort ihr gejagtes Gut gegen andere Lebensmittel zu handeln. Ungefähr 90 der Inseln leben jedoch vom Tourismus. Vor einigen Jahren konnten sie sich Dank der Neugierigen Ausländer Toiletten installieren die irgendwie besonders funktionieren um das Wasser nicht zu verschmutzen. Außerdem sind die meisten Hütten nun mit Solarzellen ausgestattet. Weiters gibt es einen Kindergarten, eine Grundschule und ein grundlegendes Gesundheitszentrum. An die Touristen verkaufen sie gewobene Textilien und aus Schilf geflochtene Souvenirs; außerdem bieten sie Rundfahrten in Schilfbooten an (besonders beliebt bei den Asiaten).
Nach den Schilfinseln gings weiter zur (nicht schwimmenden) Insel Taquile. Die Fahrt dorthin dauerte noch ca 2,5 weitere Stunden. Auch dort leben schon seit etlichen hunderten Jahren Menschen. Diese haben es ein wenig einfacher und können landwirtschaften. Kühe haben sie nur für die Feldarbeit und werden angeblich nicht gegessen, früher hatten sie auch Alpacas doch heutzutage werden Schafe bevorzugt; diese werden jedoch auch nur 2-3 Mal pro Jahr geschlachtet und dienen Hauptsächlich für die Textilproduktion. Darauf legt dieses Volk scheinbar großen Wert, Jungs lernen im jungen Alter stricken und Mädchen lernen weben. Ob man verheiratet ist oder nicht, merkt man hier an den verschieden Zipfelmützen. Beim Heiratsantrag wird dem Schwiegervater die selbstgestrickte Mütze gezeigt, wenn er nicht zufrieden ist, muss man seine Künste erst verbessern. Grundsätzlich ist die Heirat hier eher eine Qual als Vergnügen; anstatt Flitterwochen sind die ersten Tage eine Tortur für die frisch Verheirateten. Dies soll bezwecken, dass man die Ehe wertschätzt. Nach einem leckeren Mittagessen (Forelle) marschierten wir quer über die nicht sonderlich große Insel und machten uns wieder auf den Weg nach Puno.
Im Hostel wurde wieder sauniert und dann sind wir noch was essen gegangen. Die Franzosin wagte sich an das fritierte Meerschweinchen ran, ich hab es zwar gekostet (schmeckt ganz ok), selbst bestellen werde ich es mir aber nicht haha😅.
Heute bin ich nach einem faulen Morgen mit dem colectivo nach Sullustani, wo sogenannte funerary towers aus der Pre-Inka Zeit noch erhalten sind. In diesen haben die Qullas ihre Nobelfamilien zusammen mit Gold, Gewand und den restlichen üblichen Beigaben begraben. Pro Turm war eine Familie bestattet. Heutzutage sind die Türme leider leer, teilweise von Grabräubern geplündert und der Rest ist in einem Museum in Puno. Ziemlich cooler Anblick, besonders weil ich zum zigsten Mal Glück mit dem Wetter hatte. Am Nachmittag chillte ich noch in der Sonne am Hafen und spazierte anschließend zum Busbahnhof um für morgen ein Ticket nach Copacaban zu kaufen. Nein nicht in Rio de Janeiro, sondern am bolivianischen Ufer des Sees. Keine Sorge meine Pläne haben sich nicht geändert, ich werde nur für 2-3 Tage in Bolivien sein um die Isla del Sol zu besichtigen, welche die größte des Sees ist und angeblich auch die schönste. Außerdem ist sie Teil des Ursprungsmythos der Inkas.

Unser Guide (links) und ein Uros erklären uns wie sie die Inseln bauen

Unten sind diese Wurzel/Erdblöcke, darauf kommen Schilfschichten die immer erneuerten werden müssen und dann die Hütten (im Hintergrund das Tourischilfschiff)

Gekocht werden darf nur auf einem Stein, vor ein paar Wochen ist eine Insel abgebrannt weil jemand unvorsichtig war

So schauen die Hütten aus

Touriboot vs Fischer
Einheimische steht im Schilf

Torbogen auf Taquiles

Ausblick vom Hauptplatz

Der Schatten im Gesicht lässt mich irgendwie fremd ausschauen
Fußballfeld und Friedhof

Unser Boot war das mittlere

Lamas chillen vor einem Hof auf dem Weg zu Sullustani

Ritualkreis

Zwei der kleineren Türme (die öffnung ist ca einen halben Meter hoch)

Zerstörter Turm (vermutlich durch Dynamit von Grabräubern)

Der kleine Spatz hat das Verbot wohl nicht gelesen

Farbenfrohe Dame und ihre Kühe

Daily Dose of Panos

Komischer Rampenturm

Zwei der best erhaltenen Türme

Die selben von einem anderen Winkel

Einer geht noch

Ah und das Meerschweinchen, sehr appetitlich 🙃
na schaut eh lecker aus das meerschweinchen,,,,
ich find dass du auf dem foto gut ausschaust. ist der bart weg??
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Danke haha, noch nicht ganz 😉
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so a fesches kind😍 freu mich diesen feschen jungen mann in die arme schließen zu können!
„wenn engel reisen, wird sich das wetter weisen!“😉
super, was du dir alles anschaust und traumhafte fotos again!👍🏻
können die das schweinderl ned vorher auslösen, wie a hendl? ich würde es kosten, aber optisch, a wahnsinn!
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wow, die landschaft und das wetter(die wolken!!) is einfach der hammer, und unvorstellbar dass es solche völker noch gibt die sich sowas antun.. faszinierend! und toll gestaltet wiedermal der eintrag , bravo! 😀
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Das neue Fotoformat ist genial 😊 super Eintrag mal wieder 🙂
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